Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 17:00 "Alles steht still": Folgen ukrainischer Angriffe treffen russische Landwirte hart +++
Russische Landwirte haben trotz einer guten Ernte mit massiven Problemen durch den Krieg in der Ukraine zu kämpfen. Eine landesweite Treibstoffkrise und die jüngste militärische Eskalation im Asowschen Meer setzen die Betriebe unter Druck. "Alles steht still. Gerste - Stillstand. Weizen - Stillstand", sagte die Landwirtin Ljubow Fedortschenko aus der südrussischen Region Rostow der Nachrichtenagentur Reuters. Wegen Beschränkungen für die Schifffahrt als wichtigsten Exportweg für Getreide aus der Region seien Kaufangebote für die Ernte ihres Hofes praktisch versiegt. "Wir brauchen jetzt dringend Geld. Wir müssen die Ernte verkaufen und Diesel, Benzin und Dünger kaufen." Die Treibstoffkrise ist eine Folge monatelanger ukrainischer Drohnenangriffe auf russische Raffinerien und hat zu einem starken Anstieg der Dieselpreise geführt. Die russische Landwirtschaftsministerin Oksana Lut räumte am Freitag zwar ein, dass es in allen Regionen Probleme mit dem Treibstoff gebe, versprach den Bauern aber, dass der Staat die benötigten Lieferungen sicherstellen werde. Experten zufolge könnten die Probleme jedoch weitreichende Folgen haben. Andrej Sisow von der Unternehmensberatung SovEcon sagte Reuters, Russland könne dem Weltmarkt fünf bis zehn Millionen Tonnen Weizen weniger liefern, wenn das Asowsche Meer nicht für die Schifffahrt geöffnet werde. Russland ist der weltgrößte Weizenexporteur.
+++ 16:35 Ergänzend zur Nato-Abschreckung: Bundeswehr nimmt erstmals an französischer Nuklearübung teil +++
Die Bundeswehr wird in diesem Jahr erstmals an einer Nuklearübung der französischen Armee teilnehmen und die Zusammenarbeit mit Frankreich auch in anderen Bereichen ausbauen. "Wir schlagen in der Abschreckung einen neuen gemeinsamen Weg ein", sagte Bundeskanzler Friedrich Merz in Brühl nach dem deutsch-französischen Ministerrat und dem gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungsrat. Dazu gehöre, dass sich "die konventionellen deutschen Kräfte noch in diesem Jahr an einer nuklearen Übung der französischen Streitkräfte beteiligen". Laut der Abschlusserklärung des deutsch-französischen Sicherheits- und Verteidigungsrats, der am Morgen auf dem Fliegerhorst in Nörvenich zusammengetreten war, sollen sich an der französischen Nuklearübung deutsche Soldaten im konventionellen Bereich beteiligen. Die Verlegung französischer Rafale-Kampfjets nach Nörvenich sei ein "erster operativer Schritt der strategischen Zusammenarbeit", heißt es weiter. Die Bundeswehr-Beteiligung an der Nuklearübung der französischen Armee ist laut Merz "komplementär zu unserer nuklearen Teilhabe und der Abschreckung in der Nato, an der wir festhalten".
+++ 16:00 Vermögenswerte eingefroren: EU sanktioniert Beteiligte am russischen Drohnenkrieg +++
Die Europäische Union verhängt Sanktionen gegen eine russische Managerin und fünf Unternehmen wegen deren Beteiligung an der Produktion von Drohnen. Wie der Rat der Europäischen Union mitteilt, richten sich die Maßnahmen gegen Irina Charissowa, die Aufsichtsratsvorsitzende von ABS Electro, sowie gegen fünf Firmen der Unternehmensgruppe. ABS Electro entwickelt und produziert elektronische Bauteile für den Drohnenkrieg. Die Sanktionen umfassen das Einfrieren von Vermögenswerten und ein Einreiseverbot für Charissowa. Die EU verhandelt zudem über ein 21. Sanktionspaket gegen Russland, das unter anderem Banken, Krypto-Netzwerke und Ölhändler treffen soll.
