Politik

Spendenaufruf an Mitglieder AfD steckt in "schwerer finanzieller Notlage"

AfD-Bundesschatzmeister Klaus Fohrmann. Foto: Michael Kappeler/Archivbild

AfD-Bundesschatzmeister Fohrmann verschickt einen Hilferuf an die Parteimitglieder.

(Foto: Michael Kappeler/dpa)

In einem Rundbrief wirbt der Bundesschatzmeister der AfD bei den Mitgliedern um eine zusätzliche Spende. Der Grund: eine "schwere finanzielle Notlage". Das Geld soll laut einem Bericht für gerichtliche Auseinandersetzungen genutzt werden.

In der Parteikasse der AfD klafft einem Bericht zufolge ein Loch. "Wir befinden uns in einer schweren finanziellen Notlage", schrieb AfD-Bundesschatzmeister Klaus Fohrmann in einer Rundmail an Parteimitglieder, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtete. Ein Grund sei, dass die Partei im Jahr 2019 weniger Spenden eingenommen habe als in den Vorjahren.

Das wiederum wirke sich auf die Höhe der staatlichen Parteienfinanzierung aus. Fohrmann erbittet in der E-Mail demnach von den rund 38.000 Mitgliedern "einen weiteren Jahresbeitrag von 120 Euro".

Die Bundestagsverwaltung hatte im April entschieden, dass die AfD wegen illegaler Parteispenden eine Strafe von insgesamt 402.900 Euro zahlen muss. Es ging um Hilfen durch die Schweizer Werbeagentur Goal AG für AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen und das Bundesvorstandsmitglied Guido Reil in Landtagswahlkämpfen 2016 und 2017. Die Partei zog deshalb vor Gericht. Auch gegen Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel laufen Ermittlungen wegen Parteispenden aus dem Ausland.

Nach früheren Angaben Fohrmanns hat die AfD seit Anfang 2018 für mögliche Strafzahlungen - auch in anderen Fällen - Rücklagen in Höhe von insgesamt einer Million Euro gebildet.

Die erbetenen neuen Spenden sollen nach RND-Informationen in eine separate Kasse fließen, damit die Partei juristisch gegen eine befürchtete Beobachtung durch den Verfassungsschutz vorgehen kann. In der Rundmail des AfD-Bundesschatzmeisters sei die Rede von "sechsstelligen Beträgen" für "einen juristischen Abwehrkampf".

Quelle: ntv.de, mli/dpa/AFP