Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 18:29 Chefingenieur von AKW Saporischschja getötet - Kiew weist Verantwortung zurück +++
Das ukrainische Außenministerium weist russische Vorwürfe im Zusammenhang mit einem Angriff zurück, bei dem der Chefingenieur des von Russland besetzten Atomkraftwerks Saporischschja getötet wurde. "Es wird keine unabhängige Bestätigung der russischen Version oder ein Beweis für die Beteiligung der Ukraine vorgelegt", teilt das Ministerium auf Telegram mit. Informationen der russischen Besatzungsbehörden könnten nicht als zuverlässig angesehen werden. Russland versuche, mit den Anschuldigungen die internationale Gemeinschaft mit der Drohung eines nuklearen Zwischenfalls einzuschüchtern.
+++ 18:00 Ukraine meldet Zerstörung von russischem Bomber auf der Krim +++
Nach Angaben der ukrainischen Streitkräfte haben Drohnen einen russischen Su-24M-Bomber auf dem Flugplatz Saky auf der vorübergehend besetzten Halbinsel Krim zerstört, wie Mezha.net berichtet. Berichten zufolge wurde die Su-24M vollständig zerstört. Die Umstände des Vorfalls sowie das Ausmaß der Schäden am Flugplatz und den angrenzenden Einrichtungen sind noch unklar. In Videos in sozialen Medien ist zu sehen, wie sich eine Drohne einem solchen Flugzeug nähert. Bilder von der zerstörten Maschine gibt es derweil nicht.
+++ 17:31 Russland bittet Indien um weitere Benzinlieferungen +++
Laut von Reuters bittet Moskau angesichts einer akuten Kraftstoffknappheit indische Raffinerien um weitere Benzinexporte. Russland soll im Juni angesichts einer sich ausweitenden Kraftstoffkrise Benzinimporte aus Indien und Kasachstan angefordert haben. Reuters berichtet, dass die russischen Ölkonzerne Rosneft, Gazprom Neft und Lukoil ihre indischen Partner um eine Erhöhung der Importe gebeten hätten. Der indische Ölminister Hardeep Singh Puri erklärt laut Reuters, Neu-Delhi habe kein Benzin an Russland verkauft. Allerdings könne Moskau Benzin über Händler erhalten haben. Reuters berichtete zuvor, dass der Tanker "Agni" zwischen dem 18. und 20. Juni 42.000 Tonnen Benzin von Nayara Energy, einer indischen Raffinerie, an der die russische Rosneft teilweise beteiligt ist, geladen habe. Laut Satellitenbildern betankte die "Agni" zwischen dem 6. und 7. Juli vor der ägyptischen Küste den Tanker "Garnet". Die "Garnet" wird voraussichtlich bis zum 26. Juli in Russland eintreffen. Die ukrainischen Luftangriffe haben auch die russische Inlandsproduktion schwer beeinträchtigt. Reuters berichtet unter Berufung auf "eine der mit der Angelegenheit vertrauten Quellen", dass fast 40 Prozent der russischen Raffineriekapazitäten in den nächsten zwei Monaten wahrscheinlich nicht wiederhergestellt werden können, selbst wenn keine neuen ukrainischen Luftangriffe verzeichnet werden.
+++ 16:57 Geschasster Verteidigungsminister Fedorow: Wollte Armeechef Syrski auswechseln +++
Der ehemalige Verteidigungsminister Mykhailo Fedorow bestätigt, dass er auf die Ablösung von Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyi gedrängt habe - ein Schritt, den Präsident Wolodymyr Selenskyj seiner Aussage nach abgelehnt habe. Auf einer Pressekonferenz in Kiew erklärt Fedorow, er habe "drastische Personalentscheidungen" vorgeschlagen, darunter die Ablösung sowohl von Syrskyi als auch von Generalstabschef Andrii Hnatow, die beide von jüngeren Soldaten und Kommandeuren häufig wegen ihrer an die Sowjetzeit erinnernden Befehlskultur kritisiert werden. Fedorow, ein junger Verteidigungsminister, der während seiner halbjährigen Amtszeit versucht hatte, den Heer- und Luftverteidigungssektor drastisch zu reformieren, betont: "Wir haben keine andere Wahl, wenn wir den Feind asymmetrisch und mit minimalen Verlusten besiegen wollen." Seine Entlassung als Verteidigungsminister löste in der Ukraine einen gewaltigen politischen Schock aus. Am Morgen versammelten sich in Kiew etwa 1000 bis 2000 Menschen, um gegen seine Entlassung zu protestieren.
