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Jetzt sind alle gezählt 2015 kamen 890.000 Flüchtlinge

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(Foto: dpa)

Die Gesamtzahl der Asylsuchenden 2015 lag deutlich unter den ursprünglich erfassten 1,1 Millionen, teilt Innenminister de Maizière mit. Aber auch die Zahl von 890.000 Flüchtlingen sei "sehr hoch". Die Lage vom vergangenen Herbst dürfe sich nicht wiederholen.

Im vergangenen Jahr sind 890.000 Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Das teilte Bundesinnenminister Thomas de Maizière mit. Bisher war die Bundesregierung von 1,1 Millionen Flüchtlingen ausgegangen.

Von den 890.000 seien 820.000 Asylsuchende mittlerweile vollständig registriert, sagte der CDU-Politiker. Rund 50.000 Schutzsuchende seien zunächst ebenfalls registriert worden, hätten ihre Asylverfahren aber nicht weiterbetrieben. Ihr Verbleib ist letztlich ungeklärt; de Maizière geht allerdings davon aus, dass sie zum größten Teil in ein anderes Land oder zurück in ihre Heimat gereist sind. Im laufenden Jahr seien bislang 210.000 Flüchtlinge nach Deutschland gekommen.

De Maizière hatte Anfang Januar mitgeteilt, dass 1,1 Millionen Flüchtlinge im sogenannten Easy-System erfasst worden seien. Allerdings hatte er schon damals darauf hingewiesen, dass die tatsächliche Zahl deutlich darunter liegen dürfte.

Die Differenz zwischen 890.000 und 1,1 Millionen ergibt sich dem Minister zufolge aus Mehrfachmeldungen. Auch spätere Weiter- oder Rückreisen bleiben bei Easy unberücksichtigt.

De Maizière betonte, im Laufe des Jahres seien "viele Maßnahmen ergriffen" worden, "um Schritt für Schritt für Klarheit, Transparenz, Stabilität, Sicherheit und Ordnung in unserem Land zu sorgen". Unter anderem nannte er die personelle Stärkung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) sowie die Wiedereinführung von Grenzkontrollen im September 2015.

Auch die Zahl von 890.000 Flüchtlingen sei "sehr hoch", betonte de Maizière. "Durch eine enorme, einzigartige Anstrengung der Verantwortlichen in Verwaltung und Politik, vor allem aber auch durch die großartige Unterstützung Tausender Ehrenamtlicher haben wir diese Herausforderung im Großen und Ganzen gut bewältigt." Er fügte hinzu: "Wir sind uns einig, dass sich die Lage im letzten Herbst nicht wiederholen darf." Deswegen seien in Europa und in Deutschland zahlreiche Maßnahmen ergriffen worden, um die Zahl der nach Deutschland kommenden Asylsuchenden zu reduzieren. "Daran arbeiten wir weiter."

Quelle: n-tv.de, hvo

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