Politik

Trauerfeiern für Helmut Kohl +++ 20:00 Großes militärisches Ehrengeleit auf dem Domplatz +++

Liebe Leser, der Liveticker von den Trauerfeierlichkeiten für Helmut Kohl endet an dieser Stelle. Vielen Dank für Ihr Interesse. Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Abend.

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+++ 20:00 Militärisches Ehrengeleit auf dem Domplatz +++

Die Totenmesse ist beendet. Kohls Sarg wird nun aus dem Dom getragen. Inzwischen hat es angefangen zu regnen. Es folgt ein militärisches Ehrengeleit. Bei dem Zeremoniell wird der Trauermarsch aus Händels Oratorium "Saul" gespielt. Dann folgt die Nationalhymne. Anschließend wird der Sargwagen auf den Friedhof des Domkapitels gefahren. Die Beerdigung findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit im engsten Familien- und Freundeskreis statt.

+++ 19:30 "Herr, lass ihn ruhen in Frieden. Amen!" +++
"Wir schauen mit Dank und Hochachtung auf seine Lebensleistung ... Herr, lass ihn ruhen in Frieden. Amen!" So beendet Bischof Wiesemann seine Predigt beim Requiem für Altbundeskanzler Helmut Kohl.Draußen laufen die Vorbereitungen für den Transport des Sarges zum Friedhof.

+++ 19:05 Bischof spricht Witwe und Kohls Söhnen Mitgefühl aus +++
Der Speyrer Bischof Karl-Heinz Wiesemann erinnert im Trauergottesdienst an das Lebenswerk des früheren Bundeskanzlers. "Wir nehmen Abschied von einem wahrhaft großen Staatsmann", sagte Wiesemann. Es sei zugleich der Abschied von einem Ehemann und Familienvater. Der Bischof drückt der Witwe Maike Kohl-Richter, aber auch den Söhnen und Enkeln von Kohl sein Mitgefühl aus. "Es ist der Abschied von einem Menschen, mit allem, was Menschsein in Kraft und in Schwäche bedeutet."

+++ 18:45 Weniger Besucher als erwartet +++
Schätzungsweise verfolgen außerhalb des Doms etwa 1000 bis 1500 Menschen die Liveübertragung des Requiems - und damit deutlich weniger als erwartet. Im Domgarten wäre Platz für 3500 Gäste gewesen. Im Innern des Doms würdigt der Bischof Kohl als "Patrioten und Europäer - das waren für Kohl zwei Seiten einer Medaille". Danach lässt er ausführlich das Leben des Verstorbenen Revue passieren.

+++ 18:14 Lamby: Kein Familienmitglied von Kohl anwesend +++
In Telefonaten wenige Tage vor dem Trauerakt haben ihm beide Söhne von Kohl, Walter und Peter, ihre Absage für die Beerdigung bestätigt. Das sagt der Dokumentarfilmer Stephan Lamby, der eines der letzten langen Interviews mit Kohl geführt hatte, gegenüber "Phoenix". Demnach stellten sie auch klar, dass kein Familienmitglied, also weder Ehefrauen noch Enkelkinder, zur Trauerfeier kommen werden.

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(Foto: dpa)

+++ 18:00 Trauergottesdienst beginnt +++
Das Requiem für Helmut Kohl im Dom von Speyer ist bis auf den letzten Platz besetzt. Pünktlich um 18 Uhr läuten die Glocken. Unter den Anwesenden sind zahlreiche Weggefährten, hohe Politiker aus aller Welt und Freunde Kohls.  Maike Kohl-Richter sitzt zwischen EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und dem früheren US-Präsidenten Bill Clinton. Nicht anwesend sind - wie bereits erwartet- seine Söhne und Enkel. Die Totenmesse soll bis 19:45 dauern.

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+++ 17:45 Junge Union sagt "Danke für Alles" +++

+++ 17:30 Geißler und Blüm kommen zum Requiem +++

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Vor dem Speyerer Dom treffen immer mehr Teilnehmer der Trauerfeier ein, unter ihnen auch Kohls einstiger Widersacher Heiner Geißler.

