Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 22:13 Selenskyj: Russland bereitet neuen Großangriff vor +++

12.01.2026, 00:01 Uhr

Der ukrainische Präsident Selenskyj warnt die Bürger seines Landes vor einem weiteren heftigen Angriff Russlands. Es gebe Geheimdienstinformationen, wonach Moskau erneut einen massiven Angriff vorbereite, sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Konkret spricht er von Drohnen zur Ausschaltung der Flugabwehr und Raketen. Dieser Angriff könne in den nächsten Tagen geschehen, sagt er und fordert die Menschen auf, den Luftalarm zu beachten. Bereits am Donnerstag hatte Selenskyj vor einem massiven Angriff Moskaus in der Nacht gewarnt. Tatsächlich attackierte Russlands Militär die Ukraine in der Nacht zu Freitag heftig. In Kiew kam es in der Folge zu so heftigen Ausfällen von Strom-, Wasser- und Heizungsversorgung, dass Bürgermeister Klitschko zum vorübergehenden Verlassen der Stadt riet.

+++ 21:41 Ukrainische Einheiten: Rathaus von Kupjansk zurückerobert +++

Ukrainische Einheiten erklären, die Kontrolle über das Rathaus von Kupjansk zurückerlangt zu haben. Auf dem Gebäude sei die ukrainische Fahne gehisst worden, heißt es vom 2. Korps der Nationalgarde "Khartiia". Eine "Säuberung der Stadt" sei abgeschlossen, schreibt die "Khartiia"-Brigade in sozialen Medien. Unverifizierte Videos sollen die Rückeroberungen in Kupjansk belegen. Dem ukrainischen Militärblog Deepstate zufolge ist die Stadt im Nordosten des Landes weitgehend befreit, allerdings werden drei kleine Bereiche in der Stadt von den Bloggern noch als besetzt angegeben.

+++ 21:06 Ukraine bekommt Winterhilfe von Norwegen +++

Norwegen stellt der Ukraine Hilfen über 400 Millionen Dollar bereit - knapp 343 Millionen Euro. "Häuser müssen beheizt, Mahlzeiten zubereitet, Kinder unterrichtet, Beamte bezahlt und die Gesundheitsversorgung aufrechterhalten werden", erklärt der norwegische Außenminister Espen Barth Eide bei seinem Besuch in Kiew. Die Hälfte der Mittel soll für die dringendsten Bedürfnisse im Winter verwendet werden, die andere Hälfte zur Unterstützung des Staatshaushalts, sagt Eide der Nachrichtenagentur Ukrinform zufolge. Vorgesehen seien Reparaturen im Energie-Sektor und der Kauf von Gas.

+++ 20:40 Hunderte Wohnhäuser in Kiew weiter ohne Heizung +++

Die Menschen in der ukrainischen Hauptstadt haben weiterhin mit den Folgen massiver russischer Angriffe zu kämpfen. Wie Bürgermeister Vitali Klitschko am Nachmittag mitteilt, sind noch fast 800 Häuser weiterhin ohne Heizung, während in einigen Teilen Kiews die Wärmeversorgung wiederhergestellt werden konnte. Die Reparaturen liefen rund um die Uhr, schreibt Klitschko in sozialen Medien. Mitarbeiter von Versorgungsunternehmen "tun in dieser Ausnahmesituation alles Mögliche und Unmögliche, um die Einwohner der Stadt mit den notwendigen Dienstleistungen zu versorgen". Nach russischen Luftangriffen in der Nacht zu Freitag waren zunächst etwa 6000 Wohnhäuser ohne Heizung gewesen. Auch die Strom- und Wasserversorgung wurde zunächst eingestellt. Klitschko sprach von den schlimmsten Schäden an der Infrastruktur seit Kriegsbeginn. Er riet den Bewohnern, die Stadt vorübergehend zu verlassen.

+++ 20:04 Experte sieht Asymmetrie: Nur Trump verhandelt mit Russen +++

Russland greift die Ukraine massiv an, auch nahe der polnischen Grenze. Laut Oberst a. D. Wolfgang Richter ist der Einsatz der neuen Oreschnik eine Reaktion auf Überlegungen zu europäischen Sicherheitstruppen. Der Militärexperte ordnet zudem ein, in welcher Rolle sich Trump selbst wähnt.

