Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 23:43 Foltergefängnis in Donezk: Verdächtiger in Frankreich festgenommen +++
Nach Fällen von Folter im illegalen Donezker Gefängnis "Isolation" ist in Frankreich ein tatverdächtiger Ukrainer festgenommen worden. Das meldet die Nachrichtenagentur Suspilne mit Verweis auf den ukrainischen Generalstaatsanwalt Ruslan Kravchenko. "In den Jahren 2017 bis 2019 kooperierte ein ukrainischer Staatsbürger freiwillig mit dem sogenannten 'Ministerium für Staatssicherheit der DVR'. Ehemalige Gefangene berichten, er sei Assistent des Gefängnisleiters gewesen. Er habe an der Folter von Gefangenen mitgewirkt, sie grausam behandelt, psychischen Druck ausgeübt, Geständnisse erzwungen und Menschen gedemütigt. Mindestens neun Opfer konnten bisher identifiziert werden", schreibt Kravchenko unter Berufung auf Ermittlungsdaten auf Facebook. Laut Kravchenko floh der Angeklagte im Jahr 2021, als die Ermittlungen in der Ukraine abgeschlossen und der Fall an das Gericht übergeben wurde, aus der Ukraine nach Frankreich und versuchte dort, Asyl zu erhalten. "Nach einem Appell der ukrainischen Staatsanwaltschaft leiteten französische Strafverfolgungsbehörden ein eigenes Strafverfahren ein."
+++ 22:11 Keine ukrainischen Angriffe: Selenskyj "erlaubt" per Dekret Militärparade in Moskau +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj "erlaubt" per Dekret die russische Militärparade zum Tag des Sieges über Nazi-Deutschland in Moskau. Zudem sichert er zu, dass keine Waffen auf den Roten Platz gerichtet werden. "Ich ordne hiermit an: die Abhaltung einer Parade in der Stadt Moskau am 9. Mai 2026 zu gestatten", heißt es in dem Erlass. Der Rote Platz werde vom geplanten Einsatz ukrainischer Waffen ausgenommen, verspricht Selenskyj.
+++ 21:12 Russland-Experte Mangott: Plötzlich will Putin auch mit den Europäern sprechen +++
Russland sendet Signale der Bereitschaft für Friedensgespräche mit den Europäern. "Die große Frage ist, ob wir dann rivalisierende Verhandlungsprozesse haben", sagt Russland-Experte Gerhard Mangott. Einen gemeinsamen Verhandlungstisch mit den USA bewertet er als besser, aber "sehr wahrscheinlich ist das nicht".
+++ 20:11 Trump verkündet dreitägige Waffenruhe zwischen Ukraine und Russland +++
"Es freut mich, bekannt geben zu dürfen, dass es im Krieg zwischen Russland und der Ukraine eine dreitägige Waffenruhe (am 9., 10. und 11. Mai) geben wird", schreibt Donald Trump bei Truth Social. "Die Feierlichkeiten in Russland gelten dem Tag des Sieges, ebenso jedoch auch der Ukraine, da diese ebenfalls einen bedeutenden Teil und Faktor im Zweiten Weltkrieg darstellte", so der US-Präsident. Zudem soll es einen Gefangenenaustausch von jeweils 1000 Häftlingen aus jedem der beiden Länder geben. "Diese Forderung wurde direkt von mir erhoben - und ich weiß die Zustimmung von Präsident Wladimir Putin und Präsident Wolodymyr Selenskyj hierzu sehr zu schätzen. Hoffentlich markiert dies den Anfang vom Ende eines sehr langen, verlustreichen und hart umkämpften Krieges", teilt Trump mit.
+++ 19:42 Putin meldet ukrainischen Angriff auf Flugsicherungszentrum +++
Der russische Präsident Wladimir Putin wirft der Ukraine einen Angriff auf ein Flugsicherungszentrum im südrussischen Rostow am Don vor. Dies hätte die Sicherheit der zivilen Luftfahrt beeinträchtigen können, warnt er. Es sei jedoch zu keinen Zwischenfällen gekommen, fügt Putin hinzu.
