Politik

CSD-Anschlag im Liveticker+++ 23:18 Brandenburger Tor erstrahlt in Regenbogenfarben +++

26.07.2026, 09:29 Uhr

In Berlin wird das Brandenburger Tor in den Regenbogenfarben angeleuchtet. Die Farben gelten als Symbol der queeren Szene und stehen für Vielfalt und Toleranz. Sie sind seit Sonnenuntergang an das Wahrzeichen in Berlins Mitte projiziert. Am Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor wurde im Tagesverlauf eine Mahnwache abgehalten. Trauernde legten Blumen und Kerzen ab.

Das-Brandenburger-Tor-wird-in-Regenbogenfarben-illuminiert-wobei-der-Schriftzug-Berlin-Stadt-der-Freiheit-zu-lesen-ist-Der-Christopher-Street-Day-in-Berlin-war-am-Vortag-abgebrochen-worden-nachdem-ein-Auto-am-Rande-der-Grossveranstaltung-in-eine-Menschenmenge-gefahren-war-Mindestens-eine-Frau-wurde-getoetet-viele-weitere-Menschen-wurden-verletzt-mehrere-davon-lebensbedrohlich
Die Regenbogenfarben leuchten auf dem Brandenburger Tor. (Foto: picture alliance/dpa)

+++ 22:13 "Versuch, unsere Gesellschaft zu spalten" - CSD-Veranstalter warnt vor politischer Instrumentalisierung +++

Die Veranstalter des Christopher Street Day (CSD) in Berlin warnen nach dem Terroranschlag am Rande der großen Abschlussparty vor vorschnellen Urteilen und Wertungen. "Wir wollen nicht, dass diese Tat für politische Zwecke instrumentalisiert wird oder Menschen unter Generalverdacht gestellt werden", sagt ein Sprecher in Berlin. "Hinter solcher Gewalt steckt der Versuch, unsere Gesellschaft zu spalten und Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Das werden wir als Berliner CSD nicht zulassen." Nötig seien jetzt Besonnenheit und Anteilnahme mit den Opfern und ihren Angehörigen, so der Sprecher. "Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen, sondern warten die laufenden Ermittlungen der Polizei ab." Klar sei, dass der Berliner CSD-Verein jede Form von Gewalt ablehne. "Ideologische, also religiöse Ideologien oder rechte Ideologien verfolgen beide das Ziel, queere Menschen zu unterdrücken." Der Berliner CSD stehe für Zusammenhalt, Respekt und Solidarität.  

+++ 21:47 Dobrindt: Solche Anschläge werden äußerst selten von Einzeltätern begangen +++

Nach dem Tod des Tatverdächtigen des mutmaßlich islamistischen Terroranschlags in Berlin geht Bundesinnenminister Dobrindt aktuell von keiner weiteren Gefahr aus. "Es gibt weitere Maßnahmen, aber wir gehen jetzt aktuell von keiner weiteren Gefährdung aus. Aber das ist alles immer eher eine Momentaufnahme", sagt der CSU-Politiker im ARD-Brennpunkt. In der Vergangenheit sei auch nach weiteren Verdächtigen gesucht worden. "Es gibt eine weitere Person, die in Betrachtung ist. Das hat sich bisher aber nicht erhärtet, ist aber auch noch nicht abgeschlossen." Diese Anschläge würden äußerst selten von Einzeltätern begangen werden, so Dobrindt. Es hatte länger geheißen, ein zweiter Tatverdächtiger sei in Gewahrsam gewesen. Es wurde sogar gemutmaßt, dass er der Fahrer des weißen Vans gewesen sein könnte.  

+++ 21:20 Bericht: Polizei hatte Kleingartenanlage schon Stunden vor Zugriff umstellt +++

Zeugen berichten, dass die Polizeikräfte bereits gegen 15 Uhr Stellung rund um die Kleingartenanlage in der Ruhlebener Straße bezogen und das Gelände weiträumig abgesperrt hätten, berichtet die "Bild"-Zeitung. Gegen 18 Uhr erfolgte der Zugriff. 