+++ 19:49 Wadephul sichert Weltbank weitere Unterstützung zu: "Ein Schlüssel für Wiederaufbau" +++

Bundesaußenminister Johann Wadephul sichert der Weltbank die weitere Unterstützung Deutschlands zu. Die Weltbank sei "eine der Schlüsselinstitutionen für die Finanzierung des Wiederaufbaus, unter anderem im Gazastreifen und der Ukraine", sagt Wadephul bei einem Treffen mit Weltbank-Präsident Ajay Banga in Washington nach Angaben aus deutschen Delegationskreisen. "Insbesondere die Unterstützung der Reformagenda der Ukraine durch die Weltbank begrüße Deutschland und ermutige sie, weiterhin eine aktive Rolle dabei einzunehmen", betont der Minister demnach.

+++ 19:16 Präsidentin von Moldau plädiert für Vereinigung mit Rumänien +++

Die moldauische Präsidentin Maia Sandu spricht sich für eine Vereinigung ihres Landes mit dem EU- und Nato-Mitglied Rumänien aus, um die Demokratie vor dem Druck Russlands zu schützen. Sollte es dazu ein Referendum geben, würde sie für die Vereinigung stimmen, sagt Sandu in einem Interview für den britischen Podcast "The Rest is Politics". "Schauen Sie sich an, was in der Welt geschieht. Für ein kleines Land wie Moldau wird es immer schwieriger, als Demokratie, als souveränes Land zu überleben und natürlich Russland zu widerstehen." Sandu räumt jedoch ein, dass derzeit die meisten Moldauer ihre Position nicht unterstützten. Jüngsten Umfragen zufolge befürwortet nur etwa ein Drittel der Bevölkerung eine Wiedervereinigung mit Rumänien. Die Republik Moldau war in der Zwischenkriegszeit Teil Rumäniens, wurde aber während des Zweiten Weltkriegs von der Sowjetunion annektiert. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion erlangte sie 1991 ihre Unabhängigkeit.

+++ 18:35 Insider: Zwei Schiffe im Schwarzen Meer von russischen Drohnen attackiert +++

Russische Drohnen haben einem Insider zufolge zwei unter ausländischer Flagge fahrende Schiffe im Schwarzen Meer angegriffen. Die Schiffe seien in der Nähe der südukrainischen Hafenstadt Tschornomorsk gewesen, teilt eine mit dem Vorfall vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters mit. Eines der Schiffe sei auf dem Weg nach Italien gewesen. Die ukrainischen Streitkräfte schreiben auf ihrem Telegram-Kanal, es sei ein unter panamaischer Flagge fahrendes Schiff von einer Drohne getroffen worden. Ein dadurch verursachter Brand werde gelöscht. Das Militär spricht von einem verletzten Besatzungsmitglied. Das Schiff habe Pflanzenöl transportiert, heißt es aus Kiew. Auch ein unter der Flagge von San Marino fahrendes Schiff, das Mais geladen habe, sei attackiert worden. Opfer habe es nicht gegeben.

+++ 18:18 Berichte über Brand in südrussischem Wärmekraftwerk +++

Ein Kraftwerk in der südrussischen Oblast Rostow soll angegriffen worden sein. Laut mehreren Telegram-Kanälen, darunter der unabhängige russische Kanal Astra, berichteten Anwohner am Morgen von einem Brand in Nowotscherkassk. Dieser könnte sich nach Einschätzung eines Open-Source-Analysten von Astra an einer Knotenstelle des Kraftwerks ereignet haben, über die Strom in das Stromnetz eingespeist wird. Das Wärmekraftwerk zähle zu den leistungsstärksten im Süden Russlands, heißt es bei Astra. Unabhängig bestätigt sind die Berichte bisher nicht. Als Teil ihres Abwehrkampfes greift die Ukraine immer wieder auch Ziele in Russland an. Die Zahl der Opfer und das Ausmaß der Schäden stehen dabei in keinem Verhältnis zu den von Moskaus Streitkräften angerichteten Zerstörungen in der Ukraine.

+++ 17:42 Ukrainischer Ex-Außenminister: Maximal Waffenstillstand in diesem Jahr möglich +++

Der ehemalige ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba sieht keine realistische Chance auf Frieden in diesem Jahr, wohl aber auf einen Waffenstillstand. "Kriege enden, wenn alle eine Motivation haben. Diese kann positiv oder negativ sein." Im Interview mit "Ukrainska Pravda" führt er aus, dass Moskau diese Motivation nach wie vor fehle. "Russland ist zuversichtlich, dass es seine Ziele mit militärischen Mitteln erreichen kann. Die Ukraine ist zuversichtlich, dass sie durchhalten kann. Trump, so paradox es auch klingen mag, läuft zwischen Putin und Selenskyj hin und her und versucht, negative und positive Motivation für sie zu schaffen, aber es funktioniert immer noch nicht." Jede Seite verfüge über Ausgleichs-Ressourcen, so Kuleba. Für Russland sei dies China, für die Ukraine sei es Europa. Für Ende Februar erwartet Kuleba einen neuen Anlauf für Verhandlungsprozesse.