+++ 18:48 Bilder als Drohung: Ukrainisches Militärvideo zeigt Asow-Stahlwerk +++
In den ersten Monaten des russischen Überfalls auf die Ukraine wird Mariupol im Süden des Landes zu einem Symbol des Krieges. Monatelang leistet das Asow-Regiment hier erbitterten Widerstand. Jahre später sendet die Ukraine nun Bilder mit Signalkraft: Selbst Mariupol ist für ukrainische Angriffe wieder erreichbar.
+++ 18:16 Vorgängermodell in Ukraine aktiv: Neue Marschflugkörper-Produktion in Deutschland +++
Rheinmetall steht in den Startlöchern, um Marschflugkörper mit größerer Reichweite herzustellen. "Noch in diesem Jahr werden wir damit beginnen, Cruise Missiles für Deep-Strike-Operationen in Unterlüß zu fertigen", kündigt Konzernchef Armin Papperger an.
Bei der Marschflugkörper-Produktion möchte Rheinmetall mit der niederländischen Rüstungsfirma Destinus zusammenarbeiten, deren neues System Ruta 2 bei einer Nutzlast von 250 Kilogramm eine Reichweite von 700 Kilometern haben soll. Bei der Zielerkennung wird KI genutzt. Das Vorgängermodell Ruta 1 ist laut Papperger "schon erfolgreich gegen strategische russische Ziele in der Ukraine" im Einsatz gewesen.
+++ 17:39 Wadephul will Friedensverhandlungen mit Allianz vorantreiben +++
Bundesaußenminister Johann Wadephul kündigt eine Verhandlungsinitiative Europas im Ukraine-Krieg an. "Wir sind bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen und sind darüber mit den USA und der Ukraine im Gespräch", sagt er der "Welt am Sonntag" laut Vorabbericht. "Im E3-Format mit Frankreich und Großbritannien unternehmen wir einen neuen Anlauf, wieder in Verhandlungen hineinzukommen - mit einer größeren Rolle Europas in den nächsten Wochen und Monaten", erklärt Wadephul.
+++ 16:47 Selenskyj sieht in Russlands Krieg "modernisierte Version des Nationalsozialismus" +++
81 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges muss die Ukraine erneut "das Böse" bekämpfen, zitiert "Ukrainska Pravda" aus einem Statement von Präsident Wolodymyr Selenskyj anlässlich des Jahrestages am 9. Mai. Das Böse beruhe heute "auf einer ähnlichen Ideologie der Feindschaft". Selenskyj sieht im russischen Angriffskrieg eine "modernisierte Version des Nationalsozialismus, gekennzeichnet mit: Made in Russia". Er mahnt, dass bereits der Zweite Weltkrieg ukrainisches Gebiet in "ein Schlachtfeld brutaler Kämpfe" verwandelt hatte. Russland feiert am sogenannten "Tag des Sieges" die Kapitulation der deutschen Wehrmacht und damit das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa.
+++ 16:03 Polen leiht sich fast 44 Milliarden Euro von der EU für die Verteidigung +++
Polen leiht sich als erstes Mitgliedsland Geld aus einem EU-Topf zur Modernisierung seiner Armee. Der polnische Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz und Finanzminister Andrzej Domanski unterzeichnen ein entsprechendes Abkommen im Umfang von fast 44 Milliarden Euro. "Das ist ein Wendepunkt in der Geschichte Polens und der EU", sagt Ministerpräsident Donald Tusk bei der Zeremonie in der Hauptstadt Warschau. Der Kredit werde Polen "sicherer machen".
+++ 15:31 Litauen protestiert gegen "zynische Drohung" aus Moskau +++
Litauen bestellt wegen indirekter Drohungen des Kreml gegen diplomatische Vertretungen in Kiew einen Vertreter der russischen Botschaft ein. Die von Russland ausgesprochene Warnung vor möglichen Vergeltungsschlägen für den Fall ukrainischer Angriffe am am 9. Mai wird scharf verurteilt. Russlands anhaltende Aggression gegen die Ukraine sowie eine derartige Äußerung verstießen eindeutig gegen die Charta der Vereinten Nationen und das Völkerrecht, heißt es in einer Mitteilung des litauischen Außenministeriums. Sie sei als "direkte, zynische und beispiellose Drohung mit Gewalt gegen ausländische Botschaften und die Bevölkerung Kiews" zu werten.