+++ 20:51 CDU-Innenexperte Krings fordert mehr Härte gegen Islamisten +++

Nach dem tödlichen Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin fordern führende Innenpolitiker der Union Konsequenzen und ein härteres Vorgehen gegen Islamisten. "Dieser furchtbare Anschlag auf unsere freiheitliche Lebensweise, aber auch andere tödliche Attacken der letzten Zeit müssen jetzt Anlass sein, den Kampf gegen den Islamismus noch einmal zu intensivieren", sagt Unions-Vize-Fraktionschef Günter Krings. "Dazu gehört natürlich ein schneller Abschluss der aktuellen großen Nachrichtendienstreform. Wir brauchen aber auch Lösungen, um erkannte Gefährder dauerhaft aus der Öffentlichkeit zu entfernen." Diejenigen, die wegen einer deutschen Staatsbürgerschaft nicht außer Landes gebracht werden könnten, müsse man "dauerhaft hier bei uns hinter Schloss und Riegel bringen". 

+++ 20:23 Wegner erleichtert über schnellen Fahndungserfolg der Polizei +++

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner ist erleichtert darüber, dass der Tatverdächtige des islamistisch motivierten Terroranschlags am Rande des Christopher Street Days (CSD) gestellt wurde. "Dass die Berliner Polizei innerhalb von 24 Stunden den Tatverdächtigen hat, ist ein großer Erfolg der Ermittlungsbehörden", sagt der CDU-Politiker am Abend im RBB. "Und da bin ich sehr dankbar."  

+++ 19:58 Hinweis auf Kleingartenanlage soll von einem Bürger gekommen sein +++

Der mutmaßliche Täter konnte laut RTL-Infos nach einem Bürgerhinweis in der Kleingartenanlage lokalisiert werden. Dort soll der Vater von Abdul B. eine Laube haben, berichtet die "B.Z.". 

+++ 19:37 Tatverdächtiger griff Polizisten bei Einsatz mit Stichwaffe an +++

Der mutmaßliche Täter des Anschlags am Rande des Berliner CSD hat nach bisherigen Erkenntnissen Polizisten in Berlin mit einer Stichwaffe angegriffen. Daraufhin sei auf den Mann geschossen worden und er sei trotz Reanimationsmaßnahmen gestorben, teilt die Berliner Polizei auf X mit.

+++ 19:26 Moderator Jochen Schropp fürchtet politische Instrumentalisierung +++

Der Moderator des Berliner Christopher Street Days (CSD), Jochen Schropp, ist nach dem tödlichen Angriff mit einem Auto am Rande der Großveranstaltung in Sorge. "Ich hoffe irgendwie, wir kommen da als Community gut durch", sagt der schwule 47-Jährige in einem Video auf Instagram. "Ich hab' sehr viele Menschen gesehen, denen es danach gar nicht gut ging und die unter Schock standen." Schropp hatte am Samstag mit Ricarda Hofmann durch das Hauptprogramm des CSD am Brandenburger Tor geführt. Es sei ein so schöner Tag, voll mit Liebe gewesen, so Schropp. Alle Künstlerinnen und Künstler seien toll gewesen, es habe so viel Spaß gemacht. "Und dann passiert sowas." RTL sagt Schropp: "Sollte sich der mutmaßlich islamistische Hintergrund der Tat bestätigen, fürchte ich, dass dieser Anschlag politisch instrumentalisiert wird und am Ende ausgerechnet denjenigen Kräften zugutekommt, die selbst gegen queere Rechte arbeiten und unsere demokratischen Werte infrage stellen."  

+++ 19:02 Suche nach CSD-Attentäter: Einsatz in Berliner Gartenkolonie +++

Bei der Fahndung nach dem CSD-Attentäter gibt es nach Informationen der "Bild"-Zeitung einen Polizeieinsatz in Berlin-Spandau. In einer Gartenkolonie sollen Spezialeinsatzkräfte des LKA eine Laube umstellt haben. Laut "B.Z." fallen dabei sogar Schüsse. Die Gartenlaube soll dem Vater des Tatverdächtigen gehören.

+++ 18:49 Polizeitaucher durchsuchen Tümpel am Fluchtweg des Attentäters +++

Im Berliner Tiergarten sind nach Angaben der "Bild"-Zeitung Polizeitaucher eingetroffen. Sie sollen den Tümpel durchsuchen, der sich neben dem Weg befindet, auf dem der Tatverdächtige geflüchtet sein soll. 