+++ 15:15 Weber: Russland ist so stark unter Druck wie noch nie +++
"Es ächzt und knackt im russischen Gebälk", erklärt Joachim Weber. Der Sicherheitsexperte sieht Russland im Ukraine-Krieg sogar so stark unter Druck wie noch nie seit Beginn der Invasion. Mittlerweile kommen die Auswirkungen des Krieges auch immer direkter in der Bevölkerung an.
+++ 14:45 "Kranker Staat": Gericht verurteilt angeschlagenen Kriegsgegner Nadeschdin zu Geldstrafe +++
Ein russisches Gericht hat den Oppositionspolitiker und Kriegsgegner Boris Nadeschdin in einer turbulenten Gerichtssitzung wegen der öffentlichen Zurschaustellung "extremistischer Symbole" zu einer Geldstrafe verurteilt. Das Gericht in Dolgoprudny nahe Moskau verhängte ein Bußgeld von 1000 Rubel (umgerechnet rund elf Euro), kurz nachdem Sanitäter den 63-Jährigen wegen stark erhöhten Blutdrucks im Gerichtssaal untersucht hatten. Nadeschdins Anwälte hatten angesichts seines Zustands vergeblich eine Verschiebung der Urteilsverkündung beantragt. Nach dem Urteil sagte der Politiker: "Ich bin froh, am Leben zu sein." Russland sei ein "kranker Staat". Das Verfahren ging auf ein von Nadeschdin 2023 weiterverbreitetes Video zurück, in dem kurz ein Bild des 2024 in Haft gestorbenen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny zu sehen war. Nawalny und seine Organisationen gelten in Russland als "extremistisch". Ein Vergehen, wie es Nadeschdin vorgeworfen wurde, kann in Russland mit bis zu 15 Tagen Haft bestraft werden. Nadeschdin hatte die Vorwürfe zuvor in einem Interview als "Unsinn" bezeichnet. Die Behörden gingen gegen ihn vor, weil sie wegen seiner "Beliebtheit" und einer möglichen Kandidatur eines Kriegsgegners für das Parlament "nervös" seien, sagte er.
+++ 13:56 Selenskyj: Strategischer Bomber auf Basis tief in Russland zerstört +++
Die Ukraine zerstört nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj einen strategischen Bomber vom Typ Tu-95 auf dem russischen Luftwaffenstützpunkt Engels. Die Basis liegt etwa 800 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Das Militärflugzeug sei von den russischen Streitkräften für Raketenangriffe auf die Ukraine eingesetzt worden, teilt Selenskyj bei X mit. "Wir verteidigen uns gerecht und proaktiv", erklärt der Präsident.
+++ 13:27 Ukrainer demonstrieren dritten Tag in Folge gegen Entlassung des Verteidigungsministers +++
In Kiew und anderen Städten der Ukraine dauern Demonstrationen gegen die Personalpolitik von Präsident Wolodymyr Selenskyj den dritten Tag in Folge an. Die Demonstranten fordern vor allem die Wiedereinsetzung des entlassenen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow, wie die staatliche Nachrichtenagentur Ukrinform meldet. Viele verlangen auch eine Entlassung des Oberkommandierenden der Armee, Olexander Syrskyj. Gemeinsames Zeichen der Proteste waren die Losungen auf braunen Papptafeln.
+++ 12:59 Mann aus Moldau wegen Spionage bei Rüstungsfirma festgenommen +++
In München ist ein Mann aus Moldau festgenommen worden, der eine Drohne über das Firmengelände eines deutschen Rüstungsunternehmens gelenkt haben soll. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in der bayerischen Landeshauptstadt besteht der Verdacht, dass der 37-Jährige sicherheitsrelevante Bilder und Videos über Angelegenheiten der Landesverteidigung machte, um sie an eine ausländische Stelle oder verbotene Gruppe weiterzugeben. Er kam in Untersuchungshaft.
