Politik

"Genderwahnsinn" AfD-Mann verzweifelt am Spurende

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Gunnar Lindemann (AfD)

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Die AfD kämpft bekanntermaßen mit Leidenschaft gegen Gleichberechtigung in der Sprache. Den "täglichen Genderwahnsinn" will ein Politiker der Partei jetzt im Wort "Fahrspurende" entdeckt haben, das er für die weibliche Form der Fahrspur hält.

Auf der A10 bei Berlin sind gestern bei einem Verkehrsunfall zwei Menschen verletzt worden. Eine Autofahrerin hatte das Ende einer Fahrspur übersehen. So meldete es die lokale "B.Z." und titelte "Frau übersieht Fahrspurende und fährt in Baustelle - zwei Verletzte". Dem Berliner AfD-Politiker Gunnar Lindemann trieb es angesichts der Schlagzeile gestern die Zornesröte ins Gesicht. "Der tägliche Genderwahnsinn: Jetzt werden sogar Fahrspuren gegendert", twitterte er. "Wie wäre es mal mit der guten alten Duden-Rechtschreibung anstatt mit diesem links-grünen Ideologien liebe BZ", schlug er dem Blatt vor.

Mit dem Missverständnis über das angeblich gegenderte Wort, das an dieser Stelle aber bloß die schlichte Beschreibung der Unfallsituation ist, sorgt Lindemann seit gestern für Erheiterung. Eine Nutzerin fragte den Politiker etwa, ob er Hähnchen-Innenfilet auch für die gegenderte Form von Hähnchenfilet halte. Ein anderer Nutzer mutmaßt, das Lindemann im Baumarkt die als "Rauhputz Innen" deklarierte Wandbeschichtung auch für die weibliche Form von Rauhputz hielte. Weitere Nutzer schlagen Lindemann eine berufliche Zukunft als Chefredakteur der Satire-Seite "Der Postillon" vor.

Dass er sich möglicherweise einfach verlesen hat, möchte Lindemann aber nicht einräumen. Er untermauert seine Beschwerde mit einem weiteren Tweet. Er zeigt eine Suche im Duden, die offenbar belegen soll: Das Wort "Fahrspurende" gibt es überhaupt nicht. Ob der Politiker des Berliner Abgeordnetenhauses die Bemerkung ernst gemeint hat oder nicht, ist unklar.

Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte er: "Ein Wort 'Fahrspurende' existiert nach dem Duden für die deutsche Rechtschreibung nicht. Mit dem Tweet wollte ich auf humorvolle Art die Medientreibenden und alle anderen Leser ein wenig für die deutsche Sprache sensibilisieren. Das Ende einer Fahrspur ist mir als Verkehrspolitiker natürlich bekannt."

Quelle: ntv.de, bdk