Frau sei nicht arbeitsfähigAfD-Politiker soll über 80-Jährige im Landtagsbüro beschäftigen

Das nächste Puzzleteil in der Geschichte um fragwürdige Beschäftigungsverhältnisse in der AfD. Diesmal soll der NRW-Abgeordnete Esser eine Frau im Landtagsbüro beschäftigen, die Mitte 80 und kaum arbeitsfähig sein soll. Damit gerät Esser zum wiederholten Male in die Schlagzeilen.
Der nordrhein-westfälische AfD-Landtagsabgeordnete Klaus Esser beschäftigt eine Frau, die offenbar nicht mehr arbeitsfähig ist. Rosemarie Z. ist Jahrgang 1940, trotzdem wird sie in Unterlagen, die dem "Spiegel" vorliegen, als Mitarbeiterin seines Landtagsbüros ausgewiesen.
Der Ehemann der Mittachtzigerin soll sich bei Parteiveranstaltungen oft frühzeitig mit dem Hinweis verabschieden, dass er sie nicht allzu lang allein zu Hause lassen könne. Aus Parteikreisen heißt es, die Anstellung gebe es, weil ihr Ehemann Werner Z. Teil eines parteiinternen Netzwerks um Esser sei und sich Esser so dessen Solidarität sichere. Auch der Ehemann selbst ist bei einem Europaabgeordneten angestellt, der diesem Netzwerk nahesteht.
Esser darf aktuell keine Ämter in der Partei ausüben, weil er bei der Aufnahme von neuen Mitgliedern gegen die Regeln verstoßen hat. Außerdem soll er gefälschte Hochschulabschlüsse vorgelegt haben, er muss sich deswegen vor Gericht verantworten.
Die Eheleute Z. und Esser äußerten sich auf Anfrage nicht. Der Europaabgeordnete weist zurück, dass die Anstellung von Z. mit parteiinternen Ränkespielen zu tun habe.
Seit Tagen erschüttert die AfD eine Affäre rund um Vetternwirtschaft, Gefälligkeiten und Geheimallianzen, vorrangig in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, doch auch in anderen Landesverbänden werden immer wieder Fälle bekannt.