+++ 12:51 Russischer Blogger Monate nach Kritik an Putin und Krieg festgenommen +++
Mehrere Monate nach Kritik an Präsident Wladimir Putin und dem Krieg gegen die Ukraine ist ein russischer Blogger festgenommen worden. Ilja Remeslo werde die Verbreitung von Falschinformationen über das Militär vorgeworfen, meldet die staatliche Nachrichtenagentur Tass. Die Agentur zitiert Ermittlungsbehörden, denen zufolge dem einstigen Kreml-Unterstützer bis zu zehn Jahre Haft drohen. Remeslo hatte im März in den sozialen Medien ein Manifest mit dem Titel "Fünf Gründe, warum ich Wladimir Putin nicht mehr unterstütze" veröffentlicht. In dem Beitrag verurteilte er den Krieg in der Ukraine und Einschränkungen der Meinungsfreiheit. Er forderte Putin auf, zurückzutreten und sich vor Gericht zu verantworten.
+++ 12:20 Ukraine: Zwei Tote bei russischem Angriff auf Hafen von Mykolajiw +++
Bei einem russischen Drohnenangriff auf die Hafeninfrastruktur der südukrainischen Stadt Mykolajiw sind den Behörden zufolge zwei Menschen getötet worden. Zudem seien drei zivile Schiffe unter ausländischer Flagge beschädigt worden, teilt die regionale Staatsanwaltschaft mit. Bei den Todesopfern handele es sich um zwei ukrainische Staatsbürger, die sich an Bord eines der ausländischen Schiffe befunden hätten. Zudem musste der staatliche ukrainische Energiekonzern Naftogaz nach einem russischen Drohnenangriff die Arbeiten an einer Gasförderanlage in der nordöstlichen Region Charkiw einstellen. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Streitkräfte hätten in der Nacht unter anderem Hafenanlagen in Odessa und Tschornomorsk angegriffen.
+++ 11:46 Bisheriger Vizeregierungschef für EU-Integration bekommt neue Aufgabe +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußert sich zu der künftigen Aufgabe von Taras Katschka, der bis zuletzt als Vizeregierungschef für die EU-Integration der Ukraine tätig war. Wie Selenskyj bei X mitteilt, soll Katschka seine bisherige Arbeit künftig "mit der Rolle des Handelsvertreters der Ukraine in Brüssel kombinieren". Über ein vorheriges Gespräch mit Katschka schreibt Selenskyj: "Ich dankte ihm für seine Arbeit in der Regierung der Ukraine und für das sachliche und konstruktive Engagement zwischen unserem Land und den europäischen Institutionen." Die Mission der EU-Integration der Ukraine wird künftig Wsewolod Tschenzow leiten.
+++ 11:14 Großbritannien erhöht Militärpräsenz in Estland +++
Großbritannien wird seine militärische Präsenz in Estland erhöhen. Im kommenden Frühjahr sollen 300 weitere britische Soldaten samt Waffen und Ausrüstung in dem an Russland grenzenden EU- und Nato-Land stationiert werden. Damit werde deren Gesamtzahl vor Ort auf 1200 steigen. Dies sieht eine von den Verteidigungsministerien in Tallinn und London unterzeichnete Vereinbarung vor. Darin wird auch eine engere Kooperation in anderen militärischen Bereichen und der Rüstungsindustrie festgelegt. "Wir verstärken unsere Präsenz in Estland, um Nato-Territorium zu verteidigen und Russland abzuschrecken", wurde der britische Verteidigungsminister Dan Jarvis in einer Mitteilung zitiert.
+++ 10:45 Selenskyj fordert angesichts jüngster Opfer schnellere Unterstützung für die Ukraine +++
Vor dem Hintergrund der jüngsten russischen Angriffe auf die Ukraine fordert Präsident Wolodymyr Selenskyj schnellere Unterstützung für sein Land. "Die Umsetzung all dessen, was auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs vereinbart wurde, muss beschleunigt werden", schreibt Selenskyj auf X. "Jedes heutige Verteidigungspaket ist nicht bloß eine Zahl, sondern konkrete Ausrüstung, die hier in der Ukraine täglich Leben schützt." Selenskyj nennt in seinem Beitrag die beiden Todesopfer in Odessa. Zudem sterben ihmzufolge auch zwei Menschen in der Region Saporischschja.
