Politik

Spenden im sechsstelligen Bereich AfD buhlt um die Gunst der Wirtschaft

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Dank Ex-BDI-Chef Henkel (l.) dürfte sich AfD-Chef Lucke (r.) über gute Kontakte zur Wirtschaft freuen können.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die AfD sieht sich selbst als eine Partei des Mittelstandes. Um diesen aber von sich zu überzeugen, sucht Parteichef Lucke jetzt gezielt die Nähe der Bosse. Doch nur wenige wollen, dass ihre Nähe zur AfD öffentlich wird.

Die eurokritische Partei AfD bemüht sich nach eigenen Angaben zunehmend um Unterstützung in der Wirtschaft. Hochrangige Manager und Unternehmer würden gezielt von Parteichef Bernd Lucke oder Bundesvorstandsmitglied Hans-Olaf Henkel angesprochen, sagte Sprecher Christian Lüth. Auch Verbände seien angeschrieben worden.

Henkel, früherer Chef von IBM Deutschland sowie Ex-Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) bestätigte derweil, dass mehrere Dax-Vorstände und zahlreiche Chefs von Familienunternehmen die AfD unterstützten. Namen nannte er allerdings nicht. "Diese Leute wollen noch nicht ihre Nähe zur AfD öffentlich machen, aber sie sympathisieren mit der Partei." Aus diesem Personenkreis flössen der AfD auch Spenden zu, sagte Henkel. Die Summen bewegten sich insgesamt im fünf- bis sechsstelligen Bereich.

Zu den wenigen, die ihre Nähe zur Alternative für Deutschland (AfD) öffentlich gemacht haben, zählen der Großaktionär des Anlagen- und Maschinenbauers SMS Group, Heinrich Weiss, und Hans Wall, Gründer des Außenwerbers Wall. Dieser hat sich nach Parteiangaben schon während des Bundestagswahlkampfs für die AfD interessiert. Und auch Weiss steht demnach seit längerem in engem Kontakt mit der Partei.

Dem "Manager Magazin" sagte Wall, die AfD sei für ihn "die Partei des deutschen Mittelstands". Er sei zu ihr aus Enttäuschung über die Euro-Rettungspolitik der Bundesregierung gestoßen. Bundeskanzlerin Angela Merkel warf er vor, unter ihrer Führung habe die Union ihre Wirtschaftskompetenz verloren.

Weiss war in den 80er Jahren Vorsitzender des CDU-Wirtschaftsrats. Als problematisch wertete er allerdings rechtspopulistische Tendenzen in der AfD: "Die Rechten muss die AfD wieder ausschwitzen, um mittelfristig erfolgreich zu bleiben."

Bei den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg waren AfD-Kandidaten in die Landtagegewählt worden, die ihre rechtsradikalen Ansichten nach Angaben der Parteiführung verschwiegen hatten. Die AfD-Spitzen in den Ländern distanzierten sich von diesen Abgeordneten.

Quelle: ntv.de, lou/rts