+++ 16:57 Russland will mit Oreschnik-Rakete Flugzeugwerk in Lwiw getroffen haben +++

Bei ihrem Einsatz der ballistischen Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik am Freitag haben die russischen Streitkräfte nach Angaben aus Moskau eine Flugzeug-Instandsetzungsfabrik im westukrainischen Lwiw getroffen und außer Betrieb gesetzt. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilt mit, dort seien Flugzeuge der ukrainischen Streitkräfte repariert und gewartet worden, darunter auch von westlichen Staaten gelieferte Maschinen vom Typ F-16 und MiG-29. Zudem habe das Unternehmen Drohnen hergestellt. Die Ukraine und ihre europäischen Unterstützer werteten den Angriff als Versuch, den Westen einzuschüchtern. Die Nachrichtenagentur AFP war nicht in der Lage, die russischen Angaben zum Ziel des Oreschnik-Einsatzes zu überprüfen. Ein Sprecher der ukrainischen Luftwaffe lehnte auf Anfrage einen Kommentar zu den Moskauer Angaben ab. Die Ukraine hatte am Freitag mitgeteilt, dass die Oreschnik-Rakete ein "ziviles" Ziel in der Region Lwiw getroffen habe, ohne Details zu nennen. Bewohner eines Vorortes von Lwiw nahe des Flugzeugwerks berichteten von nächtlichen Explosionen und Gasausfällen.

+++ 16:21 Russischen Kriegsteilnehmern ist Einreise in Nato-Staat verboten +++

Estland verhängt Einreiseverbote gegen 261 Russen, die am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine beteiligt und im Kriegseinsatz an der Front waren. "Es besteht kein Zweifel, dass es sich hier um Personen mit einer feindseligen Haltung gegenüber Europa handelt. Sie verfügen über Kampferfahrung, militärische Ausbildung und oft auch über eine kriminelle Vergangenheit. Darüber hinaus sind sie psychisch traumatisiert", begründet Innenminister Igor Taro den Schritt. Demnach handelt es sich um die ersten Einreiseverbote, denen weitere folgen sollen. "Die von ihnen ausgehende Bedrohung ist nicht theoretischer Natur - sie umfasst sowohl die mögliche Ausführung von Aufträgen für russische Geheimdienste als auch die Beteiligung an organisierter Kriminalität", erklärt der Minister des Nato-Mitglieds. Zudem ruft Estland andere Länder zur Nachahmung auf.

+++ 15:43 Bericht: Mehrere Tanker der "Schattenflotte" wechseln zur russischen Flagge +++

Seit Anfang Januar sollen mindestens 15 Tanker der sogenannten russischen Schattenflotte, die am Transport von sanktioniertem Öl beteiligt sind, ihre Flaggen gegen russische ausgetauscht haben. Das meldet das "Wall Street Journal" und beruft sich unter anderem auf Schiffsverfolgungsdaten des Unternehmens Lloyd's List Intelligence. Dem Bericht zufolge gibt es in der Schifffahrtsbranche die Vermutung, dass die Umflaggung als Schutz dienen soll. Demnach soll das Risiko einer Festsetzung durch US-Behörden durch den Schritt reduziert werden. Die Reeder hofften, dass die Flagge eines Landes mit einer starken Marine eine abschreckende Wirkung habe und ihre Schiffe so die US-Blockade des venezolanischen Ölhandels umgehen und einer Aufbringung durch die Küstenwache entgehen können, heißt es.