+++ 17:05 Familienzwist überschattet Trauerfeier +++
"In Liebe, deine Maike" - mit diesen Worten auf dem Kranz vor dem aufgebahrten Sarg verabschiedet sich Maike Kohl-Richter von ihrem Mann. Sie sitzt mit schwarzem Hut und schwarzer Sonnenbrille in der ersten Reihe - Kohls beide Söhne hingegen fehlten. Der Familienzwist, der seit dem Tod von Kohl am 16. Juni neu aufgebrochen war, wurde damit für alle Welt noch einmal deutlich.

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(Foto: dpa)

Merkel, die ausgiebig Kohls Verdienste würdigte, wich in ihrer Trauerrede dem heiklen Thema Kohl-Familie nicht aus. Kohls Sarg werde später zurück in seine Heimatstadt Ludwigshafen gebracht, sagte sie. "Hier war er zu Hause, lange Jahre zusammen mit seiner ersten Frau Hannelore, die ihm in guten wie in schlechten Zeiten stets zur Seite stand."

Dann wandte die Kanzlerin sich Maike Kohl-Richter zu: "Sie haben ihren Ehemann Helmut Kohl in all den letzten Jahren voller Hingebung und Liebe begleitet, bis zuletzt. Ihnen gehört mein Mitgefühl." Und wohl mit Blick auf die Söhne, die auch bei der Beerdigung am Abend in Speyer nicht dabei sein wollten, schloss die Kanzlerin das Thema mit den Worten ab: "Mein Mitgefühl gehört allen, die in Helmut Kohls Familie um ihn trauern."

+++ 16:45 Kohls Sarg wieder am Land +++
Eskortiert von mehreren Polizeibooten legt das Schiff "Mainz" am Rheinufer in unmittelbarer Nähe des Speyerer Doms an. Kurz zuvor überflogen drei Hubschrauber die Anlegestelle in V-Formation. Ein Leichenwagen bringt den Sarg nun in den Dom, wo er für das Requiem am frühen Abend aufgebahrt wird. Links und rechts der Straße stehen zahlreiche Menschen Spalier.

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+++ 16:30 Ganz Speyer auf den Beinen +++

+++ 16:20 Walter Kohl kommt nicht zur Beerdigung +++
Walter Kohl hat bereits angekündigt, nicht an der Beisetzung seines Vaters teilzunehmen. Zur Begründung erklärte er, es sei eine falsche Entscheidung, dass sein Vater nicht im Familiengrab beerdigt werde. "Meine Mutter hat ihn über Jahrzehnte getragen. Er selbst hat immer betont, dass sein Lebenswerk ohne seine Frau Hannelore nicht möglich gewesen wäre. Deshalb finde ich es richtig, wenn er neben ihr seine letzte Ruhe findet." Hannelore Kohl dürfe "nicht einfach weggekürzt werden". Er hätte sich einen Staatsakt am Brandenburger Tor gewünscht. "Ich finde die bisherige Entwicklung unwürdig, für meinen Vater, für Deutschland und für Europa", so der 53-Jährige im Gespräch mit der "Zeit".

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(Foto: dpa)

+++ 15:45  Merkel schüttelt Hände in Speyer +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel nutzt die Wartezeit für ein kleines Bad in der Menge, vor dem Speyerer Dom begrüßt sie einige Zuschauer und posiert für zahlreiche Selfies. Nach knapp zehn Minuten verabschiedet sich die CDU-Chefin wieder.

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(Foto: dpa)

+++ 15:33 Kohls Sarg schippert auf dem Rhein +++
Der Leichnam von Helmut Kohl ist nun auf der letzten Etappe in Richtung Speyer unterwegs. Acht Mitglieder eines Wachbataillons der Bundeswehr trugen den Sarg auf die "MS Mainz", wo er auf dem Heck aufgebahrt wurde. Das Schiff wird in ungefähr einer Stunde in Speyer erwartet. Nach der Ankunft geht es weiter zum Speyerer Dom. Dort wird der Sarg mit Kohls Leichnam aufgebahrt. Um 18 Uhr wird der katholische Bischof Karl-Heinz Wiesemann die Totenmesse vor rund 1500 geladenen Gästen halten.

