Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 04:23 IAEA: AKW Saporischschja nur noch an eine Stromleitung angeschlossen +++

20.02.2026, 00:01 Uhr

Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)wird das von Russland besetzte Atomkraftwerk Saporischschja im Südosten der Ukraine nur noch über eine letzte verbliebene externe Stromleitung versorgt. Eine Reserveleitung sei vor mehr als einer Woche ausgefallen. Der Ausfall der Leitung Ferrosplavna-1 am 10. Februar sei "Berichten zufolge infolge militärischer Aktivitäten" geschehen, teilt IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi mit. Das von russischen Truppen in den ersten Wochen der Invasion eingenommene Kraftwerk ist das größte Europas. Es erzeugt selbst keinen Strom, benötigt diesen jedoch zur Kühlung des Kernmaterials, um eine Kernschmelze zu verhindern.

+++ 02:23 Drohnenangriff: Explosionen auf der Krim +++

Die Ukraine greift in der Nacht Ziele in Sewastopol auf der Krim an. Der von Russland eingesetzte Gouverneur der Region, Michail Raswosschajew, schreibt auf Telegram, es habe Angriffe auf den Hafen gegeben, ein Mensch sei getötet worden. Flugabwehreinheiten hätten 16 ukrainische Drohnen abgefangen. Mehrere Hochhäuser und Privathäuser seien beschädigt worden. Es gibt Berichte über Explosionen nahe dem Militärflugplatz Katscha. In Sewastopol befindet sich auch das Hauptquartier der russischen Schwarzmeerflotte.

+++ 01:04 Verteidigungsminister beraten in Krakau im E5-Format +++

Im polnischen Krakau kommen an diesem Freitag die Verteidigungsminister der sogenannten E5-Staaten zusammen, um über hybride Bedrohungen und den Krieg in der Ukraine zu beraten. Zudem soll es um die europäische Verteidigungsfähigkeit und die transatlantischen Beziehungen gehen. Die E5-Gruppe (Group of Five) besteht aus Deutschland, Frankreich, Polen, Italien und Großbritannien. Auch die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sowie die stellvertretende Nato-Generalsekretärin Radmila Shekerinska nehmen an dem Treffen teil. Die E5 waren 2024 auf Initiative von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius ins Leben gerufen worden, um die Zusammenarbeit in der Verteidigung zu stärken.

+++ 23:32 Orban macht im Energiestreit Druck auf Kiew +++

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban deutet an, dass sein Land die Stromversorgung der benachbarten Ukraine behindern könnte, falls Kiew weiter Ungarns Belieferung mit russischem Erdöl beeinträchtigt. "Ich will ja nicht drohen und nichts vorwegnehmen. Aber die Ukraine bekommt einen bedeutenden Teil ihrer Stromversorgung über Ungarn", sagt Orban in Washington bei einer Pressekonferenz. Seit Ende Januar kommt kein Erdöl mehr durch die Druschba-Pipeline über die Ukraine aus Russland nach Ungarn. Davon war die Ölversorgung der Slowakei ebenso wie Ungarns bisher weitgehend abhängig. Budapest und Bratislava haben deswegen bereits am Mittwoch ihre Treibstoff-Lieferungen an die Ukraine gestoppt.

+++ 22:01 Polen bemängelt zu niedrige Verteidigungsausgaben in mehreren Staaten +++

Der polnische Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz ruft die Regierungen in Madrid, Rom und Paris auf, stärker in die gemeinsame Verteidigung zu investieren. Er wolle, dass Spanien den Aufruf zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben beherzige und dass Italien und Frankreich dies noch stärker täten. Der Minister verweist darauf, dass Polen, Deutschland und die skandinavischen Länder ihre Verteidigungsausgaben bereits erhöht hätten. "Je mehr Europa investiert, desto ernster und respektvoller" würden die USA Europa in diesem Bereich behandeln, fügt er hinzu. Die Nato-Mitglieder haben sich darauf geeinigt, ihre Verteidigungsausgaben bis 2035 auf fünf Prozent zu erhöhen. Polen stellt derzeit 4,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Verteidigung bereit. Frankreich, Italien und Spanien haben im vergangenen Jahr alle etwa zwei Prozent ihres BIPs für Verteidigung ausgegeben.