+++ 15:03 Ist das einer von den vielen angeblichen Selbstmorden von Russen? +++

Die russische Botschaft in der Republik Zypern teilt laut der Zeitung "Nowaja Gazeta" mit, dass am 8. Januar einer ihrer Mitarbeiter, A. W. Panow, verstorben ist. "Sein Tod ist eine tiefe persönliche Tragödie für seine Angehörigen und Freunde", heißt es demnach in der Mitteilung der diplomatischen Vertretung. Die Leiche des Mannes soll in seinem Büro gefunden worden sein, angeblich hat er einen Abschiedsbrief hinterlassen. Laut der Zeitung ist das der zweite verdächtige Vorfall mit russischen Staatsbürgern, der sich innerhalb eines Tages auf Zypern ereignet hat. Seit dem 7. Januar soll auch der ehemalige Chef des russischen Bergbauunternehmens Uralkali, Wladislaw Baumgertner, vermisst sein. Seit Beginn der russischen Vollinvasion häufen sich die rätselhaften Todesfälle von Russen im In- und Ausland.

+++ 14:30 "NZZ": "Putins Reich steht heute schwächer da als noch vor vier Jahren" +++

Die Dauer des russischen Krieges beschäftigt die "Neue Zürcher Zeitung": "Russland hat am Sonntag eine ominöse Schwelle überschritten. Der Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert nun länger als der "Große Vaterländische Krieg", der vom Putin-Regime heroisierte Kampf der Sowjetunion gegen Nazideutschland", konstatiert das Blatt. "Damals, im Mai 1945, stand die Rote Armee nach drei Jahren und zehneinhalb Monaten in Berlin. Heute hissen Putins Truppen nach derselben Zeitdauer ihre Flaggen in unbekannten ostukrainischen Dörfern wie Warwariwka oder Seredne, bestenfalls 100 Kilometer von der Frontlinie zu Beginn der Invasion entfernt." Die NZZ resümiert: "Was sich der Kreml als triumphalen Blitzkrieg vorgestellt hatte …, hat sich in einen Alptraum verwandelt - für die Ukrainer ohnehin, aber auch für die Angreifer. Prestige und globale Gestaltungskraft habe sich Russland mit seiner Aggressivität nicht verschafft. "Das Gegenteil ist eingetreten: Putins Reich steht heute schwächer da als noch vor vier Jahren."

+++ 13:57 Steckt Russlands Geheimdienst dahinter? Messerattacke eines Schülers in Kiew +++

Ein ukrainischer Jugendlicher verletzt in einer Schule in Kiew einen Lehrer und einen Mitschüler mit einem Messer. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilen, wird der 14-Jährige festgenommen. Der Teenager hatte sich den Angaben zufolge auf der Schultoilette eine Maske und einen Helm aufgesetzt und war dann in ein Klassenzimmer gestürmt, wo er einen 39-jährigen Lehrer und einen 14-jährigen Mitschüler mit einem Messer attackierte. Anschließend verletzte er auch sich selbst. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft befinden sich die beiden Opfer und der Angreifer im Krankenhaus. Der Lehrer hat demnach lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Die Ermittler gehen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hinweisen nach, wonach der Junge unter russischem Einfluss stand. Auf seinem Handy wird demnach "Korrespondenz" mit "unbekannten Personen" gefunden, "wahrscheinlich Vertreter der russischen Geheimdienste".

+++ 13:33 Moskau meldet Auftragsrekord für Waffen +++

Das Interesse an russischen Rüstungsgütern im Ausland ist nach Angaben aus Moskau auf Rekordniveau. "Bis 2022 lag der maximale Auftragswert bei 55 Milliarden Dollar. Heute haben wir mit 70 Milliarden Dollar an schon unterschriebenen Verträgen einen Rekord", sagt Vizeregierungschef Denis Manturow bei einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin. Manturow führte das auch auf den 2022 von Putin befohlenen Krieg gegen die Ukraine zurück. "Die im Rahmen der militärischen Spezialoperation erprobte Technik wirbt für sich selbst", sagt er. Als militärische Spezialoperation bezeichnen russische Offizielle den Krieg. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 13:04 "Noch singen sie fröhlich" - Video zeigt tanzende Söldner im Schnee +++

Ein Video zeigt offenbar Söldner aus Afrika, die im Schnee ein Lied der National Resistance Army von Uganda singen. Einige von ihnen tanzen auch. "Noch singen sie fröhlich", kommentiert eine Stimme auf Russisch im Hintergrund. "Sie werden an die Front geschickt, dann singen sie anders." Die Männer werden in dem Video auch als "Odnarasotschki" bezeichnet, als "Einwegartikel". Nach Informationen von ntv scheint das Video nicht älter als wenige Tage zu sein.

