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UN-Blauhelme als Geiseln Al-Nusra-Front erpresst die Uno

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Die Nusra-Front benutzt 45 Undof-Soldaten von den Fidschi-Inseln als Druckmittel gegenüber der Uno.

(Foto: AP)

Wofür sind aus Sicht einer syrischen Islamistengruppe gefangene Blauhelmsoldaten von den Fidschi-Inseln gut? Die neue Forderung der Nusra-Front an die Uno gibt Aufschluss. Der Ableger von Al-Kaida will aufgewertet werden.

Eine Gruppe radikaler Islamisten auf den Golanhöhen fordert für die Freilassung Dutzender UN-Blauhelmsoldaten die Streichung von einer internationalen Liste von Terror-Organisationen. Die UN-Listung bedeutet für die syrische Rebellengruppe eine Reihe von Sanktionen und Einschränkungen. Ferner fordern die Entführer dem Armeechef zufolge humanitäre Hilfen für eine von ihnen gehaltene Kleinstadt nahe Damaskus sowie Kompensationen für drei ihrer bei Gefechten getöteten Kämpfer. Dies seien die offiziellen an die Uno übermittelten Forderungen der Al-Nusra-Front, sagte ein Armeesprecher der Fidschi-Inseln.

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Der Grenzübergang Kuneitra im Golan. Die Stadt wird seit ihrer Zerstörung im Jom-Kippur-Krieg von der Undof-kontrolliert.

(Foto: dpa)

Nach unbestätigten Medienberichten aus Fidschi verlangen die Islamisten zudem die Freilassung des früheren Al-Kaida-Führers Abu Musab al-Suri, auch bekannt als Mustafa Setmariam Nasar. Dieser war im Jahr 2005 in Pakistan festgenommen worden und wird derzeit von den syrischen Behörden festgehalten.

Von dem Inselstaat stammen die 45 Soldaten der Schutztruppe Undof, die vergangene Woche von den Islamisten entführt wurden. Zuvor hatten die Nusra-Kämpfer den Grenzübergang Kuneitra erobert. Sie befinden sich an einem unbekannten Ort außerhalb der umkämpften Gebiete auf dem Golan. Ein Verhandlerteam der Vereinten Nationen soll inzwischen vor Ort sein. Die Islamisten haben nach Angaben der Fidschi-Armee ihrerseits beteuert, die Soldaten seien in Sicherheit. Philippinische Soldaten, die ebenfalls angegriffen wurden, konnten sich dagegen erfolgreich verteidigen. Sie hielten ihre Stellungen und konnten am Wochenende in Sicherheit gebracht werden.

Die UN-Soldaten auf den Golanhöhen gerieten seit dem Beginn des syrischen Bürgerkriegs bereits wiederholt unter Beschuss. Nachdem im vergangenen Jahr philippinische Soldaten vorübergehend von syrischen Rebellen verschleppt worden waren, erwog Manila ein Ende der Beteiligung am Undof-Einsatz. Erst vor wenigen Tagen wurde beschlossen, den Einsatz nach der Rückkehr der derzeit 331 Soldaten im Oktober nicht zu verlängern.

Zur Undof-Mission gehören derzeit etwa 1200 Soldaten aus Indien, Irland, den Niederlanden, Nepal, den Philippinen und Fidschi. Israel hatte nach dem Sechs-Tage-Krieg des Jahres 1967 Teile der Golanhöhen besetzt. Offiziell gehört der gesamte Höhenzug aber weiter zu Syrien.

Quelle: n-tv.de, nsc/AFP/rts

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