Der zum Weltkulturerbe zählende Kaiserdom ist gleich in mehrfacher Hinsicht einmalig: Das fast 1000 Jahre alte Gotteshaus ist nach früheren Angaben des Bistums Speyer nicht nur die größte Kirche in Rheinland-Pfalz, sondern auch die größte erhaltene romanische Kathedrale überhaupt. Sie gilt als eines der bedeutendsten Zeugnisse mittelalterlicher Architektur in Europa.

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+++ 15:12 Trauerzug verlässt Ludwigshafen +++
Der Trauerkonvoi hat Kohls Geburtsstadt Ludwigshafen wieder verlassen. Die Polizei teilt mit, dass sich der Verkehr normalisiert. Jetzt geht es weiter zur "MS Mainz". Auf dem Rhein soll Kohls Leichnam dann die letzten Kilometer bis nach Speyer gebracht werden.

+++ 15:00 Applaus und stiller Abschied am Ludwigsplatz +++
Viele Menschen haben sich in Ludwigshafen versammelt. Nach Angaben der Polizei sind rund 1000 Menschen in der Innenstadt versammelt, um den Trauerkonvoi zu verfolgen. Neben deutschen Flaggen ist auch die EU-Flagge zu sehen. Als der Trauerzug den Ludwigsplatz erreicht, brandet kurz Applaus auf. Sonst trauern die Menschen still und nehmen Abschied.

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(Foto: dpa)

+++ 14:28 Trauerkonvoi beginnt in Richtung Ludwigshafen +++
Der Hubschrauber ist auf dem Gelände der Autobahnpolizei in Ruchheim gelandet. Dort war Kohl zu Zeiten seiner Kanzlerschaft auch oft gelandet, wenn er nach Hause kam. Die Polizeistation liegt nur wenige Kilometer entfernt vom Haus der Familie Kohl in Ludwigshafen-Oggersheim.

Nun geht es weiter mit einem Trauerkonvoi durch die Innenstadt von Ludwigshafen - damit sich die Menschen dort von Kohl verabschieden können. Begleitet wird das Fahrzeug mit dem Sarg durch eine Ehreneskorte der Polizei Rheinland-Pfalz mit fünf Motorrädern.

In Straßburg war der Sarg noch in eine blaue Europaflagge gehüllt, inzwischen ist der Sarg mit einer Deutschland-Flagge bedeckt.

+++ 14:15 Diekmann twittert Video vom Flug entlang des Rheins +++
Der frühere "Bild"-Zeitungschef und Freund von Kohl, Kai Diekmann, twittert ein kurzes Video vom Flug entlang des Rheins. Unklar ist, ob er sich im selben Hubschrauber mit Kohls Leichnam oder in einem anderen Hubschrauber befindet.

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+++ 13:45 Schiff mit Geschichte für Kohls letzte Reise +++
Die "MS Mainz" steht am Anleger Reffental bereit. Das Schiff, das Kohls Leichnam die letzten Kilometer nach Speyer bringen wird, blickt auf eine lange Geschichte zurück. Jahrzehntelang stand sie im Dienste der Bundesregierung und wurde als sogenanntes Bereisungsschiff genutzt - sprich als eine Art Ausflugsboot für prominente Gäste und Staatsoberhäupter.

Viele Mächtige waren schon an Bord. Auch Helmut Kohl war einst mit der "Mainz" unterwegs, 1990 mit dem damaligen französischen Staatspräsidenten François Mitterrand. Der japanische Kaiser Akihito war 1993 Gast auf dem Schiff, ebenso wie der äthiopische Kaiser Haile Selassie 20 Jahre zuvor.

