Politik

Antifa knüppelt Rechtsstaat nieder AfD blamiert sich mit gefälschtem Foto

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Mi diesem Bild machte die AfD Werbung für ihre Politik. Inzwischen hat die Partei den Flyer von ihrer Homepage gelöscht.

Beatrix von Storch rutscht auf der Maus aus, und die Nürnberger AfD fälscht Überschriften bei Facebook. Dass die AfD es mit der Wahrheit nicht besonders genau nimmt, zeigt auch ein aktuelles Beispiel aus Stade.

AfD-Anhänger werfen den etablierten Medien in Deutschland gerne vor, es mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen. Allerdings haben AfD-Anhänger und -Politiker in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass die Wahrheit in ihren Augen durchaus formbar ist. Zuletzt etwa kam der Nürnberger Ableger der Partei unrühmlich damit in die Schlagzeilen, Überschriften der Münchener "Abendzeitung" gefälscht zu haben. Aktuell hat sich die AfD in Stade die Fakten nach ihrem eigenen Belieben zurechtgelegt.

Für die Kommunalwahlen hat die Partei einen Flyer verteilt, der eine Szene zeigt, in der ein Demonstrant einen Polizisten mit einer Fahnenstange niederknüppelt. Im Bild steht der Schriftzug "Rechtsstaat am Boden". Das Bild erzählt eine Geschichte: Der Polizist als Vertreter der Staatsmacht wird niedergeschlagen von - und jetzt kommt das entscheidende Detail - einem Anhänger der Antifa. Denn auf dem Rücken des ausholenden Demonstranten prangt ein großes Logo der Antifaschistischen Aktion.

Doch die Geschichte, die das Bild erzählt, ist ausgedacht. Das "Stader Tageblatt" hat nach Hinweisen in sozialen Netzwerken das Bild überprüft und herausgefunden, dass die AfD mit einem manipulierten Foto für ihre rechtspopulistische Politik wirbt. Denn das Foto, das symbolisieren soll, wie der Rechtsstaat von Linksextremisten niedergeschlagen wird, ist sieben Jahre alt, stammt aus Griechenland und wurde von dem Fotografen Milos Bicanski geschossen. Der Demonstrant auf der Originalaufnahme trug keine Antifa-Jacke.

"Stark verfremdete Arbeit eines unbekannten Künstlers"

Sicher ist inzwischen, dass es sich bei dem von der AfD verwendeten Foto um eine Manipulation handelt. In einer Erklärung der Partei auf ihrer Webseite behauptet diese, bei dem Bild handele es sich um eine "seit Jahren im Weltnetz befindliche, stark verfremdete Arbeit eines unbekannten Künstlers, welcher sich offensichtlich das 2009 bei Krawallen in Griechenland entstandene und später im "The Guardian" veröffentlichte Foto von Milos Bicanski zum Vorbild genommen hat". Wie die AfD darauf kommt, ist schleierhaft, wird das Bild doch genau in der Form, in der es die Partei verwendet hat, bei der Bildagentur Getty angeboten - und zwar als Werk von Milos Bicanski.

Die Partei hat damit nicht nur ein Werk des Fotografen ohne dessen Zustimmung verändert, sie zeigt es auch ohne Angaben von Quellen und ohne dessen Einverständnis. Mit dem Vorwurf der schweren Urheberrechtsverletzung konfrontiert, sagte der Pressesprecher der AfD, Helmut Wiegers, gegenüber der "Taz", dass es sich bei der Abbildung auf der Wahlwerbung nicht um ein Foto, sondern um ein Bild handele, da es ja ein Symbolbild sei: "Es trägt eine eigene Bildüberschrift. Dem unvoreingenommenen Betrachter wird durch dieselbige sofort deutlich, dass mit dem zu Boden fallenden Polizeibeamten der Rechtsstaat versinnbildlicht wird."

Man habe die kriminelle Entwicklung in Stade aufzeigen wollen. Darüber hinaus spricht Wiegers laut der "Taz" von einer Pressekampagne gegen die AfD. Der Flyer werde dazu genutzt, "um eine Kampagne gegen die AfD loszutreten".

Quelle: n-tv.de

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