+++ 18:31 Kanzler Merz und mehrere Bundesminister legen Blumen am Tatort nieder +++

Bundeskanzler Friedrich Merz besucht den Tatort des Anschlags am Rande des Berliner CSD. Der CDU-Politiker macht sich nach einer Gedenk-Andacht auf den Weg zu der Stelle im Tiergarten und legt Blumen ab. Unter anderem mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Berlins Innensenatorin Iris Spranger hält er kurz inne und gedenkt der Opfer.  

Berlin-Deutschland-Auto-faehrt-bei-CSD-in-Menschenmenge-Bundeskanzler-Friedrich-Merz-CDU-besichtigt-am-Tag-nach-dem-Anschlag-mit-Mitgliedern-seines-Kabinetts-den-Tatort
Unter anderem Bundesinnenminister Dobrindt (r.), Justizministerin Hubig (3. v. r.) und Familienministerin Prien (4. v. r.) legen neben Kanzler Merz Blumen am Tatort nieder. (Foto: picture alliance / dts-Agentur)

+++ 18:14 Polizei erhält bereits knapp 300 Hinweise zu Anschlag +++

Aufgrund der großen Zahl von Zeugen des Anschlags auf den Berliner CSD gibt es zahlreiche Hinweise an die Polizei. Bis 16 Uhr am Sonntag sind bereits 285 im Hinweisportal der Polizei Berlin eingegangen. Das teilt diese auf Anfrage der "Zeit" mit.  

+++ 17:57 Chef von Deradikalisierungsprogramm sah keine Anzeichen einer konkreten Bedrohungssituation +++

Der Verdächtige des Anschlags auf den CSD in Berlin, Abdul B., sollte nach seiner Haftentlassung im Mai in ein Deradikalisierungsprogramm aufgenommen werden. Das bestätigt Thomas Mücke, Mitgründer und Geschäftsführer des "Violence Prevention Networks" (VPN) in Berlin, dem "Spiegel". Es hätten zwei Gespräche stattgefunden, zuletzt am 8. Juli. Dabei habe Abdul B. sich "freundlich, nichtssagend, angepasst" verhalten. Seinen Mitarbeitern seien Zweifel gekommen, ob es Sinn mache, ihn in das Deradikalisierungsprogramm aufzunehmen, so Mücke. Es brauche "eine gewisse Problemeinsicht", so Mücke weiter, "sonst kommt man nicht an diese Personen ran." In den beiden Vorgesprächen habe es "nicht das geringste Anzeichen einer konkreten Bedrohungssituation" gegeben, betont er. Eine endgültige Entscheidung über eine Aufnahme in die Beratung sollte nach einem dritten Gespräch mit den VPN-Experten fallen, das für kommende Woche angesetzt war. 

+++ 17:36 Tatfahrzeug wird abtransportiert und auf Spuren untersucht +++

Die Polizei hat das Tatwerkzeug vom CSD-Angriff - einen weißen Van - verladen. Das Fahrzeug werde abtransportiert, sagt ein Sprecher der Polizei. Auf einem sogenannten Sicherstellungsgelände würden dann Ermittler intensiv nach Spuren suchen. Mit dem Fahrzeug soll ein 21-jähriger Mann am Samstagabend in eine Menschenmenge am Rande des Berliner CSD gefahren sein. 

Berlin-Deutschland-Auto-faehrt-bei-CSD-in-Menschenmenge-Am-naechsten-Tag-wird-das-Tatfahrzeug-vom-Tatort-abtransportiert-die-Polizei-ist-weiter-vor-Ort
Das Tatfahrzeug wird auf ein Sicherungsgelände gebracht. (Foto: picture alliance / dts-Agentur)

+++ 17:17 Sarah Connor: "Umso mehr Grund laut zu bleiben" +++

Eben noch feiert Sarah Connor vor Hunderttausenden Liebe und Vielfalt, wenig später muss sie den Backstage-Bereich verlassen. In einem Instagram-Video beschreibt sie ihre Evakuierung, kondoliert den Betroffenen und fordert, nach der Todesfahrt am Rande des CSD weiter laut und sichtbar zu bleiben.