Am Rande des G8-Gipfels 1999 wurden die Ehefrauen anderer Staatsoberhäupter über den Rhein geschippert. Das Gästebuch des Schiffes ist mittlerweile aber verschwunden - es wurde gestohlen. In den letzten Jahren nutzten nur noch Behörden das rund 40 Meter lange Schiff für Konferenzen und Tagungen, als Bewegungsmittel für Staatsgäste hatte es ausgedient.

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Die "MS Mainz": Schiff mit Geschichte für Kohls letzte Reise auf dem Rhein.

(Foto: dpa)

Gebaut worden war das Schiff 1943 in Regensburg als Geschenk der Nazis an die ungarische Regierung. Die "Hungaria", wie sie anfangs hieß, war eine Art Staatsjacht und bot Wohn- und Schlafräume für 15 Personen. Zum Ende des Krieges 1945 übernahmen die Amerikaner das Schiff und legten es in Deggendorf an der Donau zunächst still.

Das Boot wurde später zerlegt und über den Landweg in eine Werft nach Koblenz transportiert. Nach einer umfangreichen Restaurierung konnte die "Mainz" 1954 wieder ihren Betrieb aufnehmen. Der Heimathafen ist seither in Wiesbaden. Das Schiff kommt auf eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 22 Stundenkilometern, wenn es flussabwärts fährt. Als Besatzung reichen drei Mann.

+++ 13:20 Hubschrauber fliegt Sarg in Kohls Heimatstadt zurück +++
Die Trauerfeier in Straßburg geht dem Ende zu. Das Straßburger Universitätsorchester spielt die deutsche Nationalhymne, gefolgt von "Freude schöner Götterfunken". Danach wird der Sarg unter musikalischer Begleitung aus dem Europaparlament herausgetragen. Ein Hubschrauber der Bundespolizei wird ihn sowie Maike Kohl-Richter in die Nähe von Ludwigshafen bringen. Von dort fährt ein Trauerkonvoi ohne Stopp durch Kohls Heimatstadt nach Speyer.

+++ 12:45 Merkel: Kohl gab uns in der DDR Kraft +++
Merkel sagt, Kohl verkörpere eine Epoche. Er habe Pflöcke eingeschlagen, "die bis heute Halt bieten". Sie erzählt, dass Kohl nicht immer leicht zu überzeugen gewesen sei, aber er habe seinen Ministern immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Ihr selbst etwa habe er 1992 nach einem schweren Beinbruch geholfen, weiter ihr Ministeramt wahrnehmen zu können.

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(Foto: AP)

Die Bundeskanzlerin erinnert zudem an die Tischrede, die Kohl 1987 bei dem Besuch des damaligen DDR-Staatschefs Honecker gehalten habe. Kohl habe gesagt, die Menschen in Deutschland "wollen zueinander kommen, weil sie zusammengehören". Diese Worte "gaben uns in der DDR Kraft".

Kohl habe die Einheit gewollt, "als andere noch zögerten oder sogar abwinkten", so Merkel. Das Vertrauen, das Helmut Kohl weltweit genossen habe, habe ihm geholfen, die deutsche Einheit durchzusetzen.

Merkel erwähnt auch Kohls erste Frau Hannelore, die sich 2001 das Leben nahm. Sie habe Kohl immer unterstützt. "Wir gedenken auch ihrer in Dankbarkeit." Dann richtet sie sich an Kohls Witwe Maike Kohl-Richter. Sie habe sich mit Hingebung und Liebe um ihren Mann gekümmert. "Ihnen gehört mein Mitgefühl."

Zum Schluss wendet Merkel sich direkt an Kohl: "Dass ich hier stehe, daran haben Sie entscheidenden Anteil. Danke für die Chancen, die Sie mir gegeben haben. ... Danke für die Chancen, die wir als Deutsche und Europäer durch Sie erhalten haben. ... Ich verneige mich vor Ihnen und Ihrem Andenken in Dankbarkeit und Demut."

Im Anschluss an Merkels Rede wird erst die deutsche Nationalhymne gesungen, dann die Hymne Europas, "Freude schöner Götterfunken".