+++ 12:38 Russland soll Geldtransfers verschärft kontrollieren +++

Russland verschärft offenbar in diesem Jahr erheblich die Kontrolle über Geldtransfers und digitale Zahlungen der Bürger. Wie das ukrainische Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation schreibt, erhalten die Aufsichtsbehörden Daten direkt von den Zahlungssystemen und nicht nur über Banken. Formal präsentiere die russische Zentralbank diese Schritte demnach als "technische Verbesserung", heißt es. "Tatsächlich erweitert der Staat damit die Möglichkeiten der totalen Überwachung privater Finanzen", so das Zentrum. Banken erhielten das Recht, Transaktionen für bis zu zwei Tage zu sperren. Außerdem habe sich die Zentralbank verpflichtet, Daten über alle Transaktionen mit elektronischen Zahlungsmitteln an die Steuerbehörden weiterzugeben und diese ab März 2026 mit Datenbanken zu Cyberkriminalität abzugleichen.

+++ 12:07 Merz: Indien würde russische Gasimporte kürzen falls möglich +++

Bundeskanzler Friedrich Merz äußert Verständnis dafür, dass Indien noch russisches Gas und Öl bezieht. "Wir sind uns in der Bewertung des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine vollkommen einig", sagt Merz bei seinem Indien-Besuch nach einem Treffen mit Ministerpräsident Narendra Modi. Druck auf Indien lehnt er ab. "Ich habe gleichzeitig verstanden, wie abhängig Indien auch über die letzten Jahre und Jahrzehnte von russischen Öl- und Gaslieferungen nach wie vor ist", sagt er. Deutschland habe diese Abhängigkeit fast auf null reduzieren können. "So einfach geht das in Indien offensichtlich nicht, und ich bin der Letzte, der hier mit erhobenem Zeigefinger Besuch in anderen Ländern macht", fügt er hinzu. "Wir reden vernünftig miteinander und wir versuchen, Lösungen zu finden." Wenn man Druck ausübe, sei dies nicht das richtige Instrument, um eine Partnerschaft auf eine neue Basis zu heben.

+++ 12:07 Massive russische Angriffe auf Sumy +++

Russische Truppen führen innerhalb von 24 Stunden fast 60 Angriffe auf 33 Ortschaften in 13 Gemeinden der Region Sumy durch. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Ukrinform unter Berufung auf die regionale Militärverwaltung. Demnach setzen die Russen Artillerie, verschiedene Drohnen-Arten und gelenkte Fliegerbomben ein.

+++ 11:32 "Feuchte Träume britischer Perverser" - Moskau beschimpft Verteidigungsminister Healey +++

Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa greift den britischen Verteidigungsminister John Healey scharf an, wie "Kyiv Independent" berichtet. Nachdem Healey erklärt hatte, er würde gerne Kremlchef Wladimir Putin wegen Kriegsverbrechen festsetzen und zur Rechenschaft ziehen, sprach sie von "feuchten Träumen britischer Perverser". Vor wenigen Tagen hatte Healey gegenüber dem Portal auf die Frage, welchen Weltpolitiker er entführen würde, geantwortet: Wenn er die Möglichkeit dazu hätte, würde er Putin in Gewahrsam nehmen und ihn für Kriegsverbrechen zur Rechenschaft ziehen. Healey sagte dies, als er den Ort eines tödlichen russischen Drohnenangriffs auf ein Hochhaus in Kiew besuchte. Inmitten der Trümmer des nächtlichen Angriffs verwies der Minister auf russische Gräueltaten - darunter die Massaker von Butscha gesehen und die Entführung ukrainischer Kinder.

+++ 10:58 Bei strengem Frost: Viele ukrainische Städte ohne Heizung und Wasser +++

Wegen der schweren Luftangriffe der vergangenen Tage gibt es in der Hauptstadt Kiew, in Dnipro, Odessa und anderen Städten der Ukraine so gut wie keinen Strom. Deshalb fallen auch Heizung und Wasser aus. Zugleich herrscht strenger Frost von Nachttemperaturen bis minus 18 Grad. Die Lage ist für Millionen Menschen äußerst angespannt. Die ukrainische Luftwaffe fing in der Nacht nach eigenen Angaben 135 von 156 angreifenden russischen Drohnen ab. Es war damit ein im Vergleich der vergangenen Wochen kleiner Angriff. Trotzdem gab es Einschläge an 18 Stellen.