+++ 10:06 Das soll die neue Bundeswehr-Fregatte MEKO A-200 können +++
Die "Fregatte Klasse 128" soll eine Fähigkeitslücke der Marine schließen: Mit Hightech an Bord sollen die Schiffe im Nordatlantik das Rückgrat der deutschen U-Boot-Jagd bilden. Ein großer Vorteil der MEKO A-200 ist ihre modulare Bauweise.
+++ 09:36 Zahl der Verletzten nach russischem Angriff auf Odessa steigt +++
Nach einem russischen Angriff auf die ukrainische Millionenstadt Odessa steigt die Zahl der Verletzten auf zehn. Das teilt Oleh Kiper, Gouverneur der gleichnamigen Region Odessa, bei Telegram mit. Zuvor hatten lokale Behörden erklärt, dass bei dem Angriff zwei Menschen getötet und mindestens acht weitere verletzt wurden. Kiper schreibt weiter, dass zu den Todesopfern eine Frau zähle, die mit ihren Kindern im Park spazieren war. Dem Gouverneur zufolge sind die Kinder am Leben.
+++ 08:58 Ukraine greift zwölf russische Schiffe im Schwarzen Meer an +++
Die Ukraine setzt ihre Drohnenangriffe auf russische Ziele im Schwarzen Meer fort. Zwölf weitere Schiffe seien getroffen worden, teilt der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Ziele seien neun Frachter, zwei Tanker und ein Schlepper gewesen. Damit steige die Gesamtzahl der Schiffe, die im Juli im Asowschen und im Schwarzen Meer getroffenen wurden, auf 159.
+++ 08:29 Generalstab: Ukraine fängt fünf von acht russischen Raketen ab +++
Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs greift Russland in der Nacht zum Freitag mit insgesamt 8 Raketen und 130 Drohnen an. 5 Raketen und 115 Drohnen wehrt das ukrainische Militär demnach ab, eine Anti-Radar-Rakete verfehlt ihr Ziel. Bei den abgefangenen Raketen handelt es sich um Marschflugkörper der Typen Ch-59 und Ch-69, die wegen ihrer flugtechnischen Eigenschaften leichter abgefangen werden können als andere Raketen. An insgesamt sieben Orten registriert die Ukraine zwei Raketeneinschläge und acht Einschläge von Drohnen. An fünf Orten gehen Trümmer von abgeschossenen Drohnen nieder.
+++ 07:55 Russland greift Wohngebiete in Cherson an - 70-Jährige stirbt +++
Russlands Streitkräfte greifen nach ukrainischen Angaben Wohngebiete in der Stadt Cherson an. Wie die Militärverwaltung der Stadt mitteilt, wird dabei eine 70-jährige Frau zunächst schwer verletzt. Mit einem Explosionstrauma, einem offenen Schädel-Hirn-Trauma und Splitterverletzungen im Brustbereich wird sie demnach in ein Krankenhaus eingeliefert, in dem Ärzte um ihr Leben kämpfen. Wenig später teilt der Chef der Militärverwaltung der frontnahen Stadt, Jaroslaw Tschanko, mit, dass die Frau verstorben ist. Bei der nächtlichen Attacke wird zudem ein 59-jähriger Mann verletzt, der sich den Behörden zufolge zum Zeitpunkt des Angriffs auf dem Balkon seiner Wohnung befand.
+++ 07:22 Gouverneur: Russische Lenkbomben treffen Stadtzentrum von Sumy +++
Russische Streitkräfte werfen nach ukrainischen Angaben in der Nacht zum Freitag fünf Lenkbomben auf die Stadt Sumy ab und treffen dabei zivile Infrastruktureinrichtungen. Das teilt der regionale Gouverneur Oleh Hryhorow bei Telegram mit. Es gebe zwei Treffer im Stadtzentrum - dort sei ein mehrstöckiges Nichtwohngebäude beschädigt worden. Das volle Ausmaß der Schäden sowie Informationen über mögliche Opfer werden demnach noch überprüft. Wenige Stunden zuvor hatte Russland die Region Sumy bereits mit Lenkbomben angegriffen.