+++ 16:28 Geschäftsmann macht nach Bombenattentat in Monaco ukrainischem Geheimdienst Vorwürfe +++
Der ukrainische Geschäftsmann, der bei der Explosion in Monaco vor zwei Wochen schwer verletzt worden ist, bezichtigt den ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR der Tat. "Aufgrund der uns vorliegenden Ermittlungsergebnisse haben wir keinen Zweifel daran, dass aktive Offiziere der Hauptnachrichtendienstabteilung des ukrainischen Verteidigungsministeriums, allgemein bekannt als HUR, direkt an diesem Attentatsversuch beteiligt waren", heißt es in einem von Wadym Jermolajew über seine Anwälte verbreiteten Schreiben. Beteiligt gewesen seien "Personen aus dem Umfeld der derzeitigen und ehemaligen Führung des Dienstes", schreibt der Geschäftsmann, der von einem gezielten Mordversuch spricht. Die mit dem Fall befassten Staatsanwaltschaften in Monaco und im französischen Nizza ermitteln wegen versuchten Mordes und einer Sprengstoffstraftat. Sie äußern sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Anschuldigungen und dem aktuellen Stand ihrer Ermittlungen.
+++ 15:53 Moskau und Kiew tauschen 530 Gefallene aus +++
Russland und die Ukraine tauschten die sterblichen Überreste von mehr als 530 im Krieg getöteten Soldaten aus, berichtet die Nachrichtenagentur RBC unter Berufung auf einen russischen Abgeordneten. Die Ukraine habe 501 Leichen ihrer Soldaten erhalten und im Gegenzug die sterblichen Überreste von 31 Soldaten an Russland übergeben, erklärt Shamsail Saraliyev, Abgeordneter der Staatsduma für die regierende Partei "Einiges Russland" und Mitglied einer parlamentarischen Arbeitsgruppe zum Konflikt, gegenüber RBC. Der Austausch fand laut der Nachrichtenagentur Interfax nahe der Grenze zu Belarus statt. Die Ukraine bestätigt den Austausch bislang noch nicht. Seit Anfang 2025 hat die Ukraine damit fast 21.000 Gefallene zurückerhalten. Gleichzeitig wurden Russland nur etwas über 660 Soldatenleichen übergeben. Der massive Unterschied wird mit dem stetigen, wenn auch langsamen Vorrücken der russischen Armee erklärt, bei dem die ukrainischen Truppen ihre Toten nur zum Teil bergen können.
+++ 15:24 Geschäftsklima im Minus, Inflationsangst steigt - Kreml spielt Wirtschaftskrise herunter +++
Die russische Regierung räumt im fünften Jahr des Krieges gegen die Ukraine wirtschaftliche Probleme ein, spielt diese jedoch herunter. "Diese Schwierigkeiten sind nicht kritisch", sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Regierung und Präsident Wladimir Putin wüssten, was zur Steuerung und Verbesserung der Lage zu tun sei. "Die makroökonomische Stabilität ist vollständig gewährleistet", fügt er hinzu. Peskow reagiert damit auf Umfrage der Zentralbank, die eine deutliche Verschlechterung der Stimmung in den Unternehmen zeigt. Der Geschäftsklimaindex der Zentralbank fiel im Juli um 4,5 Punkte auf minus 3,6 Zähler. Dies ist der niedrigste Stand seit Mitte 2022. Gleichzeitig stiegen die Preiserwartungen der Unternehmen deutlich. Der Investmentbanker und Wirtschaftsprofessor Jewgeni Kogan weist darauf hin, dass ein Abrutschen in den negativen Bereich in der Vergangenheit mit Wirtschaftskrisen verbunden gewesen sei. Die steigenden Inflationserwartungen deuteten zudem auf einen starken Kostenanstieg hin. Dieser sei eine Folge der Treibstoffknappheit, die durch die zunehmenden ukrainischen Gegenangriffe auf russische Ölraffinerien verursacht werde.