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(Foto: dpa)

 

+++ 12:30 Macron: Kohl respektierte Frankreich bedingungslos +++
Marcon sagt, Kohl habe mutige Entscheidungen gefällt, ohne die es der heutigen Generation gar nicht mehr möglich wäre, eigene Entscheidungen zu treffen. Für Kohl seien Brücken lieber gewesen als Grenzen und Mauern. Seine Beziehung zu Frankreich "war geprägt von bedingungslosem Respekt".

+++ 12:15 Medwedew: Kohl wollte, dass Europa nicht geteilt ist +++
Dmitri Medwedew sagt, Kohl sei eine Führungspersönlichkeit gewesen, "dank der Epochen verändert werden". Kohl habe immer das Ziel verfolgt, dass Europa nie wieder durch Grenzen und verfeindete Ideologien geteilt werde. In seiner Amtszeit seien die deutsch-russischen Beziehungen so gut gewesen wie sonst nie in der Geschichte.

Heute gebe es auf der ganzen Welt ideologische Reste der Berliner Mauer, so Medwedew, "daher sind wir heute leider sehr weit entfernt von einem gemeinsamen Haus". Kohl habe "in schwierigeren Zeiten als denen, in denen wir heute leben, gezeigt, dass dieses Ziel erreichbar ist".

+++ 12:07 Clinton: Ich habe diesen Kerl geliebt +++
Bill Clinton begrüßt Kohls Angehörige mit den Vornamen: Maike, Walter und Peter. Er dankt Helmut Kohl, weil uns ihm und anderen Politikern die Möglichkeit gegeben habe, "an etwas mitzuwirken, das über uns und unsere Amtszeit hinausgeht". Schließlich sei die einzige Gabe, "die wir hinterlassen können, eine bessere Zukunft für unsere Kinder".

In einer sehr persönlichen Rede sagt Clinton, er habe "diesen Kerl geliebt". "Hillary sagte immer, das liege daran, dass er noch lieber aß als ich." Aber seine Zuneigung zu Kohl sei weit über das Essen hinausgegangen. Kohl habe eine Welt schaffen wollen, in der niemand einen anderen dominiert.

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(Foto: dpa)

 

+++ 11:55 González: Kohl wusste, dass der Euro ihn die Kanzlerschaft kosten könnte +++
Die soziale Dimension der europäischen Einigung sei für ihn immer eine Grundlage dafür gewesen, dass Europa der Globalisierung Paroli bieten könne, sagt der frühere spanische Ministerpräsident Felipe González. Kohl habe bei der Einführung des Euro gewusst, dass ihn das die Kanzlerschaft kosten würde, "aber das nahm er hin".

+++ 11:47 Tusk: Kohl wollte kein deutsches Europa +++
Ratspräsident Tusk sagt, Helmut Kohl habe seiner politischen Arbeit ein Wort von Thomas Mann zugrunde gelegt: "Wir wollen ein europäisches Deutschland und kein deutsches Europa." Im Anschluss an Tusks Rede wird ein Film über Helmut Kohl gezeigt.

+++ 11:40 Juncker: Kohl hat Europa besser gemacht +++
Juncker spricht auf Deutsch, wechselt am Ende seiner Rede aber ins Französische und spricht Macron an: Die Geschichte werde ein Bild bewahren: Kohl und der französische Präsident Mitterand Hand in Hand in Verdun. Dort "besiegelten sie auf immer die Brüderlichkeit zwischen Frankreich und Deutschland", so Juncker. Die letzten Sätze sagt er wieder auf Deutsch. Kohl habe Europa besser gemacht. "Verspricht mir, dass du im Himmel nicht sofort einen neuen CDU-Ortsverein gründest. Du hast genug getan."

