Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 00:35 Forscher: Schwarzes Meer hat Kipppunkt "vielleicht schon überschritten" +++
"Laut einer slowakischen Forschungsgruppe droht das Schwarze Meer infolge des Ukraine-Kriegs zu kippen. Das berichtet der britische "Guardian". Die Forscher warnen demnach, das Ökosystem sei durch Bomben, Ölverschmutzung, versenkte Schiffe, Minen und militärischen Sonar schwer geschädigt worden. Das Ausmaß der Schäden lasse sich bisher kaum genau erfassen, weil weite Teile des Meeres wegen des Krieges nicht sicher untersucht werden könnten. "Wir können nur sagen, dass sich das Schwarze Meer aufgrund dieses Krieges an einem Kipppunkt befindet - vielleicht hat es diesen sogar schon überschritten", wird ein Forscher zitiert.
+++ 23:55 Bericht: Russland steckt Millionen in Ausbau besetzter Gebiete +++
In den besetzten Gebieten im Süden und Osten der Ukraine wird gebaggert und gebaut. Das zeigt eine umfangreiche Recherche der Nachrichtenagentur Reuters. Sie wertete Tausende Satellitenbilder aus, durchforstete offizielle russische Dokumente und Handelsdaten. Das Ergebnis: Hunderte Millionen Dollar stecke Russland in den "aggressiven Ausbau von Infrastruktur für Handel und Transport" in Donezk, so Reuters. Russland wolle so die "Wiedervereinigung" mit den besetzten Gebieten vorantreiben, organisiere aber auch den militärischen Nachschub für die Front.
+++ 23:30 Großbritannien will weitere 115 Millionen in ukrainische Luftabwehr stecken +++
Die britische Regierung hat angekündigt, der Ukraine umgehend weitere 100 Millionen Pfund für die Luftabwehr zur Verfügung zu stellen. Das entspricht rund 115 Millionen Euro. Man wolle damit "dazu beitragen, das Land vor den unerbittlichen Angriffen Russlands zu schützen", hieß es in einer Mitteilung der Regierung. Damit steige die Summe, die Großbritannien in den vergangenen zwei Monaten für die ukrainische Luftabwehr bereitgestellt habe, auf fast 700 Millionen Euro.
+++ 22:40 Russlands Energieministerium: Spritreserven sind ausreichend +++
Die russischen Kraftstoffvorräte sind laut Energieministerium ausreichend. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur Tass. "Die Unternehmen der Branche haben bestätigt, dass ausreichende Benzin- und Dieselvorräte vorhanden sind und die Raffinerien mit hoher Kapazitätsauslastung arbeiten, um den Inlandsbedarf zu decken", hieß es. Kurz zuvor hatte Energieminister Alexander Nowak ein Exportverbot für Benzin angekündigt. Seit mehreren Tagen setzt die Ukraine mithilfe von Drohnen die russische Energieinfrastruktur unter Druck. Angesichts dessen haben russische Ölproduzenten ihre Kunden Insidern zufolge vor Lieferausfällen gewarnt. Sie könnten für Ausfuhren aus wichtigen Häfen in der Ostsee höhere Gewalt geltend machen, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Ölverladungen im Hafen von Ust-Luga seien seit Mittwoch wegen der Angriffe gestoppt. Eine der Personen sagte, diese könnten frühestens Mitte April wieder aufgenommen werden.
+++ 22:00 ISW: Russland wird ukrainischen Festungsgürtel 2026 nicht mehr knacken +++
Nach Einschätzung des US-amerikanischen Thinktanks "Institute for the Study of War" (ISW) wird Russlands Armee den ukrainischen Festungsgürtel in diesem Jahr wohl nicht mehr überwinden. Moskau habe seine aktuelle Offensive verstärkt, die vier stark befestigten Städte im Gebiet Donezk entlang der Nord-Süd-Achse seien aber schon seit Jahren schwer zu erobern. Russland scheiterte laut ISW dort bereits 2014 und 2022 und brauchte für die Eroberung des deutlich kleineren Pokrowsk fast zwei Jahre. Moskau bereite die russische Öffentlichkeit inzwischen selbst auf langsame Fortschritte und hohe Verluste vor. Gleichzeitig drängt der Kreml auf internationaler Bühne darauf, dass die Ukraine auch unbesetztes Gebiet abtritt. So könnte Moskau sich einen militärisch kostspieligen Vorstoß ersparen und seine Position für einen späteren neuen Angriff verbessern, mutmaßt das ISW.
+++ 21:29 Russland will Export von Benzin verbieten - ab Mittwoch +++
Der russische Vize-Ministerpräsident Alexander Nowak hat das Energieministerium angewiesen, ein Exportverbot von Benzin auszuarbeiten. Das Verbot soll ab dem 1. April gelten. Nowak begründete den Schritt in einer Erklärung mit starken Preisschwankungen auf dem Weltmarkt infolge der Krise im Nahen Osten. Der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge soll der Ausfuhrstopp bis zum 31. Juli gelten. Russland schränkte bereits im vergangenen Jahr die Ausfuhr von Kraftstoffen zeitweise ein, um Engpässe und Preissteigerungen im Inland zu bekämpfen. Die Ukraine hatte in den vergangenen Tagen die russische Erdölindustrie empfindlich getroffen.
+++ 21:11 Merz: Brauchen Alternative zu EU-Vollmitgliedschaft +++
Kanzler Friedrich Merz plädiert dafür, dass die EU Beitrittskandidaten eine neue, abgespeckte Form der Mitgliedschaft anbietet. Zudem müsse man innerhalb der EU in mehr Bereichen von der Einstimmigkeit unter den 27 EU-Mitgliedern zu Abstimmungen mit qualifizierter Mehrheit kommen, sagte der Kanzler am Abend bei einer Veranstaltung der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Ich arbeite ein bisschen an einer solchen Konzeption und will auch mal ein paar Vorschläge noch machen", kündigte Merz an. Man müsse die Beitrittsprozesse mit den Westbalkanstaaten und der Ukraine beschleunigen - aber möglicherweise mit einem anderen Ziel.
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