+++ 14:53 Scheidender Starmer bringt Millionen-Geschenk mit nach Kiew +++
Der britische Premierminister Keir Starmer kündigt während seines Besuchs in Kiew eine millionenschwere Unterstützung für Verteidigung des ukrainischen Luftraums an. "Und ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass wir heute noch einen Schritt weiter gehen, denn ich kann ankündigen, dass das Vereinigte Königreich gemeinsam mit Schweden Unterstützung in Höhe von 300 Millionen Euro für die Lieferung von 16 neuen, modernen Flugzeugen bereitstellen wird, die zur Verteidigung des ukrainischen Luftraums beitragen werden", sagt Starmer während einer Pressekonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Der britische Premierminister fügt hinzu, dass sein Nachfolger trotz seines Rücktritts die Politik der Unterstützung der Ukraine fortsetzen werde. "Es geht darum, klar zu verstehen, wer hier der Aggressor ist. Und die Tatsache, dass das Vereinigte Königreich in den kommenden Tagen einen neuen Premierminister bekommen wird, ändert an dieser Dynamik überhaupt nichts. Wie ich bereits gesagt habe, wird die Position des Vereinigten Königreichs unverändert bleiben, wir werden nicht nachgeben", betont er.
+++ 14:28 Selenskyj sucht noch nach neuem Verteidigungsminister +++
Selenskyj prüft nach eigenen Angaben noch die Nachfolge für den entlassenen Verteidigungsminister Fedorow. Der bisherige Innenminister Klymenko sei einer von mehreren Kandidaten, die zur Diskussion stünden, sagt Selenskyj. Er werde die Angelegenheit erneut prüfen. Dem Parlament lägen noch keine offiziellen Vorschläge vor. Die Entlassung Fedorows hat in Kiew und anderen Städten des Landes seltene Proteste in Kriegszeiten ausgelöst.
+++ 13:53 Russland: Keine Friedensgespräche absehbar +++
Die russische Führung sieht derzeit nach eigenen Angaben keine unmittelbaren Aussichten auf eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche. Man bleibe offen für Verhandlungen und sei dankbar für die Vermittlungsbereitschaft der Türkei, sagt Kreml-Sprecher Peskow. Derzeit gebe es aber keine Anzeichen für neue Gespräche. Auch die Regierungsumbildung in Kiew ändert daran aus russischer Sicht nichts.
+++ 13:25 Expertin ordnet Absetzung von Fedorow ein +++
Selensky ersetzt einmal mehr seinen Verteidigungsminister - das entfacht Unverständnis und Wut in der Bevölkerung. Sicherheitsexpertin Velina Tchakarova analysiert, welche möglichen Gründe hinter dem Schritt stecken könnten:
+++ 12:54 Geschasster Verteidigungsminister will Selenskyj nicht beraten +++
Der zurückgetretene ukrainische Verteidigungsminister Fedorow lehnt ein Angebot von Präsident Selenskyj ab, dessen Berater zu werden. Fedorow erklärte vor Journalisten, er liege im Streit mit Armeechef Syrskyj. Er wirft diesem vor, Initiativen des Verteidigungsministeriums zu blockieren. Die Absetzung Fedorows löste in der Ukraine seltene Proteste in Kriegszeiten aus.
+++ 12:32 Großbritannien unterschreibt Verträge für eigene neue Rakete +++
Großbritannien hat mit mehreren Unternehmen Verträge zur Entwicklung der ersten ballistischen Rakete des Landes seit mehr als 50 Jahren unterzeichnet. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Mit der Rakete soll sowohl die Ukraine unterstützt als auch Europas Abhängigkeit von US-amerikanischen Waffen reduziert werden.
+++ 11:58 Ukraine meldet zahlreiche Treffer auf russische Öl-Infrastruktur +++
Die ukrainische Armee hat in der Nacht nach eigenen Angaben sechs russische Tanker, zwei Schlepper, ein Öldepot, Brücken sowie militärische Ziele getroffen. Mit den Tankern wurde Öl und Benzin transportiert, wie die staatliche Nachrichtenagentur Ukrinform berichtet. Das Ausmaß der Schäden werde ermittelt.
+++ 11:35 Bisheriger Konzernchef ist neuer ukrainischer Ministerpräsident +++
Das ukrainische Parlament hat Serhij Korezkyj als neuen Regierungschef bestätigt. Eine deutliche Mehrheit von 289 Abgeordneten stimmte für den bisherigen Chef des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz. Selenskyj hatte am Sonntag mit der Abberufung von Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko überraschend den erneuten Umbau seiner Regierung eingeleitet. Swyrydenko soll Botschafterin in den USA werden.
