Politik

Proteste am Flughafen Düsseldorf Abschiebeflug in Afghanistan gelandet

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Wieder Abschiebeflug nach Afghanistan gestartet

(Foto: picture alliance / Henning Kaise)

Deutschland schiebt seit Dezember 2016 wieder nach Afghanistan ab. Politisch ist dieses Vorgehen umstritten, da die Sicherheitslage in dem Land unterschiedlich gedeutet wird. Immer wieder werden die Starts von Bürgerprotesten begleitet - auch dieses Mal.

In Afghanistans Hauptstadt Kabul ist ein weiterer Abschiebeflug aus Deutschland eingetroffen. Dies bestätigte ein Beamter der Einwanderungsbehörde der Nachrichtenagentur dpa. Die Maschine war am Dienstagabend in Düsseldorf gestartet. Es war die bisher zwölfte Sammelabschiebung aus Deutschland nach Afghanistan. Wie viele Asylbewerber in der Maschine saßen, war nicht bekannt.

Bei den vorangegangenen elf Sammelabschiebungen waren seit Dezember 2016 aus Deutschland 198 Männer nach Afghanistan zurückgebracht worden. Menschenrechtsaktivisten kritisieren die Abschiebepraxis wegen der Sicherheitslage in Afghanistan.

Erst am Sonntag waren bei einem Bombenanschlag der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mindestens 57 Menschen in Kabul ums Leben gekommen. Seit 2017 beschränken die deutschen Behörden die Abschiebungen auf Straftäter, terroristische Gefährder und Menschen, die "die Mitwirkung an der Identitätsfeststellung hartnäckig verweigern".

Pro Asyl bezeichnete den Abschiebeflug vom Dienstag als "unverantwortlich", da die Betroffenen in ihrer Heimat "ein hohes Maß an Unsicherheit" erwarte. In der Vorwahlzeit in Afghanistan sei "vermehrt mit Anschlägen des IS und der Taliban zu rechnen".

Am Flughafen in Düsseldorf gab es vor dem Abflug der Maschine Proteste gegen die Abschiebung. Es habe eine Versammlung von 20 bis 40 Demonstranten gegeben, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Zwischenfälle habe es aber nicht gegeben.

Quelle: ntv.de, bad/AFP