+++ 10:26 Rheinmetall will in Kürze Lynx-KF41-Schützenpanzer an die Ukraine liefern +++

Rheinmetall wird bereits Anfang dieses Jahres Lynx-KF41-Schützenpanzer an die Ukraine liefern. Ein Vertrag über die ersten fünf Gefechtsfahrzeuge sei noch im Dezember unterzeichnet worden und habe einen Auftragswert im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, wie der Rüstungskonzern in Düsseldorf mitteilt. Finanziert werde die Bestellung von Deutschland. Als nächster Schritt sei die Beschaffung weiterer Lose einschließlich der Produktion in der Ukraine vorgesehen, heißt es in der Mitteilung weiter.

+++ 09:56 "Um den Schaden zu vergrößern": Russland soll neue Drohnen-Variante einsetzen +++

Russische Streitkräfte setzen Berichten zufolge eine neue Variante der Langstrecken-Angriffsdrohne Geran ein - die Geran-5-Drohne, die von einem iranischen Abfangdrohnen-Design abgeleitet ist. Dies schreibt das Institute for the Study of War (ISW) unter Berufung auf den ukrainischen Militärgeheimdienst HUR. Demnach kann die Geran-5 eine Sprengladung von etwa 90 Kilogramm tragen, soll eine Reichweite von etwa 1.000 Kilometern haben und gebaut sein wie andere Geran-Drohnen. Russland habe wahrscheinlich eine eigene Produktionslinie für diesen neuen Drohnentyp eröffnet, die durch einen iranischen Technologietransfer ermöglicht wurde, heißt es. Der Kreml beabsichtige wahrscheinlich, die Geran-5 nicht nur gegen Bodenziele, sondern auch gegen Luftziele einzusetzen. Dadurch könnten die russischen Angriffskapazitäten und Luftabwehrfähigkeiten potenziell erweitert werden. "Die russischen Streitkräfte modifizieren zunehmend ihre Drohnen vom Typ Shahed/Geran, um die Luftabwehr-Abfangdrohnen und Kampfflugzeuge der Ukraine ins Visier zu nehmen – wahrscheinlich, um den Schaden zu vergrößern", heißt es weiter.

+++ 09:27 Russland beklagt ukrainische Drohnen in Region Belgorod +++

Die ukrainische Armee greift russischen Berichten zufolge Siedlungen in der Region Belgorod mit rund 30 Drohnen an. Dies berichtet die staatliche russische Agentur Tass unter Berufung auf das Einsatzkommando der Region. Berichte über Verletzte oder Tote gibt es nicht.

+++ 09:00 Ukraine: Jeden Tag russische Angriffe auf Energieanlagen +++

wichtige Energieanlage im Bezirk Nowhorod-Siverskyi in der Region Tschernihiw wird durch einen nächtlichen russischen Angriff beschädigt. Dies schreibt "The New Voice of Ukraine" unter Berufung auf das regionale Energieunternehmen Tschernihiwoblenergo. Durch den Angriff werden mehrere Ortschaften demnach von der Stromversorgung abgeschnitten. Am Sonntag hatte die ukrainische Premierministerin Julia Svyrydenko erklärt, dass es in der vergangenen Woche keinen einzigen Tag ohne Angriffe auf Energieanlagen und andere kritische Infrastrukturen gegeben habe. Vierundvierzig Angriffe wurden der Ukraine zufolge in den Oblasten Donezk, Charkiw, Sumy, Poltawa, Tschernihiw, Kiew, Dnipropetrowsk, Saporischschja, Kirowograd, Mykolajiw und Cherson registriert.

+++ 08:29 Wieder Angriffe auf Odessa +++

In der Nacht greift Russland erneut Odessa mit Kampfdrohnen an, wie ukrainische Behörden berichten. Infrastruktur und Wohngebäude werden demnach beschädigt. Teilweise kommt es zu Stromausfall, zwei Menschen werden verletzt. en.

+++ 07:56 Ukrainische Berichte über leichte russische Geländegewinne +++

Laut ukrainischen Medien erzielen die Russen kleinere Geländegewinne bei Wowtschansk in der Region Charkiw sowie bei Pokrowsk im Donbass. Der militärnahe ukrainische Blog "DeepState" veröffentlicht dazu auf Telegram entsprechende Karten und schreibt: "Der Feind rückte bis nach Wowtschansk, Pokrowsk und in die Nähe von Wiltscha vor." Zuvor dementierte die ukrainische Armee Berichte über einen angeblichen Verlust von Siwersk. Die Stadt "bleibt unter der Kontrolle der ukrainischen Streitkräfte", erklärte das östliche Kommando des Militärs bei Facebook.