+++ 16:55 Mehrere Personen in Gewahrsam - aber keine Tatverdächtigen +++

Die Polizei hat nach dem Angriff am Rande des Christopher Street Day in Berlin mehrere Menschen in Gewahrsam genommen. Von Tatverdächtigen spricht Polizei-Sprecher Florian Nath dabei aber nicht. Er sagt zugleich auch: "Wir haben immer noch die Ermittlungshypothese, dass es nicht nur ein Tatverdächtiger sein könnte." Der Sprecher weiter: "Wir haben mehrere Personen, die wir natürlich im Zusammenhang mit dieser ganzen Tat befragt haben, die wir auch teilweise im Gewahrsam hatten, die wir im Gewahrsam haben". "Wir müssen diesen Personen aber konkrete Tatverdachtsmomente zuordnen. Wenn wir das nicht können, dann sind diese Personen nach Ablauf von 48 Stunden zu entlassen." Nach Informationen der "Bild"-Zeitung sollen drei Personen in Gewahrsam gewesen sein. Zwei von ihnen sollen demnach mittlerweile wieder auf freiem Fuß sein.

+++ 16:40 Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen +++

Die Bundesanwaltschaft wird die Ermittlungen zu dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag am Rande des Berliner Christopher Street Days (CSD) übernehmen. Das kündigt Bundesjustizministerin Stefanie Hubig an. 

+++ 16:24 Merz: Wir verteidigen Freiheit und Offenheit gegen das "Gift des Terrors" +++

Bundeskanzler Friedrich Merz verurteilt den Anschlag auf den CSD in Berlin als "verachtenswerte Tat". Er wünscht allen Opfern des Attentats schnelle Genesung. Vermutlich habe das vorbildlich schnelle Eingreifen der Einsatzkräfte Schlimmeres verhindert. Er stellt klar, dass diese Taten nur einen Zweck hätten, sie sollen "unsere Gesellschaft spalten". Aber, so Merz weiter, man werde über Konsequenzen nachdenken, besonnen und entschlossen, und man werde zeigen, dass für solche Menschen "kein Platz in unserer Gesellschaft" ist. Man werde Freiheit, Offenheit und Liberalität gegen das "Gift des Terrors" verteidigen. "Wir sind mehr, wir sind stärker und wir halten in unserem Land zusammen".

+++ 16:01 Alle bei CSD-Attentat Verletzten sind außer Lebensgefahr +++

Nach dem Angriff auf den CSD in Berlin gibt die Polizei mit Blick auf die Verletzten Entwarnung. Sie seien nicht mehr in Lebensgefahr, sagt ein Sprecher der Polizei. Niemand der Verletzten in den Krankenhäusern sei momentan in einem kritischen, lebensbedrohlichen Zustand. Bei dem Angriff starb nach Angaben von Innenminister Alexander Dobrindt eine Frau, 29 weitere wurden verletzt oder schwerst verletzt.  

+++ 15:46 Schwarze Kleidung und voller Bart - Nachbar spürten Radikalisierung von Tatverdächtigem +++

Die "Bild"-Zeitung berichtet, dass ein junger Nachbar des Tatverdächtigen Abdul B. als ruhig beschrieb, und erklärte, dass er sich in letzter Zeit stark verändert habe. So sei er zuletzt öfter in schwarzer Kleidung durch die Nachbarschaft gelaufen, mit vollem Bart. Zudem behauptet der Nachbar, B. habe an Anti-Israel-Protesten teilgenommen. Nachbarn und Freunde sollen gesagt haben, eine Radikalisierung sei spürbar gewesen. 

+++ 15:26 Dobrindt fordert, Sicherheitskonzepte für Großveranstaltungen zu prüfen +++

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt ruft nach dem Angriff am Rande des CSD in Berlin die Veranstalter von Großveranstaltungen und CSDs auf, ihre Sicherheitskonzepte zu überprüfen. Es gebe weitere Großveranstaltungen und "weitere Veranstaltungen des CSD", so Dobrindt in Berlin. "Wir erwarten, dass die Sicherheitsmaßnahmen in diesem Zusammenhang noch einmal betrachtet (...) werden." Im Zweifelsfall müssten sie erhöht werden. "Man kann nicht ausschließen, dass auch solche schrecklichen Taten, solche terroristischen Anschläge auch Nachahmer finden", führt Dobrindt aus. "Es ist nicht typisch für solche Situationen, aber es ist auch nicht auszuschließen." 