+++ 14:49 Angriff auf FSB-Gebäude in Grosny +++
Am Morgen schlagen Drohnen im Bezirk Chankala in Grosny ein, berichtet "Ukrainska Pravda". Dort betreibt Russland einen der größten Militärstützpunkte des Landes. Laut Medienbericht ist ein Gebäude des Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB) im Dorf Snamenskoje getroffen worden. Die tschetschenischen Behörden haben sich zu dem Vorfall noch nicht geäußert.
+++ 13:59 Moskau prangert mehr als 1300 angebliche Verstöße gegen Feuerpause an - Kiew widerspricht +++
Trotz der seit den frühen Morgenstunden ausgerufenen Waffenpause sind die Kämpfe an der Front offenbar weitergegangen: "Die ukrainischen militärischen Verbände haben weiter Schläge mit Drohnen und Artillerie auf Positionen unserer Einheiten sowie zivile Objekte in den grenznahen Kreisen der Gebiete Belgorod und Kursk verübt", teilt das russische Verteidigungsministerium mit. Insgesamt habe die Ukraine mehr als 1.300 Mal gegen die Waffenruhe verstoßen, heißt es. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat derweil dem russischen Militär vorgeworfen, sich nicht an die von Moskau ausgerufene Feuerpause zu halten. "Alles deutet darauf hin, dass es von der russischen Seite nicht mal zum Schein einen Versuch gab, das Feuer an den Fronten einzustellen", schreibt er bei Telegram. Seinen Angaben nach hat Russland bis in den Morgen mehr als 850 Drohnen eingesetzt, mehr als 140 Mal ukrainische Positionen beschossen und ein Dutzend Sturmversuche unternommen. Beide Seiten nehmen für sich in Anspruch, auf die jeweiligen Angriffe des Gegners "spiegelbildlich zu antworten".
+++ 13:36 Selenskyj rechnet mit baldigem Neustart der Verhandlungen über ein Kriegsende +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft auf einen baldigen Neustart der Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs. Er rechne mit einem Besuch der Unterhändler von US-Präsident Donald Trump in der Ukraine in den kommenden Wochen, erklärte Selenskyj. "Wir stimmen derzeit den Zeitplan für die notwendigen Besuche ab und erwarten Vertreter des amerikanischen Präsidenten zum Übergang vom Frühling zum Sommer." Der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umerow war gestern nach Miami gereist, um erstmals seit Ende März mit Vertretern der USA über ein Ende des seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieges zu beraten. Nach Angaben aus Kiew war ein Treffen Umerows mit Trumps Gesandtem Steve Witkoff und Präsidenten-Schwiegersohn Jared Kushner geplant. Seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs liegen die trilateralen Verhandlungen auf Eis.
+++ 12:58 Kreml: Putin zu Verhandlungen mit Europäern bereit +++
Bei den bisherigen Verhandlungen zwischen Russland, den USA und der Ukraine blieben die Europäer außen vor - und das hat Moskau die Vertreter der Europäische Union auch wissen lassen: Noch im Januar schloss Kreml-Sprecher Dmitri Peskow aus, dass Russland jemals mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas verhandeln werde. Die Haltung hat sich nun wohl geändert, zumindest gibt sich Russlands Führung offener: Der russische Präsident Wladimir Putin ist nach Angaben des Kremls zu Verhandlungen mit jedem bereit, auch mit den Europäern. Putin habe wiederholt seine Bereitschaft dazu betont, sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Russland sei offen für einen Dialog mit Europa, werde diesen aber nicht von sich aus anstoßen. Die Zeitung "Financial Times" hat berichtet, dass sich die Staats- und Regierungschefs der EU auf etwaige Gespräche vorbereiten.
