Politik

Polizei führt Festgenommene vor 28 Angreifer sollen Moise umgebracht haben

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Auf einer Pressekonferenz präsentiert die Polizei sichergestellte Waffen und auch die mutmaßlichen Attentäter.

(Foto: REUTERS)

Nach der Ermordung von Haitis Präsident Moise spricht die Polizei zunächst von vier mutmaßlichen Tätern, die getötet worden seien. Am nächsten Tag präsentiert sie neben sichergestellten Waffen auch viele weitere Festgenommene. Die meisten sollen kolumbianische Ex-Soldaten sein.

An der Ermordung des Präsidenten Jovenel Moise waren nach Angaben der Polizei in Haiti 26 Kolumbianer und zwei US-Amerikaner haitianischer Herkunft beteiligt. Davon seien 15 Kolumbianer und die beiden US-Amerikaner festgenommen worden, sagte Interims-Polizeichef Léon Charles, der gemeinsam mit dem Interims-Premierminister Claude Joseph im Hauptgebäude der Nationalpolizei in der Hauptstadt Port-au-Prince vor die Kameras trat.

Der Verteidigungsminister des Landes, Diego Molano, erklärte in einer Videoansprache, bei den mutmaßlichen Verantwortlichen für das Attentat handle es sich nach ersten Informationen um ehemalige Angehörige der kolumbianischen Armee. Drei Kolumbianer seien getötet worden und acht seien noch auf der Flucht, sagte Charles. Bei der Veranstaltung wurden auch die Festgenommenen vorgeführt - mit angelegten Handfesseln auf dem Boden sitzend. Manche von ihnen waren sichtbar verletzt. Auf einem Tisch lagen Gegenstände, die beschlagnahmt worden seien: automatische Waffen, Macheten, Vorschlaghammer, kolumbianische Reisepässe und Handys.

Der 53 Jahre alte Staatschef Moise war in der Nacht zum Mittwoch in seiner Residenz erschossen worden. Seine Ehefrau Martine wurde schwer verletzt und zur Behandlung in die US-Stadt Miami gebracht. Die Zeitung "Le Nouvelliste" berichtete, Moises Leichnam habe zwölf Einschusslöcher, zum Teil von großkalibrigen Waffen. Haitis Botschafter in den USA, Bocchit Edmond, bezeichnete die Attentäter als gut ausgebildete und schwer bewaffnete ausländische Söldner. Sie hätten sich als Agenten der US-Drogenbehörde DEA ausgegeben. Die Hintergründe der Tat blieben bislang unklar.

Der bereits von Instabilität und Armut geprägte Karibikstaat droht jetzt weiter ins Chaos abzudriften. Haiti hat nun weder einen Präsidenten noch ein funktionierendes Parlament. Der amtierende Regierungschef und sein bereits nominierter Nachfolger beanspruchen das Amt jeweils für sich. Haitis Wahlminister Mathias Pierre hat derweil erklärt, dass sowohl die Präsidentschaftswahl als auch das Verfassungsreferendum wie geplant am 26. September durchgeführt werden sollen. "Die Wahl war nicht für Jovenel Moise als Präsident. Sie wurde als Notwendigkeit gesehen, um das Land und das politische System zu stabilisieren", sagte Matias Pierre.

Quelle: ntv.de, ino/dpa/rts

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