+++ 15:09 Großeinsatz von Polizei und Bundespolizei auch an Bahnhöfen, Flughäfen und Grenzen bundesweit +++

Nach dem Tatverdächtigen für den mutmaßlichen Terroranschlag am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin wird bundesweit gefahndet. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt spricht bei einem Statement von einem "großen Kräfteeinsatz" von Polizei und Bundespolizei. Das betreffe nicht nur Berlin, sondern auch Bahnhöfe und Flughäfen in ganz Deutschland sowie die Grenzen. 

+++ 14:46 Bereits 2000 Menschen zu Trauermarsch in Berlin gekommen +++

Um 14 Uhr ist der Pariser Platz in Berlin bereits gefüllt, rund 2000 Personen sind bisher gekommen, schätzt die Polizei. Noch immer kommen mehr Menschen vor das Brandenburger Tor, berichtet der "Tagesspiegel". Zwischen den Regenbogenflaggen tragen einige Menschen Schwarz, weinen und umarmen sich, manche haben Blumen mitgebracht. 

+++ 14:41 Kanzler Merz gibt vor Trauergottesdienst Statement ab +++

Nach dem Angriff am Rande des Berliner CSD will sich Bundeskanzler Friedrich Merz am Nachmittag öffentlich in Berlin äußern. Wie ein Sprecher der Bundesregierung mitteilt, wird Merz gegen 16.15 Uhr ein Statement vor der St. Marienkirche abgeben. In der Kirche ist am Nachmittag eine Andacht geplant. Dabei will Bischof Christian Stäblein eine kurze Ansprache halten. 

+++ 14:37 Wegner: "Anschlag auf uns alle, auf unsere Art und Weise unseres Zusammenlebens" +++

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner verdeutlicht, dass der Terroranschlag auf den Berliner CSD ein "Anschlag auf uns alle, auf unsere Art und Weise unseres Zusammenlebens", war. Es sei wichtig, dass in Berlin und bundesweit Großveranstaltungen sicher durchgeführt werden könnten. Das sei in Berlin trotz der schrecklichen Tat der Fall gewesen. Der Täter habe die Menschen abseits des Veranstaltungsbereichs erfasst, so Wegner. Dieser war durch die Berliner Polizei abgesichert. Nun sei zentral, dass der Täter schnellstmöglich ermittelt und seiner gerechten Strafe zugeführt werde, so der Regierende Bürgermeister in seiner Stellungnahme.

+++ 14:21 Dobrindt: Bluttat auf Berliner CSD war "islamistischer Terroranschlag" +++

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt stuft die Bluttat auf dem Berliner CSD als islamistischen Terroranschlag ein. Das erklärt er in einem Interview in Berlin. Der Täter habe zuerst Menschen mit seinem Fahrzeug erfasst und sei anschließend mit einer Hiebwaffe, vermutlich einer Machete, auf weitere Menschen losgegangen. Auch von ihnen soll er einige verletzt haben. Seinen Worten zufolge wurde eine Frau getötet und vermutlich 29 Menschen verletzt, teils schwerst. Er ist weiterhin flüchtig, so Dobrindt. Der Verdächtige soll ein langes Strafregister haben - unter anderem sei er zu einem Jahr und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Diese wurde allerdings zur Bewährung ausgesetzt. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen Deutschen, der libanesische Wurzeln hat, so der Bundesinnenminister. Er wurde 2005 in Deutschland geboren, seine Mutter wurde 2002 eingebürgert.

+++ 13:42 Abdul B. sollte morgen zum Deradikalisierungskurs +++

Wie mehrere Medien berichten, wurde Abdul B. im Mai auf Bewährung aus der Haft entlassen - mit der Auflage, einen Deradikalisierungskurs zu besuchen. Demnach war er angewiesen, 26 Gesprächstermine wahrzunehmen. Zwei Termine hatte er besucht. Der dritte Termin war laut "Bild"-Zeitung für den 27. Juli angesetzt, also morgen. NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" zufolge erwies sich B. in den Gesprächen als "komplexer" Fall. Er sei zwar freundlich und angepasst gewesen. Bei den Beratern hätten aber Zweifel an seiner Ernsthaftigkeit vorgelegen.