+++ 11:16 Ukraine soll Flugplatz von Bomberflotte getroffen haben +++
Medienberichten zufolge haben ukrainische Drohnen bei dem Angriff auf die südrussische Großstadt Engels auch ein Feuer auf dem Militärflugplatz der dort stationierten Bomberflotte ausgelöst. Das Ausmaß der Schäden ist unbekannt. Offizielle Stellen bestätigen die Berichte nicht, örtliche Behörden meldeten nur einen Einschlag in ein Wohnhaus. Der Luftwaffenstützpunkt in Engels ist einer der größten in Russland. Von dort steigen immer wieder strategische Bomber auf, um Städte wie etwa Kiew in der vergangenen Nacht mit Raketen zu beschießen. Die Ukraine hat Engels daher bereits mehrfach mit Drohnen attackiert.
+++ 10:43 Wadephul fordert komplettes Umdenken bei Bunkern +++
Bundesaußenminister Wadephul verlangt angesichts der Bedrohung durch Russland neue Ansätze bei der Zivilschutzplanung in Deutschland. "Ich glaube, wir müssen einfach komplett umdenken", sagt der CDU-Politiker beim Besuch einer großen Zivilschutzanlage in der finnischen Hauptstadt Helsinki auf die Frage, was er als Lerneffekt mit nach Deutschland nehme. Finnland gilt als vorbildlich bei der Ausstattung mit Zivilschutzanlagen. Die Hauptstadt mit etwa 700.000 Einwohnern ist mit Schutzräumen für rund 900.000 Menschen ausgestattet, die meisten unter Privatgebäuden.
+++ 10:15 EU-Kommissar zeigt sich irritiert von Fedorow-Rauswurf +++
EU-Verteidigungskommissar Kubilius zeigt sich überrascht vom Rauswurf des ukrainischen Verteidigungsministers Fedorow. "Für uns war es eine ziemliche Überraschung", sagte er dem Portal European Pravda. Seiner persönlichen Meinung nach wurde unter Fedorow viel erreicht, etwa regelmäßige Langstrecken-Angriffe auf Städte wie Moskau. In der EU würden unweigerlich Fragen laut, warum Fedorow abgelöst wird.
+++ 09:56 Mehrere russische Regionen melden Todesopfer +++
Bei ukrainischen Luftangriffen sind nach Angaben der lokalen russischen Behörden mehrere Menschen getötet worden. In mindestens drei Regionen melden die Behörden nach ukrainischen Drohnen- und Raketenangriffen in der Nacht Opfer. In der Region Jaroslawl rund 250 Kilometer östlich von Moskau wurden dem Gouverneur Michail Jewrajew zufolge ein Mann getötet und vier weitere Menschen verletzt. In der Region Saratow an der Grenze zu Kasachstan gibt es russischen Medienberichten zufolge nach einem Drohnenangriff auf die Stadt Engels ebenfalls Opfer. In der westrussischen Region Brjansk an der Grenze zur Ukraine kamen dem Gouverneur zufolge ein 15-jähriges Mädchen und ihre Großmutter bei einem Raketeneinschlag im Dorf Susemka ums Leben.
+++ 09:30 Ukraine meldet Treffer auf russische Öltanker +++
Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU hat nach eigenen Angaben gemeinsam mit der Marine zwei Tanker der russischen "Schattenflotte" im Schwarzen Meer mit Seedrohnen getroffen. Bei den Schiffen handele es sich um die Tanker "Louise 1" und "Banda", die zum Transport von russischem Rohöl genutzt worden seien, teilt der SBU mit. Beide Schiffe stünden unter ukrainischen Sanktionen.
+++ 09:01 Ukrainer protestieren gegen Rauswurf ihres Verteidigungsministers +++
Auch auf der Straße formiert sich Widerstand gegen den Rausschmiss von Verteidigungsminister Fedorow. "Tausende Ukrainerinnen und Ukrainer protestieren in der Nähe des Präsidialamts gegen die Entlassung", berichtet etwa der deutsche Korrespondent Vassili Golod.
