Politik

Verbrechen in Libyen 36 Leichen nahe Bengasi entdeckt

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Der umstrittene abtrünnige General Chalifa Haftar.

(Foto: REUTERS)

Im Herbst 2011 wird der langjährige Machthaber Libyens, Gaddafi, gestürzt. Seitdem herrscht Chaos in dem nordafrikanischen Land. Weite Teile kontrollieren militante Milizen. Der Fund von drei Dutzend Leichen untermauert dieses Bild.

In der Nähe der ostlibyschen Stadt Bengasi sind die Leichen von 36 erschossenen Menschen entdeckt worden. Der Fund sei in der Region Al-Abjar, rund 70 Kilometer östlich von Bengasi, gemacht worden, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte. Es handele sich vermutlich um die Leichen von Islamisten, darunter 19 Ausländer.

Die UN-Vertretung in Libyen verurteilte "mit größter Entschiedenheit dieses schändliche Verbrechen, das zum Tod von mindestens 36 Personen geführt hat", und forderte unverzügliche Ermittlungen.

Ermittlungen angekündigt

Der umstrittene abtrünnige General Chalifa Haftar, in dessen Herrschaftsgebiet die Leichen gefunden wurden, hatte zuvor bereits Ermittlungen angekündigt, um die Verantwortlichen für dieses "Verbrechen" zu finden. Dabei solle auch geklärt werden, ob die Opfer zuvor von seinen Männern gefangen genommen worden seien, erklärte Haftar nach Angaben der ihm nahstehenden Nachrichtenagentur Lana.

Der selbsternannten Nationalen Libyschen Armee (ANL) von General Haftar wird vorgeworfen, in den vergangenen Jahren immer wieder gefangen genommene Dschihadisten bei Massenhinrichtungen getötet zu haben.

Im August hatte der Internationale Strafgerichtshof einen Haftbefehl gegen den Kommandeur eines Spezialkommandos der ANL erlassen. Mahmoud Al-Werfalli soll 2016 und 2017 mindestens sieben Mal auf Zivilisten oder verletzte Kämpfer geschossen oder deren Hinrichtung angeordnet haben. Haftars Truppe teilte daraufhin mit, der Beschuldigte sei bereits festgenommen worden und komme vor ein Militärgericht.

Seit dem Sturz von Libyens langjährigem Machthaber Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrscht Chaos in dem nordafrikanischen Land. Weite Teile Libyens werden von bewaffneten Milizen kontrolliert. Die Autorität der international unterstützten Regierung der nationalen Einheit wird von einer Gegenregierung in Frage gestellt, die mit Hilfe von Haftars ANL im Osten von Libyen herrscht. Nach dreijährigen Kämpfen haben Haftars Kämpfer die Dschihadistenmilizen fast vollständig aus Bengasi, Libyens zweitgrößter Stadt, vertrieben.

Quelle: n-tv.de, bad/AFP