+++ 13:30 Alle Charité-Patienten sind außer Lebensgefahr +++

Die Berliner Charité gibt Entwarnung für die CSD-Patienten, die nach dem Anschlag in dem Berliner Universitätsklinikum betreut wurden. "Die Charité hat gestern Nacht acht auf dem CSD verletzte Menschen versorgt, vier konnten inzwischen entlassen werden", sagt ein Kliniksprecher. Vier weitere Patienten werden auf Intensivstationen behandelt. Es bestehe "zum jetzigen Zeitpunkt keine Lebensgefahr". 

+++ 13:11 Bericht: Mutmaßlicher Beifahrer festgenommen +++

Die Polizei hat offenbar bereits in der Nacht einen Tatverdächtigen in Zusammenhang mit dem Anschlag auf den CSD festgenommen. Wie der RBB berichtet, soll es sich um einen Mann mit iranischer Staatsbürgerschaft handeln. Die Polizei geht davon aus, dass er als Beifahrer von Abdul B. im Auto saß.

+++ 12:56 Polizei setzt Suchhunde im Tiergarten ein +++

Die Berliner Polizei sucht den Anschlagsort im Tiergarten großflächig ab. Dabei setzt die Polizei auch Suchhunde ein. Wonach gesucht wird, ist nicht bekannt.

Einsatzkraefte-der-Polizei-durchsuchen-den-Forst-in-der-Naehe-des-Bereichs-des-Tiergartens-wo-ein-Fahrzeug-einen-Baum-gerammt-hatte-Am-Rande-des-Christopher-Street-Day-in-Berlin-war-das-Fahrzeug-in-eine-Menschenmenge-gefahren-Dabei-wurde-eine-Frau-getoetet-16-weitere-Menschen-verletzt-zum-Teil-schwer
Einsatzkräfte der Polizei durchsuchen den Tiergarten. (Foto: picture alliance/dpa)

+++ 12:29 Bericht: Abdul B. wollte sich in Syrien dem IS anschließen +++

Abdul B. gehört für die deutschen Sicherheitsbehörden offenbar zur Gruppe radikalisierter und gewaltbereiter islamistischer "Gefährder". Wie die "Süddeutsche Zeitung", der NDR und WDR berichten, soll er versucht haben, nach Syrien auszureisen, um sich der Terrorgruppe "Islamischer Staat" anzuschließen. Bei der Rückkehr aus dem Libanon wurde er Ende 2025 am Berliner Flughafen BER festgenommen und saß anschließend wegen des Verdachts der Vorbereitung einer terroristischen Straftat bis Mai 2026 in Untersuchungshaft.

+++ 12:11 Berliner Polizei durchkämmt Bahnhofstunnel +++

Auf der Suche nach dem Tatverdächtigen überprüft die Berliner Polizei mehrere Bahnhöfe im näheren Umfeld des Anschlagsorts. Einem Sprecher zufolge gehen die Einsatzkräfte etwaigen Hinweisen nach: "Wir sind mittendrin in den wirklich umfassenden Maßnahmen." Weitere Einzelheiten, wonach die Polizei in den U- und S-Bahn-Tunneln sucht, sind nicht bekannt.  

Schwer-bewaffnete-Spezialkraefte-der-Polizei-sperren-saemtliche-Zugaenge-zum-S-Bahnhof-Anhalter-Bahnhof-ab-Unter-Hochdruck-fahndet-die-Polizei-nach-dem-mutmasslichen-Fahrer-der-einen-weissen-Wagen-in-eine-Menschenmenge-unweit-des-Christopher-Street-Days-gefahren-hat
Schwer bewaffnete Spezialkräfte der Polizei sperren sämtliche Zugänge zum S-Bahnhof Anhalter Bahnhof ab. Dieser befindet sich unweit des Tiergartens im Berliner Zentrum. (Foto: picture alliance/dpa)

+++ 11:49 Bericht: Abdul B. im Mai wegen Terrorplanung zu Haftstrafe verurteilt +++

Den Sicherheitsbehörden war das enorme Gefahrenpotenzial von Abdul B. offenbar bekannt: Der 21-Jährige wurde laut "Bild"-Zeitung erst vor wenigen Monaten vom Amtsgericht Tiergarten in Berlin zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt - wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Dieser Vorwurf umfasst unter anderem die Planung von Terroranschlägen. Demzufolge wurde B. im Libanon festgenommen und nach Deutschland überführt, weil er deutscher Staatsbürger ist. Nach der Verurteilung soll er teilweise von der Polizei observiert worden sein.