+++ 07:25 Reservistenverband kritisiert Sicherheitsüberprüfung: "Wir brauchen viel zu lange" +++

Wegen des enormen Bedarfs an neuen Reservisten fordert der Reservistenverband den Verzicht auf sehr langwierige Sicherheitsüberprüfungen, mit denen zum Beispiel extremistische Einstellungen von Soldaten offengelegt werden sollen. "Wir brauchen viel zu lange, um die Interessierten in den Dienst zu bringen. Wir müssen darüber nachdenken, ob eine Sicherheitsüberprüfung weiter die Voraussetzung sein muss", sagt Verbandschef Patrick Sensburg der "Süddeutschen Zeitung": "Wir hatten bei der früheren Wehrpflicht auch keine Sicherheitsüberprüfung für jeden, der eingezogen wurde. Wir reden nun von 200.000, vielleicht sogar 800.000 Reservisten, die wir nie durch eine so langwierige Sicherheitsüberprüfung bekommen", so Sensburg. Zurzeit brauche die Überprüfung, die benötigt werde, damit jemand an der Waffe ausgebildet werden kann, mehr als ein Jahr. "Das dauert viel zu lange, weshalb wir die Sicherheitsüberprüfung hinterfragen müssen."

+++ 06:53 Lokale Behörden: Russen attackieren Krankenwagen und medizinische Helfer +++

Russische Streitkräfte greifen in der Stadt Semeniwka im Gebiet Tschernihiw einen Krankenwagen an und verletzen dabei zwei medizinische Mitarbeiter. Dies schreibt der Leiter der lokalen Militärverwaltung von Novhorod-Siverskyi auf Facebook, dazu postete er ein Bild eines zerstörten Krankenwagen. .Beide verletzten medizinischen Mitarbeiter kamen demnach von einem Einsatz und konnten sich vor dem direkten Treffer aus dem Wagen retten. Über das Ausmaß der Verletzungen liegen keine Informationen vor, ebensowenig wie über die Art des Angriffs. Am selben Tag hatten laut "Kyiv Independent" Beamte berichtet, dass eine Musikschule von einer Drohne getroffen worden war. Die Stadt Semeniwka liegt nicht direkt an der Frontlinie, wird aber demnach regelmäßig von russischen Angriffen getroffen.

+++ 06:21 Bericht: Finnland, Schweden und Polen erwägen eigenen Nuklearschutz +++

In Finnland, Schweden und Polen gibt es offenbar wegen der Bedrohung aus Russland Überlegungen für einen eigenen Nuklearschutz gibt. Dies schreibt die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Fachkreise. Die Länder könnten dann entsprechend mit Deutschland kooperieren. Da in Frankreich die Rechtsextreme Marine Le Pen nach der nächsten Wahl die Macht übernehmen könnte, rät der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter demnach dazu, hier nicht nur auf Frankreich zu setzen. Der 2+4-Vertrag zur deutschen Einheit schließe zwar eine nationale Eigenentwicklung aus, nicht aber eine finanzielle Beteiligung an der Entwicklung mit anderen Staaten, betont Kiesewetter. "Daher sollten wir einen anderen Weg gehen, eine Allianz mit anderen Staaten bilden. Wir können finanzieren, solche Waffen stationieren, dürfen sie nur nicht selbst herstellen und einen Einsatz selbst führen", sagt er der SZ: "Ein Staat der wehrhaft sein will, muss sich Denkräume schaffen, wo auch das unwahrscheinliche, aber gefährliche mitgedacht wird."

+++ 05:54 Indiens besonderer Draht zu Putin - Merz vor schwierigen Gesprächen +++

Bei seinem derzeitigen Indienbesuch will Kanzler Merz mit Ministerpräsident Narendra Modi auch über Russland reden. Es dürfte das schwierigste Thema sein. Indien pflegt enge Beziehungen sowohl zu westlichen Partnern als auch zu Russland. Erst im Dezember war der russische Präsident Wladimir Putin in Neu-Delhi und wurde dort von Modi schon am Flughafen mit einer innigen Umarmung begrüßt. Das Land bezieht einen Großteil seines Öls aus Russland, das wiederum die Einnahmen in den Angriffskrieg gegen die Ukraine steckt. Die russische Invasion hat Indien anders als die meisten anderen Länder in der UN-Vollversammlung nicht verurteilt. Andererseits könnte Modi mit seinem Draht zu Putin an den diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs mitwirken. Merz dürfte über all das mit Modi sprechen.