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(Foto: dpa)

 

+++ 11:33 Juncker: Trauerfeier ist nicht nicht-deutsch +++
Kommissionspräsident Juncker sagt, er spreche nicht als Kommissionspräsident, sondern als Freund. Und er sagt: "Die heutige Trauerfeier ist nicht nicht-deutsch, sie ist europäisch, also auch deutsch." Kohl sei "ein deutscher Patriot, aber auch ein europäischer Patriot" gewesen. "Für Helmut Kohl gingen deutsche und europäische Einheit zusammen."

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+++ 11:20 Tajani: Kohl war ein politischer Gigant +++
EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani nennt Helmut Kohl "einen großen Europäer, einen großen Staatsmann, einen politischen Giganten, der den Bürgern zuhören konnte und der in der Lage war, über den Horizont hinauszugucken". Kohl habe sich immer "gegen Mauern, gegen den Eisernen Vorhang und gegen alle Formen des Totalitarismus eingesetzt".

+++ 11:12 Die Trauerfeier beginnt +++
Um 11.12 Uhr betritt Maike Kohl-Richter, die Witwe des verstorbenen Altkanzlers, den Plenarsaal. Während das Straßburger Universitätsorchester einen Trauermarsch von Händel spielt, wird der Sarg von acht Mitgliedern des deutschen Wachbataillons in den Saal getragen und vor einem große Foto mit dem Bild des Altkanzlers aufgebahrt. Maike Kohl-Richter trägt einen schwarzen Hut und eine dunkle Sonnenbrille.

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(Foto: dpa)

 

+++ 11:03 Medwedew kommt verspätet +++
Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew - einer der Trauerredner -  kommt mit leichter Verspätung vor dem Europaparlament an. Tajani, Juncker und Tusk haben ihren Platz in der Eingangshalle schon verlassen. Eigentlich soll die Trauerfeier um 11 Uhr beginnen.

+++ 10:53 Merkel und Schulz im Europaparlament +++
Kurz nach SPD-Chef Schulz kommt Bundeskanzlerin Angela Merkel im Europaparlament an.  Auch Merkel verharrt für einen Moment vor dem Sarg mit dem Leichnam des Altkanzlers.

+++ 10:46 Maike Kohl-Richter begrüßt Bill Clinton +++
Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, der wie Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew und der ehemalige spanische Regierungschef Felipe González auf Wunsch von Kohls Witwe eine Rede halten wird, kommt im Europaparlament an. Nach den dreien werden auch Macron und Merkel sprechen. Im Protokollsaal wird Clinton von Maike Kohl-Richter begrüßt.

Anschließend kommen die britische Premierministerin Theresa May und der ehemalige Premier John Major, nach diesen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, dann der ehemalige EU-Parlamentspräsident und jetzige SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz.

 

+++ 10:40 Macron und Sarkozy kommen zeitgleich +++
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und sein Vor-Vorgänger Nicolas Sarkozy kommen unmittelbar hintereinander am Europaparlament an. Macron nimmt im Protokollsaal Abschied von Kohl, nach ihm bekreuzigt sich Sarkozy vor dem Sarg.

+++ 10:24 Lammert im EU-Parlament eingetroffen +++
Bundestagspräsident Norbert Lammert ist zur Trauerfeier für Helmut Kohl im Europäischen Parlament eingetroffen. Begrüßt wurde er von den drei Präsidenten der EU-Institutionen, Antonio Tajani (Parlament), Jean-Claude Juncker (Kommission) und Donald Tusk (Rat).

Verfolgen Sie die Trauerfeierlichkeiten für Helmut Kohl live bei n-tv.

+++ 09:50 Sarg ist im Parlament aufgebahrt +++
Der Sarg mit dem Leichnam von Helmut Kohl ist im Protokollsaal des Straßburger Parlaments aufgebahrt. Mehrere Gäste nutzen die Gelegenheit, am Sarg, über dem eine Europafahne liegt, Abschied zu nehmen, darunter der ehemalige EU-Kommissionspräsident Romani Prodi. Neben dem Sarg stehen Soldaten des Wachbataillons der Bundeswehr.