+++ 21:13 Costa will mit Ukraine "so schnell wie möglich" über EU-Betritt verhandeln +++

EU-Ratspräsident António Costa spricht sich für einen möglichst baldigen Beginn des formellen Beitrittsprozesses der Ukraine aus. "Wir möchten so bald wie möglich die Verhandlungen offiziell eröffnen", sagt Costa. Er könne nicht sagen, ob dies in diesem oder dem kommenden Jahr geschehe, "aber wichtig ist, dass wir den Schwung nicht verlieren dürfen". Costa nennt es "beeindruckend", dass Kiew trotz des Kriegs gegen Russland die für einen EU-Beitritt notwendigen Reformen vorantreibe. Es gebe Regeln für den Beitrittsprozess, "die Kandidaten-Mitgliedstaaten müssen diese Kriterien erfüllen", sagt er. Die Ukraine ist seit Juni 2022 EU-Beitrittskandidat.

+++ 20:38 Geheimdienst: Mehr als 1000 Kenianer für Krieg in Ukraine rekrutiert +++

Einem kenianischen Geheimdienstbericht zufolge hat Russland mehr als 1000 Kenianer für den Krieg in der Ukraine rekrutiert. Dies sind fünfmal mehr, als die Behörden bisher angenommen hatten. Die russische Botschaft in Nairobi wies eine Verwicklung Moskaus in eine illegale Rekrutierung jedoch zurück. Ausländische Staatsbürger könnten sich aber freiwillig den russischen Streitkräften anschließen, hieß es. Der Mehrheitsführer im kenianischen Parlament, Kimani Ichung'wah, hatte den Bericht des Geheimdienstes gestern den Abgeordneten vorgestellt. Demnach hat ein Netzwerk aus korrupten Beamten und Menschenhändlerringen die Kenianer für den Kampf in der Ukraine angeworben. Den Rekruten, bei denen es sich oft um ehemalige Soldaten, Polizisten oder Arbeitslose handele, seien Monatsgehälter von etwa 2715 Dollar und Prämien von bis zu 9309 Dollar versprochen worden.

+++ 20:11 Fast ein Jahrzehnt für Russland spioniert: Israeli in Estland verurteilt +++

In Estland ist ein israelischer Staatsbürger wegen Spionage für das benachbarte Russland zu einer Haftstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilt worden. Der 50-Jährige wurde der Beschaffung und Weitergabe von Informationen an den russischen Inlandsgeheimdienst FSB für schuldig befunden, wie das zuständige Gericht mitteilt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll er seit 2016 mit dem FSB zusammengearbeitet haben und Informationen über die Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden sowie über Verteidigungseinrichtungen geliefert haben. Zudem sei er an Sabotageakten beteiligt gewesen und habe Angaben zu Personen weitergeleitet, die potenziell für verdeckte Kooperationen im Interesse Russlands rekrutiert werden könnten.

+++ 19:42 London: Russische Angriffe nehmen wieder stark zu +++

Britische Geheimdienste haben die russischen Luftangriffe auf die Ukraine seit Jahresbeginn analysiert. Russland habe im Januar etwa 4400 Drohnenangriffe durchgeführt, nachdem es im Dezember etwa 5100 gewesen seien, heißt es im "Geheimdienst-Update" des Verteidigungsministeriums in London. Den moderaten Rückgang führen die Briten lediglich auf schlechtere Wetterbedingungen im Januar zurück. Zwischen Ende Januar und Anfang Februar hätten sich beide Seiten weitgehend an eine Unterbrechung der Angriffe auf Energieanlagen gehalten. Im Anschluss daran habe die Zahl der täglichen russischen Angriffe im Durchschnitt jedoch wieder stark zugenommen: In den ersten beiden Februar-Wochen seien es etwa 190 Drohnen pro Tag gewesen gegenüber etwa 140 an einem Januartag. Den Angaben zufolge bleibt die Energieinfrastruktur der Ukraine seit Oktober 2025 das Hauptziel russischer Angriffe.

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