+++ 05:10 Nächtlicher russischer Luftangriff auf Kiew +++

In der Nacht greift Russland laut ukrainischen Militärangaben Kiew wieder einmal aus der Luft an. In einem der Stadtteile sei ein Feuer ausgebrochen. Die ukrainische Luftabwehr versuche, den Angriff abzuwehren, teilt der Chef der Kiewer Militärverwaltung, Timur Tkatschenko, auf Telegram mit.

+++ 04:35 Wadephul berät mit Rubio über Friedensbemühungen für Ukraine +++

Bundesaußenminister Johann Wadephul trifft heute in Washington seinen US-Kollegen Marco Rubio. Im Zentrum der Gespräche stehen die Bemühungen zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Das Treffen findet vor dem Hintergrund wachsender Ungeduld der US-Administration unter Präsident Trump gegenüber Kremlchef Wladimir Putin statt.

+++ 02:52 Brantner fordert mehr Druck von Merz und EU auf Putin +++

Im Ringen um einen Waffenstillstand in der Ukraine fordert Grünen-Bundeschefin Franziska Brantner mehr Einsatz von Bundeskanzler Friedrich Merz. Kremlchef Wladimir Putin wolle keinen Waffenstillstand und der nötige Druck auf ihn werde nicht von US-Präsident Donald Trump kommen, beklagt Brantner in der "Süddeutschen Zeitung". "Das müssen Merz und die EU jetzt endlich tun." Als Maßnahmen nennt sie unter anderem die Festsetzung von Russlands Schattenflotte und die Nutzung von russischem Vermögen. Außerdem müssten Länder ins Visier genommen werden, die russisches Öl kaufen.

+++ 01:29 Moskaus Krieg gegen Kiew nun länger als gegen Hitler-Deutschland +++

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert inzwischen genauso lange wie der Große Vaterländische Krieg der Sowjetunion gegen Hitler-Deutschland. Auf diese Statistik verweist neben dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die oppositionelle russische Website "Meduza". Sowjet-Diktator Stalin hatte nach dem deutschen Überfall 1941 den Großen Vaterländischen Krieg ausgerufen. Die Sowjetarmee habe 1.418 Tage gebraucht, errechnete die Website, um nach den ersten Rückschlägen gegen die Wehrmacht bis nach Berlin vorzustoßen und die Kapitulation Deutschlands zusammen mit den Alliierten zu erzwingen. Dagegen stecke die russische Armee nach 1.418 Tagen Krieg in der Ukraine "seit Jahren in denselben Dörfern und Städten des Donbass fest".

+++ 00:35 Russische Angriffe im Westen der Ukraine" +++

Russische Streitkräfte greifen die nördlichen Teile der westukrainischen Region Riwne nahezu einen ganzen Tag lang an. Das teilt der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Oleksandr Kowal, mit. Verletzt worden sei niemand, allerdings sei Infrastruktur beschädigt worden. Einsatzkräfte seien damit beschäftigt, die Folgen der Angriffe zu beseitigen. Zuvor hatte die ukrainische Luftwaffe vor russischen Drohnen in der Region gewarnt.

+++ 23:26 Papst: Angriffe auf Energieinfrastruktur im Winter "besonders schwerwiegend" +++

Papst Leo XIV. erinnert in seiner traditionellen Sonntagsansprache an das Leid der Menschen in der Ukraine. Er beklagt die anhaltenden russischen Angriffe, die sich zuletzt "besonders schwerwiegend" gegen die Energieinfrastruktur richteten, während die Kälte zunehme und vor allem die Zivilbevölkerung treffe, berichtet Vatican News. "Ich bete für jene, die leiden, und erneuere meinen Aufruf zu einem Ende der Gewalt und zu verstärkten Bemühungen um Frieden", sagt der Papst. Bereits zuvor hatte Leo XIV. wiederholt zu Friedensverhandlungen aufgerufen und die politischen Führungen in Moskau und Kiew zu Dialog und Verantwortung gemahnt.

+++ 22:17 Großbritannien will neue Raketen für die Ukraine entwickeln +++

Großbritannien will nach eigenen Angaben für die Ukraine eine neue ballistische Rakete für Angriffe auf weit entfernte Ziele entwickeln. Die Regierung in London schreibt dazu für das Projekt "Nightfall" einen Wettbewerb zur schnellen Entwicklung von bodengestützten Raketen aus. Diese sollen einen 200 Kilogramm schweren Sprengkopf mehr als 500 Kilometer weit tragen.

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