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(Foto: REUTERS)

 

+++ 09:35 EU-Parlament sagt "Danke, Helmut Kohl" +++
Das Europäische Parlament hat auf Twitter einen kurzen Film über Helmut Kohl gepostet. Er beginnt mit einem Kohl-Zitat: "Europa ist unsere Zukunft. Europa ist unser Schicksal." Am Ende wird in den Sprachen der Union "Danke" eingeblendet.

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(Foto: REUTERS)

+++ 09:25 Berlusconi in Straßburg dabei +++
Auch der ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist nach Straßburg gekommen, um der Trauerfeier für Helmut Kohl beizuwohnen. Das Bild zeigt ihn, wie er vom Präsidenten der Europaparlaments, Antonio Tajani, begrüßt wird. Der Italiener ist ein Parteifreund Berlusconis.

Daheim in Italien scheint Berlusconi derzeit übrigens an einer Art Comeback zu arbeiten. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 08:40 Kohls Leichnam wird nach Straßburg gebracht +++
Der Leichnam des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl ist am Morgen aus seinem Haus in Ludwigshafen-Oggersheim abgeholt worden. Der Sarg war mit einer Europaflagge bedeckt. Anschließend machte sich ein Fahrzeugkonvoi auf den Weg nach Straßburg.

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Vor Kohls Haus in Ludwigshafen-Oggersheim.

(Foto: dpa)

Im Europaparlament findet heute ein "Trauerakt" für Helmut Kohl statt. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, ein langjähriger Freund Kohls, hatte ursprünglich sogar von einem Staatsakt gesprochen. Es ist das erste Mal, dass die Europäische Union einen Verstorbenen in dieser Form ehrt. Kohl starb am 16. Juni im Alter von 87 Jahren. Er war Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland von 1982 bis 1998.

+++ Der zeitliche Ablauf des heutigen Tages +++
Um 11.00 Uhr beginnt der Trauerakt. Reden in Straßburg werden zunächst die Spitzen der EU: der Präsident des EU-Parlaments, Antonio Tajani, Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und der Präsident des EU-Rates, Donald Tusk.

Danach werden auf Wunsch der Witwe Helmut Kohls der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew, der ehemalige spanische Regierungschef Felipe González und der ehemalige US-Präsident Bill Clinton Reden halten. Zum Schluss der Zeremonie sprechen der französische Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Am Trauerakt teilnehmen werden zudem unter anderem der ukrainische Präsident Petro Poroschenko, der österreichische Präsident Alexander van der Bellen, der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán, Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy, der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und der spanische König Juan Carlos I. samt Gattin Sophia.

Der Trauerakt endet um 13.00 Uhr. Ein Hubschrauber der Bundespolizei fliegt den Sarg sowie Kohls Witwe Maike Kohl-Richter zur Polizeiautobahnstation Ruchheim bei Ludwigshafen.

14.50 Uhr: Ein von Polizeimotorrädern begleiteter Trauerkonvoi fährt ohne Stopp durch Kohls Heimatstadt Ludwigshafen in Richtung Speyer. Kurz vor der Domstadt wird der Sarg auf das Schiff "MS Mainz" getragen. Gegen 16.30 Uhr soll die "MS Mainz" in Speyer ankommen.

18.00 Uhr: Im Dom zu Speyer beginnt eine Totenmesse, zu der rund 1500 geladene Gäste erwartet werden. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, zu dem Kohl ein gespanntes Verhältnis hatte, wird an der Messe teilnehmen. Anschließend findet vor der Kirche ein großes militärisches Ehrengeleit statt. Vom Dom fährt der Wagen mit dem Sarg zum Friedhof des Domkapitels, wo Kohl gegen 20.30 Uhr im engsten Familien- und Freundeskreis beigesetzt wird. Ob Kohls Söhne auch daran teilnehmen, ist nicht bekannt. Die Vorbereitungen der Trauerzeremonien waren überschattet von heftigen Streitigkeiten zwischen Maike Kohl-Richter und Kohls Sohn Walter. Ihr Verhältnis gilt seit langem als zerrüttet.

Quelle: n-tv.de, hvo/dsi/dpa

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