+++ 12:31 Bericht: Fico plant bei Besuch in Moskau, Putin Botschaft von Selenskyj zu überbringen +++
Laut Medienberichten beabsichtigt der slowakische Premierminister Robert Fico, während seines Besuchs in Moskau eine Botschaft des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an den russischen Staatschef Wladimir Putin zu übermitteln. Zudem könnte Fico vom russischen Staatschef wertvolle Informationen erhalten, wie dieser die Bemühungen zur Beendigung des Krieges einschätzt, wird Rastislav Chovanec, slowakischer Staatssekretär im Außenministerium zitiert. Er fügte hinzu, dass bereits mehrere politische Führungspersönlichkeiten - darunter auch aus Westeuropa - begonnen hätten, sich für einen Dialog mit dem russischen Staatschef auszusprechen.
+++ 12:01 Ukraine: Mehr als 17.000 Zivilisten seit Kriegsbeginn bei russischen Angriffen getötet +++
Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine sind mehr als 17.400 Zivilisten ums Leben gekommen. Dies sagte Jurij Rud, Leiter der Abteilung zur Bekämpfung von Straftaten unter den Bedingungen eines bewaffneten Konflikts bei der Generalstaatsanwaltschaft in Kiew, laut Ukrinform. Demnach sprach er am Rande der Konferenz "Vereint für Gerechtigkeit - Rechenschaftspflicht für Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung". "Mehr als 17.400 Zivilisten wurden seit Beginn der großangelegten Invasion getötet, und mehr als 43.000 Menschen wurden verletzt", so Rud. Unter den Opfern seien mehr als 700 ukrainische Kinder, mehr als 2.400 seien verletzt worden.
+++ 11:17 Ex-Nato-Chef Rasmussen fordert neues europäisches Verteidigungsbündnis mit Ukraine +++
Der ehemalige Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen fordert ein neues Verteidigungsbündnis europäischer Staaten. "Was wir gerade erleben, ist der Zerfall der Nato", sagt Rasmussen in einem Interview der "Welt". Europa müsse daraus Konsequenzen ziehen. "Wir müssen auf eigenen Füßen stehen und unseren Kontinent selbst verteidigen können." Europa brauche neue Verteidigungspläne und neue militärische Fähigkeiten. In die neue Sicherheitsarchitektur solle auch die Ukraine als festes Mitglied eingebunden werden. Man sehe, "wie schnell die Ukraine neue Waffen und Munition entwickelt", sagt Rasmussen. "Wir brauchen sie als Bollwerk gegen Russland." Der 73-Jährige war Nato-Generalsekretär von 2009 bis 2014. Er ist als Berater tätig.
+++ 10:45 Großer Waldbrand in Tschernobyl-Sperrzone nach Drohnenabsturz +++
In der Sperrzone um das einstige Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine ist nach einem Drohnenabsturz ein großer Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer wütet auf einer Fläche von rund 1100 Hektar, wie die örtlichen Behörden erklären. Der Wind erschwere die Löscharbeiten. Die radioaktiven Strahlungswerte lägen "innerhalb der normalen Grenzen". Die Drohne war den Angaben zufolge gestern in der Nähe des stillgelegten Atomkraftwerks abgestürzt, in dem es 1986 zur schlimmsten zivilen Nuklearkatastrophe der Geschichte gekommen war. Nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz können bei einem Waldbrand rund um Tschernobyl die durch die Atomkatastrophe abgelagerten radioaktiven Stoffe in die Atmosphäre freigesetzt werden, mit dem Rauch aufsteigen und mit den Luftströmungen verbreitet werden. Die Menge und die Aktivität der radioaktiven Stoffe seien in einem solchen Fall aber keinesfalls mit der Atomkatastrophe vor 40 Jahren zu vergleichen; bis heute ist das nähere Gebiet um das Akw verstrahlt. Trotzdem können den Angaben zufolge bei großen Waldbränden radioaktive Stoffe in der Luft auch außerhalb der Sperrzone nachgewiesen werden.