+++ 06:46 Bericht: Explosionen nach ukrainischem Angriff auf Halbinsel Krim +++
In der Nacht zum Freitag greift die ukrainische Armee offenbar die Hafenstadt Kertsch auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim an. Wie das Medium "Kyiv Independent" unter Berufung auf verschiedene Telegram-Kanäle berichtet, seien nach Drohnenangriffen Explosionen zu hören gewesen. In der Nähe des Bahnhofs der Stadt seien Brände ausgebrochen.
+++ 06:11 Ukraine: Russland verliert 1370 Soldaten innerhalb eines Tages +++
Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs verliert die russische Armee innerhalb des vergangenen Tages 1370 Soldaten. Demnach steigt die Gesamtzahl der Soldaten, die Russland seit Beginn des Angriffskrieges verloren hat, auf 1.425.990. Zu eigenen Verlusten macht die ukrainische Armee keine Angaben. Verschiedene Denkfabriken gehen jedoch davon aus, dass die russischen Verluste die ukrainischen deutlich übersteigen.
+++ 05:29 Rutte: Tomahawk-Stationierung keine Bedrohung für Moskau +++
Nato-Generalsekretär Mark Rutte sieht im geplanten deutschen Kauf von US-Mittelstreckenwaffen des Typs Tomahawk kein erhöhtes Eskalationsrisiko mit Russland. "Wir sind ein Verteidigungsbündnis. Das bedeutet, dass wir niemals jemanden angreifen werden", sagt der Niederländer. Bei der Stationierung von Tomahawks in Deutschland gehe es lediglich um glaubwürdige Abschreckung und darum, dass man sich im Fall der Fälle verteidigen könne.
+++ 04:51 Raketenangriff auf die Stadt Odessa +++
Russland hat am späten Abend einen Raketenangriff auf die Stadt Odessa durchgeführt. Dabei sollen zwei Menschen getötet und mindestens acht weitere verletzt worden sein, melden lokale Beamte im Süden der Ukraine.
+++ 02:23 Parlament stimmt Selenskyjs Kabinettumbau zu +++
Im Rahmen eines von Präsident Wolodymyr Selenskyj eingeleiteten Kabinettumbaus stimmt das ukrainische Parlament einer neuen Regierung zu. Für die insgesamt 16 Minister stimmt eine deutliche Mehrheit von 264 Abgeordneten. 226 waren notwendig. Die Kandidaturen wurden vom kurz vorher bestätigten Regierungschef Serhij Korezkyj vorgestellt und in einem Paket zur Abstimmung gestellt. Ausgenommen sind der Außen- und der Verteidigungsminister. Für diese hat Selenskyj gemäß Verfassung das Vorschlagsrecht. Erwartet wird, dass der bisherige Außenminister Andrij Sybiha seinen Posten behält. Für die Leitung des Verteidigungsressorts schlug er bereits Jewhenij Chmara, den Chef des Geheimdiensts SBU, vor.
+++ 00:29 Ukrainische Hafenbehörde sieht Getreidelieferungen in Gefahr +++
Russland greift in den ersten beiden Juliwochen nach Angaben der ukrainischen Hafenbehörde 23 Mal Häfen und 17 Mal zivile Schiffe an. Händlern und Analysten zufolge führen die Angriffe zu einem teilweisen Stopp der Getreidelieferungen und einer fast vollständigen Aussetzung der Getreidekäufe in den Hafenterminals.
+++ 23:10 Großbritannien und Schweden sichern Ukraine Flugzeuge zu +++
Der britische Premierminister Keir Starmer kündigt während seines Besuchs in Kiew eine millionenschwere Unterstützung für Verteidigung des ukrainischen Luftraums an. "Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass wir heute noch einen Schritt weiter gehen, denn ich kann ankündigen, dass das Vereinigte Königreich gemeinsam mit Schweden Unterstützung in Höhe von 300 Millionen Euro für die Lieferung von 16 neuen, modernen Flugzeugen bereitstellen wird, die zur Verteidigung des ukrainischen Luftraums beitragen werden", sagt Starmer während einer Pressekonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.
