Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 03:03 Laschet schließt Entsendung deutscher Soldaten in Ukraine nicht aus +++

10.01.2026, 00:01 Uhr

Der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet hält die Entsendung deutscher Soldaten in die Ukraine für möglich. Bedingung sei ein Waffenstillstandsabkommen mit Russland. In dem müssten "glaubwürdige Sicherheitsgarantien auch der Amerikaner für die Ukraine vereinbart werden", sagt der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag den Funke-Zeitungen. "Der Bundeskanzler hat zugesagt, deutsche Soldaten am Rande der Ukraine zu stationieren. Ob die Bundeswehr am Ende drin ist, wird sich aus der Situation ergeben." Laschet geht davon aus, dass Russland einer Friedenslösung zustimmen würde. "Ich habe den Eindruck, dass die Amerikaner jeden ihrer Schritte mit Moskau rückkoppeln und einer Gesamtlösung näher sind als öffentlich bekannt. Anders wäre ihr Verhandlungsaufwand kaum zu erklären", sagte er. "Auch der ukrainische Präsident Selenskyj würde sich nicht so kompromissbereit zeigen, wenn es keine indirekten Signale von der anderen Seite gäbe."

+++ 01:33 Großbritannien plant 200 Mio Pfund für mögliche Truppenentsendung in Ukraine ein +++

Großbritannien stellt 200 Millionen Pfund (etwa 230 Millionen Euro) für die Vorbereitung einer möglichen Truppenentsendung in die Ukraine bereit. Mit dem Geld sollen unter anderem Fahrzeuge und Kommunikationssysteme modernisiert sowie der Schutz vor Drohnen verbessert werden, sagt Verteidigungsminister John Healey bei einem Besuch in Kiew. Die britischen Soldaten sollen Teil einer multinationalen Truppe sein, die im Falle eines Waffenstillstands zum Einsatz kommen soll. Die Ankündigung erfolgt kurz nach einem russischen Angriff mit einer Hyperschallrakete auf die Ukraine.

+++ 23:30 Selenskyj: Moskau will unsere Städte ausschalten +++

Nach Einschätzung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj versucht Russland, mit schweren Luftangriffen mitten im Winter die großen Städte der Ukraine unbewohnbar zu machen. "Die Russen nutzen das Wetter - die Kältewelle - und versuchen, so viele unserer Energieanlagen wie möglich zu treffen", sagt er in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew. Zuletzt habe es die Hauptstadt Kiew getroffen, davor Dnipro, Saporischschja und Krywyj Rih, wiederum davor Odessa. "Die Haupttaktik Russlands besteht darin, zu versuchen, Städte vollständig auszuschalten", sagt Selenskyj. Er verlangte von allen Stadtverwaltungen, vorbereitet zu sein und die Bürger zu schützen. In den angegriffenen Städten ist die Versorgung mit Strom, Wasser, Heizung zum großen Teil ausgefallen.

+++ 22:15 Russland globaler Spitzenreiter bei Internetzensur +++

Russland wird im Jahr 2025 weltweit den ersten Platz bei Internetzensur und Netzabschaltungen belegen. Das berichtet der "Kyiv Independent" mit Verweis auf die unabhängigen Vergleichsplattform Top10VPN, die globale Internetstörungen verfolgt. Demnach begann Russland im Mai 2025 unter dem Vorwand des Schutzes vor ukrainischen Angriffen mit massenhaften Internetabschaltungen. Experten, die in dem Bericht zitiert werden, sagen jedoch, dass das eigentliche Ziel darin besteht, den Zugang zu unabhängigen Informationen systematisch einzuschränken. Laut dem Bericht verzeichnete das Land im Laufe des Jahres insgesamt 37.166 Stunden Internetausfälle und ist damit der größte Verursacher globaler Verbindungsabbrüche.

+++ 21:31 Berlin will von Indien Reduzierung der Energiekäufe in Russland +++

Kurz vor der Indien-Reise von Kanzler Friedrich Merz hat die Bundesregierung das südasiatische Land aufgefordert, die Käufe von Gas und Öl aus Russland zurückzuschrauben. "Die Bundesregierung wirkt ebenso wie die EU darauf hin, dass die indische Regierung die Umgehung von gegen Russland gerichteten Sanktionen durch indische Unternehmen unterbindet, sowie die Energieimporte aus Russland nach Indien auch reduziert werden", sagt der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer. Dazu führe die Bundesregierung auf verschiedenen Ebenen Gespräche. Dies gelte auch für die bevorstehende Reise. Auch die USA fordern von Indien, den Kauf von Öl aus Russland zu beschränken.

+++ 20:41 IAEA verhandelt über Feuerpause an beschädigtem AKW Saporischschja +++

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA verhandelt mit Russland und der Ukraine über eine begrenzte Feuerpause am AKW Saporischschja zur Reparatur einer Stromleitung. Bei Kämpfen am 2. Januar sei die letzte 330-Kilovolt-Notfallleitung beschädigt worden, teilte IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi in Wien mit. Das von russischen Truppen besetzte Kernkraftwerk im Süden der Ukraine werde derzeit nur über die 750-Kilovolt-Hauptleitung versorgt.

+++ 19:48 Russischer Angriff: Lettland will Sitzung des UN-Sicherheitsrats +++

Lettland will als Reaktion auf den jüngsten schweren russischen Angriff auf die Ukraine eine außerordentliche Sitzung des UN-Sicherheitsrats beantragen. Dies kündigt Außenministerin Baiba Braze auf der Plattform X an. Russland hatte zuvor die Ukraine erneut mit massiven Schlägen aus der Luft überzogen. Dabei setzte Russland nach eigenen Angaben zum zweiten Mal seit Kriegsbeginn auch seine neue Mittelstreckenrakete Oreschnik ein. Lettland hat am 1. Januar erstmals einen befristeten Sitz als nichtständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat übernommen und wird für zwei Jahre im mächtigsten UN-Gremium sitzen.

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