+++ 10:11 Selenskyj bestätigt Angriff auf russische Ölraffinerie in Jaroslawl +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Angriff auf eine russische Ölraffinerie in Jaroslawl bestätigt. Die Anlage befindet sich einige hundert Kilometer von der Front entfernt. "Jaroslawl - mehr als 700 Kilometer von der Staatsgrenze der Ukraine entfernt. Eine Anlage des Ölsektors, die von großer Bedeutung für die Finanzierung des russischen Krieges war", sagte Selenskyj in einer Mitteilung bei Facebook. Er dankte den Streitkräften der Ukraine sowie dem Militärgeheimdienst für "diese Manifestation der Gerechtigkeit". Der Drohnenangriff auf die Raffinerie in Jaroslawl wurde zuvor bereits durch eine OSINT-Analyse des Telegram-Kanals Astra bestätigt.
+++ 09:32 ntv-Reporter Munz über Angriffs-Angst bei Militärparade: "Morgen ist Moskau in der elektronischen Steinzeit" +++
Am "Tag des Sieges" findet auf dem Roten Platz traditionell eine Militärparade statt. Da "die Angst vor ukrainischen Angriffen groß ist", werden in diesem Jahr die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt, berichtet ntv-Korrespondent Rainer Munz. Für einen Tag falle Moskau in eine "elektronische Steinzeit".
+++ 08:41 Luftalarm in Kiew nach Inkrafttreten der von Russland ausgerufenen Waffenruhe +++
Wenige Stunden nach Inkrafttreten der von Russland ausgerufenen einseitigen Waffenruhe ist in der ukrainischen Hauptstadt Luftalarm ausgelöst worden. Die Sirenen ertönten am Morgen für mehrere Minuten, wie AFP-Reporter berichten. Trotz der von Moskau angekündigten Feuerpause hatten die Ukraine und Russland zuvor Angriffe der Gegenseite gemeldet.
+++ 08:10 Militärexperte Reisner über Moskaus Feuerpause: Putins Drohung "wird von Medien oft übersehen" +++
Das Verteidigungsministerium in Moskau hatte eine Feuerpause vom 8. Mai um Mitternacht bis zum 10. Mai angekündigt. An diesen Tagen feiert Russland den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland mit einer Militärparade in Moskau. Der Militärexperte und Oberst beim Österreichischen Bundesheer Markus Reisner sagt, dass Putins Drohungen "von den Medien oft übersehen" wird. Putin habe neben einer Feuerpause auch die massive Drohung ausgesprochen, sagt Reisner, dass "er Kiew in Schutt und Asche legen will, wenn es zu einem Bruch dieses Waffenstillstands kommt". Die Ukraine habe aus Sicht des Militärexperten sehr überlegt reagiert mit dem Vorschlag, die Waffenruhe bereits ab dem 6. Mai zu vereinbaren - die Russland daraufhin mehrfach gebrochen hat.
+++ 07:38 Selenskyj: Russische Angriffe trotz Waffenruhe +++
Russische Streitkräfte haben nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ihre Angriffe in der vergangenen Nacht fortgesetzt. Dies zeige, dass Russland nicht einmal einen symbolischen Versuch unternommen habe, das Feuer an der Front einzustellen, erklärt Selenskyj. Das Verteidigungsministerium in Moskau hatte gestern eine Feuerpause vom 8. Mai um Mitternacht bis zum 10. Mai angekündigt. Ursprünglich war dies für den 8. und 9. Mai anberaumt. An diesen Tagen feiert Russland den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland mit einer Militärparade in Moskau. Selenskyj hatte in dieser Woche seinerseits eine unbefristete Waffenruhe ab dem 6. Mai vorgeschlagen. Diese habe Russland verletzt, erklärt er.