+++ 22:15 Polen fängt dritten Tag in Folge russische Kampfflugzeuge über Ostsee ab +++
Die polnische Luftwaffe muss nach Militärangaben drei Tage in Folge russische Kampfflugzeuge über der Ostsee abfangen. "Die Russen testen erneut die Leistungsfähigkeit unserer Flugabwehrsysteme", schreibt Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz auf X. Demnach fingen zwei polnische Maschinen aus Malbork zunächst zwei russische Kampfjets vom Typ Suchoi Su-30 ab. Dann sei ein russisches Aufklärungsflugzeug etwa 30 Kilometer vor der pommerschen Ostseeküste bei Jastrebia Gora gesichtet worden. Die polnischen Flieger hätten die Iljuschin Il-20 weiter aufs Meer hinaus eskortiert, wo schwedische Jets die Begleitung übernommen hätten. Der polnische Luftraum sei in beiden Fällen nicht verletzt worden, teilt der Verteidigungsminister mit. Die russischen Erkundungsflüge vor der Küste des NATO-Mitglieds Polen haben Warschauer Angaben zufolge nach einer Pause zuletzt wieder zugenommen. Am Dienstag stoppten polnische Jets ein Aufklärungsflugzeug Il-20, am Mittwoch waren es zwei Kampfjets Su-30.
+++ 21:34 Bolivien ermittelt: Junge Männer mit Fake-Jobangeboten für Russland an die Front gelockt? +++
Die bolivianische Generalstaatsanwaltschaft leitet Ermittlungen in drei Fällen gegen ein mutmaßliches Menschenhandelsnetzwerk ein. Dessen Ziel soll es gewesen sein, bolivianische Staatsbürger mit betrügerischen Stellenangeboten nach Russland zu locken und dort für den Krieg gegen die Ukraine zu rekrutieren. Die Staatsanwaltschaft hat 16 mutmaßliche Opfer identifiziert. Ein mutmaßlicher Anwerber sei identifiziert, zudem hätten Razzien in einem Ort stattgefunden, in dem junge Männer mit falschen Jobversprechen angesprochen wurden, bevor sie nach Russland reisten. Laut von Angehörigen eingereichten Beschwerden boten die Anwerber Verträge mit Vergütungen von bis zu 16.000 US-Dollar (14.000 Euro) an, verbunden mit dem Versprechen auf Arbeitsplätze in der Bau- oder der Malerbranche. Nach den den Staatsanwälten vorliegenden Informationen wurden die jungen Männer jedoch, sobald sie in Russland ankamen, an die Front geschickt.
+++ 21:08 Rücktritt von Fedorow löst Protestwelle in Ukraine aus +++
Der ukrainische Präsident Selenskyj baut wieder einmal sein Kabinett um. Viele müssen gehen, darunter auch der beliebte Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. Unfreiwillig erklärt der erst 35-Jährige seinen Rücktritt und löst damit Proteste in der ukrainischen Bevölkerung aus.
+++ 20:25 CIA-Bericht: Überlebensdauer neuer russischer Rekruten an der Front sinkt auf 30 Minuten +++
CIA-Direktor John Ratcliffe erklärt laut einem Bericht von Bloomberg, dass der Einsatz von KI-gesteuerten Drohnen durch die ukrainischen Streitkräfte die durchschnittliche Überlebenszeit neu eingesetzter russischer Rekruten auf dem Schlachtfeld massiv reduziert habe. "Unsere Erkenntnisse decken sich mit einigen der öffentlich zugänglichen Berichte aus der Ukraine, die Sie vielleicht gesehen haben: Die durchschnittliche Überlebenszeit eines russischen Rekruten, der auf dem Schlachtfeld in der Ukraine eintrifft, wird auf 20 bis 30 Minuten geschätzt", sagt Ratcliffe auf dem "Defense and Innovation Summit" in Pennsylvania. Er erklärt, dies liege daran, dass "KI-gestützte Drohnen zu hochspezialisierten, kostengünstigen Tötungsmaschinen geworden sind". US-Beamte schätzen, dass Russland wöchentlich etwa 7000 Soldaten verliert. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt, dass Drohnen mittlerweile für mehr als 80 Prozent der zerstörten russischen Ziele verantwortlich seien. Am Mittwoch sagte Selenskyj, die Ukraine produziere derzeit 10 Millionen Drohnen pro Jahr, aber es sollte künftig doppelt so viele werden.
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