Politik
Amnesty-Protest in Rom gegen die Inhaftierung von Aktivisten in der Türkei.
Amnesty-Protest in Rom gegen die Inhaftierung von Aktivisten in der Türkei.(Foto: imago/Pacific Press Agency)
Samstag, 22. Juli 2017

Kritik an "Kerkermeister": Aktivistinnen in der Türkei erneut in Haft

Sie gehören zur selben Gruppe wie der in der Türkei inhaftierte Deutsche Peter Steudtner: Nun sitzen zwei Aktivistinnen in der Türkei ebenfalls in Haft. Und das bereits zum zweiten Mal - nachdem sie zwischenzeitlich freigelassen worden waren.

Türkische Sicherheitskräfte haben zwei Menschenrechtsaktivistinnen erneut verhaftet, die zwischenzeitlich auf freien Fuß gesetzt worden waren. Nach Angaben von Amnesty International wurde die Rechtsanwältin Nalan Erkem von der Gruppe Bürgerversammlung am Freitag in Istanbul und Ilknur Üstün von der Frauenkoalition am Samstag in Ankara verhaftet.

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Amnestys Europadirektor John Dalhuisen erklärte, Ankara habe damit seinen Ruf als "Kerkermeister" für Aktivisten der Zivilgesellschaft weiter gefestigt. Die Behörden hätten damit einen neuen "Gipfel der Absurdität" erreicht.

Beide Frauen waren bereits am 5. Juli zusammen mit sechs weiteren Teilnehmern eines Workshop zu IT-Sicherheit und Stressbewältigung wegen angeblicher Terrorunterstützung festgenommen worden. Gegen den Deutschen Peter Steudtner, den Schweden Ali Gharavi, die Direktorin von Amnesty International Türkei, Idil Eser, und drei weitere Festgenommene wurde am Dienstag Untersuchungshaft angeordnet.

Erkem und Üstün sowie zwei weitere Aktivisten kamen hingegen unter Auflagen zunächst auf freien Fuß. Am Freitag gab ein Gericht in Istanbul jedoch einem Einspruch der Staatsanwaltschaft gegen die Freilassung der vier Aktivisten statt.

Vor allem die Inhaftierung Steudtners war in Berlin auf scharfe Kritik gestoßen. Angesichts der zahlreichen Konflikte mit der Türkei kündigte Außenminister Sigmar Gabriel am Donnerstag eine "Neuausrichtung" der Politik gegenüber Ankara an.

Quelle: n-tv.de

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