+++ 11:24 Bericht: Handy von Abdul B. im Tatfahrzeug gefunden +++

Die Polizei befindet sich offenbar im Besitz des Handys von Abdul B. Laut "Bild"-Zeitung wurde es im Tatfahrzeug sichergestellt.

+++ 11:01 Bericht: Beide Airbags des Tatfahrzeugs lösten aus +++

Der Berliner "Tagesspiegel" berichtet unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass im Tatfahrzeug bei dem Zusammenprall mit dem Baum nicht nur der Airbag auf der Fahrerseite auslöste, sondern auch der Beifahrerairbag. Dies ist demzufolge der Grund, warum nach wie vor nicht ausgeschlossen wird, dass es neben Abdul B. einen zweiten Tatverdächtigen geben könnte. Dies muss allerdings nicht zwingend der Fall gewesen sein: In einigen Autos lösen bei Unfällen standardmäßig beide Airbags aus, in anderen nur dann, wenn der jeweilige Platz auch besetzt ist. In ihrer gemeinsamen Pressemitteilung hatten Polizei und Staatsanwaltschaft am Morgen mitgeteilt, dass nach der Tat "eine oder mehrere Personen" aus dem Tatfahrzeug geflüchtet seien. 

+++ 10:45 Aufnahmen zeigen "stark eingedelltes" Tatfahrzeug +++

Neue Aufnahmen zeigen den beschädigten Kastenwagen, mit dem mutmaßlich Abdul B. gestern Abend in eine Menschenmenge des CSD gerast ist. Die Aufnahmen lassen auf "mehrere Zusammenstöße" schließen, sagt ntv-Reporter Daniel Spliethoff. Zudem gibt es neue Hinweise zu dem Tatverdächtigen.

+++ 10:40 Berliner Polizei bittet NRW um Verstärkung +++

Die Polizei Berlin fordert laut der "Bild"-Zeitung Hundertschaften aus Nordrhein-Westfalen zur Unterstützung an. Diese sollen demnach dabei helfen, am Nachmittag eine Gedenkveranstaltung für den Anschlag am CSD abzusichern. Die Gedenkveranstaltung beginnt um 14 Uhr auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor und somit unweit des Tatorts im Berliner Tiergarten.

+++ 10:30 Tatauto war doch ein Mietwagen +++

Das Tatauto soll entgegen erster Polizeiangaben doch ein Mietwagen gewesen sein. Diesen soll Abdul B. selbst angemietet haben, wie aus Ermittlerkreisen verlautet. Ob der 21-Jährige bei dem Anschlag auf den CSD am Steuer saß, ist nach wie vor unklar. Der Fahrer raste am Abend mit einem weißen Kastenwagen mit hoher Geschwindigkeit in eine Menschenmenge im Berliner Tiergarten. Anschließend stieg er aus und flüchtete zu Fuß. Aufnahmen vom Tatort zeigen einen weißen Transporter, der gegen einen Baum geprallt war und deutliche Unfallspuren aufweist. Ursprünglich hatte die Polizei mitgeteilt, es handele sich um ein Privatfahrzeug. 

+++ 10:21 Abdul B. besitzt deutsche Staatsangehörigkeit +++

Der gesuchte 21-Jährige hat nach Informationen von RTL/ntv einen libanesischen Migrationshintergrund, wurde aber in Berlin geboren. Ermittlerkreisen zufolge besitzt er die deutsche Staatsangehörigkeit und hat einen deutschen Pass.

+++ 10:08 Kanzler Merz nimmt an Lagebesprechung teil +++

Bundeskanzler Friedrich Merz befindet sich Regierungskreisen zufolge im ständigen Austausch mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und den Sicherheitsbehörden. Er werde in die Lagebesprechung des Innenministeriums zugeschaltet, heißt es. "Alle weiteren Schritte werden anschließend in enger Abstimmung mit dem Land Berlin, den Sicherheitsbehörden und innerhalb der Bundesregierung entschieden."