+++ 08:22 Video zeigt ukrainische Sowjet-Flugabwehr in Aktion +++
Aufnahmen des ukrainischen Verteidigungsministeriums zeigen ein sowjetisches Waffensystem in Aktion. Die Besonderheit: Radar und Lenkflugkörper sind in einem Fahrzeug vereint. So kann die Besatzung tieffliegende Ziele auf kurze Distanz bekämpfen:
+++ 08:02 Mehrere Todesopfer bei Raketenangriff auf Kiew +++
Bei dem nächtlichen Angriff auf Kiew mit ballistischen Raketen hat das russische Militär nach ukrainischen Angaben mindestens zwei Menschen getötet. Nach Auskunft von Bürgermeister Vitali Klitschko gibt es zudem sechs Verletzte. "Darunter ist auch eine 16-jähriger Junge", schreibt er. Die Drohnen schlugen demnach in zwei Stadtteilen ein.
+++ 07:34 Keir Starmer trifft Selenskyj in Kiew +++
Der scheidende britische Premierminister Starmer reist heute zu Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj nach Kiew. Dies sei einer der letzten Auslandsbesuche in Starmers Amtszeit, teilt sein Büro mit. Starmer wolle mit Selenskyj über die Fortschritte bei der militärischen Ausrüstung der Ukraine sprechen. Zudem werde erörtert, worauf sich die Verbündeten künftig konzentrieren sollten.
+++ 07:11 Russland nimmt verstärkt Schiffe und Häfen ins Visier +++
Russische Streitkräfte haben ihre Angriffskampagne gegen die ukrainische Hafeninfrastruktur entlang der Schwarzmeerküste wieder aufgenommen, wie die US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) in ihrer aktuellen Analyse ausführt. Die Experten beobachten seit mindestens dem 10. Juli intensivierte Attacken im Raum Odessa sowie gegen Schiffe, die ukrainische Häfen ansteuern. Allein am Dienstag meldete die regionale Militärverwaltung Angriffe auf drei Schiffe. Daneben soll am selben Tag ein Getreide-Terminal beschädigt worden sein.
+++ 06:36 Scharfe Kritik an Rauswurf des ukrainischen Verteidigungsministers +++
Dass Selenskyj bei der Regierungsumbildung auch Verteidigungsminister Fedorow austauscht, wird von Beobachtern verurteilt. "So verliert man Kriege", schreibt etwa der österreichische Militärexperte Gressel bei X. Fedorow hat gestern Abend seinen Rücktritt erklärt. Grund für den Wechsel soll Berichten zufolge ein Konflikt Fedorows mit Armeechef Syrskyj sein. Zudem habe der 35-jährige Minister die Probleme mit der Zwangsmobilisierung von Wehrpflichtigen nicht lösen können.
+++ 06:01 Energiekonzern-Chef soll ukrainischer Ministerpräsident werden +++
Präsident Wolodymyr Selenskyj will nach der Entlassung des gesamten Ministerkabinetts den bisherigen Leiter des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz zum Regierungschef machen. Die Ernennung Serhij Korezkyjs zum Ministerpräsidenten wurde beim Parlament beantragt, wie dessen Präsident Ruslan Stefantschuk bestätigt. Wann die Abstimmung darüber erfolgen soll, ließ Stefantschuk offen. Das Votum wird aber schon im Lauf des Tages erwartet.
+++ 04:36 Russland feuert in der Nacht ballistische Raketen auf Kiew +++
Das russische Militär hat die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht ein weiteres Mal mit ballistischen Raketen angegriffen. Nach Auskunft von Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram gibt es Einschläge in zwei Stadtteilen: In einem Lager im Westen der Stadt und einem unbewohnten Haus in einem östlichen Stadtbezirk seien Brände ausgebrochen. Angaben der ukrainischen Luftwaffe zufolge feuerte das russische Militär in zwei Wellen mindestens acht Raketen auf die Dreimillionenstadt und ihre Umgebung ab.
+++ 02:34 Litauen warnt vor russischen Angriffen auf Infrastruktur +++
Litauens Präsident Gitanas Nauseda warnt vor möglichen russischen Angriffen auf kritische Infrastruktur. Nach Angaben der Nachrichtenagentur BNS verfügt das Land über Geheimdienstinformationen zu entsprechenden russischen Planungen. Die Sicherheit an Energie- und Verkehrsanlagen werde vorsorglich erhöht, sagt Nauseda. Konkrete Angaben zu möglichen Zielen oder einem Zeitpunkt gibt es demnach nicht. Nauseda erklärt, es könne um verschiedene Mittel gehen, die den Betrieb wichtiger Anlagen beeinträchtigen oder diese physisch beschädigen könnten. Russland dementiert Vorwürfe, möglicherweise Angriffe oder Sabotageakte gegen Länder außerhalb der Ukraine zu planen.