+++ 07:03 Kiew: Mehr als 1100 russische Soldaten innerhalb eines Tages "eliminiert" +++
Kiew macht täglich Angaben zu den personellen Verlusten auf russischer Seite. Laut Ukraine sind es 1130 russische Soldaten, die am vergangenen Tag verletzt oder getötet worden sind. Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums sind seit Beginn des Krieges im Februar 2022 insgesamt 1.339.190 russische Soldaten "eliminiert" worden. Wie das Verteidigungsministerium in seinen täglichen Angaben zu den Verlusten Russlands verkündet, sind es seit Kriegsbeginn knapp 12.000 Panzer und fast 280.000 Drohnen, die sich nicht mehr im Besitz des russischen Militärs befinden oder zerstört wurden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Moskau selbst hält sich mit Informationen zu eigenen Verlusten in der Ukraine zurück.
+++ 06:19 Wegen Spionage: Russisches Gericht verurteilt Ukrainer zu 22 Jahren Haft +++
Ein russisches Gericht in Rostow am Don hat den gefangengenommenen ukrainischen Staatsbürger Roman Kliukin zu 22 Jahren Haft verurteilt. Das Militärgericht des südlichen Militärbezirks Russlands sprach ihn wegen Spionage und der Beteiligung an den Aktivitäten einer terroristischen Organisation schuldig. Das meldet die staatliche ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform unter Berufung auf den Pressedienst des Gerichts. Nach Angaben russischer Ermittler unterzeichnete Kliukin im Oktober 2024 einen Vertrag mit dem krimtatarischen Noman-Çelebicihan-Bataillon, in dem er mutmaßli<arch als Sanitäter diente. Die Staatsanwaltschaft macht geltend, dass Kliukin im Januar des vergangenen Jahres "Spionageaufträge" ausführte, indem er Informationen über russisches Militärpersonal in der Region Donezk sammelte. Laut der Pressemitteilung soll Kliukin seine Schuld eingeräumt haben.
+++ 05:37 Ukraine soll weitere russische Ölraffinerie angegriffen haben +++
Die Ukraine soll in der Nacht militärische und industrielle Ziele in Russland angegriffen haben. Das berichtet "Kyiv Independent" unter Berufung auf russische Telegramkanäle. Fotos und Videos in den sozialen Medien sollen einen Brand in der Slavneft-Yanos Raffinierie zeigen, eine der größten Erdölraffinerien Russlands mit Sitz in Jaroslawl. Zudem soll es Angriffe im Industriegebiet von Rostow am Don gegeben haben, die unter anderem ein Radartechnologieunternehmen getroffen hätten. Welche Waffen zum Einsatz kamen, ist laut "Kyiv Independent" noch unklar.
+++ 02:53 Russland meldet Abschuss zahlreicher Drohnen +++
Die russische Luftabwehr hat angeblich mehr als 50 Drohnen im Anflug auf die russische Hauptstadt abgefangen. Die Abschüsse erstrecken sich nach Angaben von Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin über einen Zeitraum von etwa 15 Stunden bis in die Nacht, teilt Sobjanin auf Telegram mit. Rettungskräfte untersuchen demnach Trümmerteile am Boden. Das Verteidigungsministerium in Moskau meldet zudem den Abschuss von 95 ukrainischen Drohnen über zentralen und südlichen Regionen des Landes. Russland hatte erst kürzlich gedroht, auf jeden ukrainischen Angriff während der Feierlichkeiten mit einem massiven Raketenangriff auf Kiew zu reagieren.
+++ 01:11 Moskaus Waffenruhe ist in Kraft +++
Kurz vor dem traditionellen Tag des Sieges in Russland läuft die Zeit der einseitig von Moskau im Ukraine-Krieg ausgerufenen Waffenruhe. Das russische Verteidigungsministerium hatte die Feuerpause zuvor bekräftigt. Sie solle bis zum 10. Mai gelten, teilt das Ministerium mit. Ob die Kampfhandlungen tatsächlich eingestellt werden, ist unklar. Um Mitternacht Ortszeit herrscht in den meisten Teilen der Ukraine kein Luftalarm. In Russland meldet die staatliche Nachrichtenagentur Tass kurz nach Mitternacht vorübergehende Einschränkungen aus Sicherheitsgründen am Moskauer Flughafen Wnukowo.