+++ 09:58 Tatverdächtiger lebte bei seinen Eltern +++

Der gesuchte 21-Jährige lebte nach Informationen von RTL/ntv in Berlin-Schöneberg in der Wohnung seiner Eltern. Die Adresse in der Bissingzeile befindet sich unmittelbarer Nähe des Tatorts am Tiergarten im Zentrum der Hauptstadt. Die Wohnung wurde in den frühen Morgenstunden von der Polizei durchsucht. Die Einsatzkräfte trafen Abdul B. jedoch nicht an. Wie der Berliner "Tagesspiegel" berichtet, wurde die Wohnung inzwischen versiegelt.

+++ 09:55 "Nicht ansprechen" - Polizei fahndet mit Foto nach Abdul B. +++

Als die Polizei am späten Abend am Ort des Anschlags auf den Berliner CSD eintrifft, findet sie das Tatfahrzeug leer vor. Der später als 21-jähriger Islamist identifizierte mutmaßliche Täter entkommt. Am Morgen nach der Tat veröffentlicht die Polizei nun ein Foto von Abdul B., nach dem öffentlich gefahndet wird.

+++ 09:46 Polizei kontrolliert alle deutschen Außengrenzen +++

Die Sicherheitsbehörden fahnden seit der Nacht nicht nur in Berlin nach dem tatverdächtigen Abdul B., sondern auch an den Landesgrenzen. Laut den Behörden wurden an jeder deutschen Außengrenze Fahndungsmaßnahmen eingeleitet. Polizeibehörden in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Österreich, der Schweiz, Tschechien, Polen und Dänemark wurden alarmiert.

+++ 09:40 Berliner Innensenatorin bricht Urlaub ab +++

Berlins Innensenatorin Iris Spranger kehrt nach RTL/ntv-Informationen aus dem Urlaub in die Hauptstadt zurück. "Ich bin heute noch in Berlin, stehe mit den Sicherheitsbehörden im engsten Kontakt", sagt die 64-jährige SPD-Politikerin der "Bild"-Zeitung. Gegen Abend ist demnach eine Pressekonferenz mit den Sicherheitsbehörden geplant.

+++ 09:29 Bundesanwaltschaft in Kontakt mit Berliner Behörden +++

Die Bundesanwaltschaft steht nach dem Angriff auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin in Kontakt mit den Berliner Ermittlungsbehörden. Das teilt eine Sprecherin der Karlsruher Behörde mit. Der Generalbundesanwalt habe die Ermittlungen in diesem Fall aber bislang nicht übernommen. Die Bundesanwaltschaft ist die oberste Anklagebehörde in Deutschland. Sie kann unter anderem Fälle von islamistisch motiviertem Terrorismus übernehmen. Zudem kann sie solche mit besonderer Bedeutung an sich ziehen.

+++ 08:56 Dobrindt bietet Berliner Ermittlern Hilfe des Bundes an +++

Die Berliner Ermittlungsbehörden können bei der Fahndung nach Abdul B. auf die Unterstützung der Bundesbehörden zählen. Das teilt ein Sprecher von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt mit. Bundeskanzler Friedrich Merz wurde demnach unmittelbar nach der Tat informiert. "Was für eine abscheuliche Tat in Berlin", schrieb Merz auf X. "Hunderttausende Menschen aus aller Welt feierten friedlich beim Christopher Street Day. Sie wollten, dass wir gut und tolerant miteinander umgehen. Das ist ein Angriff auf unsere Gesellschaft."

+++ 08:33 Polizei bittet Öffentlichkeit um Unterstützung +++

Die Polizei fahndet nach dem mutmaßlichen Anschlag auf den CSD in Berlin öffentlich nach dem Tatverdächtigen und bittet die Bevölkerung um Unterstützung. Sie veröffentlichte am frühen Morgen ein Foto des 21-jährigen Abdul B. und beschrieb ihn als circa 1,90 Meter groß und von schlanker Statur. Er trage einen schwarzen Hoodie und eine weiße Hose. Sie warnte davor, den Mann direkt anzusprechen, da er möglicherweise bewaffnet und gefährlich sei. 

+++ 08:22 "Polizei spricht von möglicher zweiter Tatphase" +++

Am Morgen nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. ntv-Reporter Daniel Spliethoff steht in Berlin an dem Ort, wo das Auto in den Tiergarten und dort in die Menschenmenge fuhr. Danach griff der Täter womöglich mit einer Stichwaffe an. Die Fahndung läuft.