+++ 00:50 EU-Staaten können sich nicht auf neue Russland-Sanktionen einigen +++
Die Botschafter der EU-Staaten können sich vorerst nicht auf ein 21. Sanktionspaket gegen Russland einigen. Die Obergrenze für den Preis von russischem Rohöl bleibt jedoch bis zum 23. Juli unverändert bei 44,10 Dollar pro Barrel, wie ein EU-Diplomat sagt. Die Verhandlungen über das Paket, das im Juni vorgeschlagen wurde, dauern an. Es richtet sich unter anderem gegen russische Banken, Krypto-Netzwerke, die Drohnenproduktion sowie Ölhändler und Raffinerien. Dem litauischen Außenminister Kestutis Budrys zufolge sind die EU-Staaten uneins über ein vorgeschlagenes Verbot für maritime Dienstleistungen und strengere Beschränkungen für russisches Flüssigerdgas (LNG). Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hatte in dieser Woche vor einer fehlenden Einigung gewarnt.
+++ 23:37 Wadephul sieht Finnland beim Zivilschutz als Vorbild +++
Deutschland und Finnland wollen ihre Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich vor dem Hintergrund der andauernden Bedrohungen durch Russland verstärken. Es gehe etwa um den Schutz vor hybriden Bedrohungen und die Cybersicherheit, aber auch den Ausbau der europäischen Handlungsfähigkeit und die wirtschaftliche Zukunft, sagt Außenminister Johann Wadephul bei einem Treffen mit seiner Kollegin Elina Valtonen in der finnischen Hauptstadt Helsinki.
+++ 22:09 Russland will Ölraffinerien mit "Spinnennetz" vor Drohnenangriffen schützen +++
Der russische Staatskonzern Rostec hat ein neues System zum Schutz von Industrieanlagen vor Drohnenangriffen vorgestellt. Das "Pautina" genannte System – russisch für Spinnennetz – besteht aus Trägersäulen, einem Kraftnetz und Stützen und soll Objekte ab 25 Metern Höhe schützen. Nach Angaben der Hersteller kann es eine 200 Kilogramm schwere Drohne stoppen, die mit 250 Stundenkilometern fliegt. Schützen soll das System vor allem Öldepots, Kraftstoffterminals, Umspannwerke und Lagerhäuser – Ziele, die die Ukraine in den vergangenen Monaten wiederholt mit Drohnen angegriffen hat. Das System befindet sich nach russischen Angaben derzeit in der Erprobung an mehreren Energieanlagen.
+++ 21:26 Insider: Russische Energiekonzerne bitten Indien um Benzin +++
Führende russische Energiekonzerne bitten Insidern zufolge indische Raffinerien um Benzinlieferungen, nachdem ukrainische Angriffe einen erheblichen Teil der russischen Raffineriekapazitäten lahmgelegt haben. Mindestens eine Ladung indischen Benzins sei bereits nach Russland unterwegs und weitere würden erwartet, sagt eine von insgesamt zwei mit dem Vorgang vertrauten Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Zu den russischen Unternehmen, die Kontakt aufgenommen haben, gehören demnach Rosneft, Gazprom Neft und Lukoil. Drei indische staatliche Ölverarbeiter erklären, sie hätten keine Überschüsse für den Export. Die genannten Konzerne sowie das russische Energieministerium äußern sich zunächst nicht dazu.
+++ 20:37 Russland: Chefingenieur von AKW Saporischschja durch Drohne getötet +++
Der Chefingenieur des von Russland kontrollierten Atomkraftwerks Saporischschja, Alexej Jakowlew, ist nach russischen Angaben bei einem ukrainischen Angriff getötet worden. Eine Drohne habe einen Dienstwagen zwischen dem Kraftwerk und der Stadt Enerhodar getroffen, teilt der Chef des staatlichen russischen Atomkonzerns Rosatom, Alexej Lichatschow, mit. Dabei seien Jakowlew und sein Fahrer ums Leben gekommen. Eine Stellungnahme der Ukraine liegt zunächst nicht vor.
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