+++ 23:57 Moskau lädt ausländische Journalisten von Militärparade aus +++
Kurz vor dem Tag des Sieges lädt Russland ausländische Journalisten von der traditionellen Militärparade auf dem Roten Platz aus. Nur noch einige russische Medien erhielten Zugang zum Roten Platz, teilt der Kreml mit. Zuvor hatte die Präsidialverwaltung noch die Akkreditierung westlicher Journalisten bestätigt und einen schriftlichen Ablaufplan geschickt. Nun wird auf die Sicherheitslage in der Hauptstadt verwiesen. Noch im vergangenen Jahr zum 80. Jahrestag war die Weltpresse zugelassen.
+++ 22:17 Wadephul wertet russische Drohungen als "Zeichen der Panik" +++
Außenminister Johann Wadephul spricht mit Blick auf die russischen Drohungen von einem "Zeichen der Panik, die in Moskau umgeht, weil die Konsequenzen der endlosen Kette schwerster Fehlentscheidungen Putins nicht mehr zu verstecken sind". Der Krieg gegen die Ukraine sei ein fortlaufendes Verbrechen gegenüber der Ukraine, mit jedem weiteren Tag aber auch ein Beweis der absoluten "Verachtung gegenüber den eigenen Soldaten, die als Kanonenfutter zu Tausenden in verlorene Schlachten geschickt werden", sagt der Außenminister der "Bild"-Zeitung. "Das Regime weiß genau, dass seine eigene Bevölkerung die geplante Siegesparade vor diesem Hintergrund nur als Hohn empfinden kann." Die indirekte Drohungen des Kreml gegen diplomatische Vertretungen in Kiew bezeichnet Wadephul als "inakzeptabel".
+++ 21:33 "Inakzeptabel": Moskau kritisiert Verbündeten Armenien nach Selenskyj-Besuch scharf +++
Moskau hat sich "empört" darüber geäußert, dass das mit Russland verbündete Armenien Anfang der Woche bei einem Gipfeltreffen den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj empfangen hat. Es sei "kategorisch inakzeptabel", dass Armenien Selenskyj "bei den jüngsten von der EU geförderten Veranstaltungen eine Plattform geboten hat", erklärt das russische Außenministerium. Moskau sei in dieser Angelegenheit "zu Recht empört", heißt es weiter. Russland bestellt als Reaktion den armenischen Gesandten ins Außenministerium ein. Moskau fürchtet, dass sich die ehemalige Sowjetrepublik stärker zu Europa hinwenden könnte.
+++ 20:46 Bericht: EU bereitet sich auf mögliche Gespräche mit Putin vor +++
Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union bereiten sich einem Zeitungsbericht zufolge auf mögliche Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vor. EU-Ratspräsident António Costa sehe "Potenzial" für Verhandlungen mit Putin, berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf einen hochrangigen Beamten. Die EU habe dafür die Rückendeckung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, heißt es in dem Bericht weiter.
+++ 20:06 Politikwissenschaftler Jäger: Kiew und Moskau "tragen Kampf der Nerven aus" +++
In Erwartung des russischen Festakts am 9. Mai feuern sich Moskau und Kiew heftige Drohungen entgegen. Politikwissenschaftler Thomas Jäger sieht darin einen "Kampf der Nerven", bei dem Russland aus einer Position der Schwäche handelt. Eine ukrainische Aktion in Moskau wäre "für Russland eine Katastrophe".
+++ 19:34 Putin hält am 9. Mai Rede - Fico aus Slowakei auf Gästeliste +++
Der russische Präsident Wladimir Putin hält bei der Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau am Samstag anlässlich des Sieges im Zweiten Weltkrieg eine Rede. Im Anschluss sind bilaterale Treffen geplant, unter anderem mit dem slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico, dem malaysischen König Sultan Ibrahim und dem laotischen Präsidenten Thongloun Sisoulith, teilt Kreml-Berater Juri Uschakow mit. Wegen der Gefahr eines ukrainischen Angriffs auf die Feierlichkeiten gelten verschärfte Sicherheitsvorkehrungen für Putin (siehe Eintrag 14:46 Uhr).
Alle früheren Entwicklungen können Sie hier nachverfolgen.