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Diplomatische Krise im Maghreb Algerien wirft Marokko Haschischhandel vor

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Tatsächlich fangen die Küstenwachen europäischer Mittelmeerstaaten immer wieder große Haschischlieferungen aus Marokko ab. Ob die allerdings aus staatlicher Produktion stammen, steht auf einem ganz anderen Blatt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Angeblich finanziert die marokkanische Regierung ihre Investitionen in Afrika mit Erlösen aus dem Drogenhandel - sogar die staatliche Fluggesellschaft soll involviert sein. Die Vorwürfe muten kurios an, sind aber todernst gemeint - und könnten drastische Folgen haben.

Algeriens Außenminister Abdelkader Messahel hat das Nachbarland Marokko des Haschischhandels beschuldigt und damit eine diplomatische Krise ausgelöst. Die marokkanische Regierung rief am Samstag aus Protest ihren Botschafter aus Algier zurück und bestellte den algerischen Geschäftsträger in Rabat ein. Marokkos Außenministerium bezeichnete Messahels Äußerungen als "unverantwortlich": Sie zeugten von einer "Ignoranz, die ebenso tief wie unentschuldbar" sei.

Messahel hatte am Vortag bei einem Wirtschaftsforum in Algier angedeutet, dass Marokko seine steigenden Investitionstätigkeiten in afrikanischen Ländern mit Erlösen aus dem im Land angebauten Haschisch finanziere. "Bei den marokkanischen Banken geht es um Geldwäsche aus dem Haschischgeschäft, das weiß doch jeder", sagte Messahel. "Afrikanische Staatschefs haben mir das gesagt." Auch die staatliche marokkanische Fluggesellschaft spiele bei den Haschisch-Deals eine Rolle, vermutete der Algerier: "Dass die Royal Air Maroc auch anderes als Passagiere transportiert, weiß die ganze Welt." Filmaufnahmen von Messahels Äußerungen verbreiteten sich schnell in den sozialen Medien der beiden Maghreb-Länder.

Marokkos Außenministerium warf Algerien vor, mit den Vorwürfen von eigenen Problemen ablenken zu wollen: "Diese verlogenen Anschuldigungen können aber nicht das eigenen Versagen rechtfertigen oder die erheblichen wirtschaftlichen und sozialen Probleme in diesem Land kaschieren."

Algerien und Marokko haben seit Langem ein gespanntes Verhältnis. Die Grenze zwischen den beiden Maghreb-Staaten ist seit 1994 geschlossen. Zu den großen Streitfragen zählt die Westsahara: Marokko hat große Teile der ehemaligen spanischen Kolonie besetzt, Algerien unterstützt die Unabhängigkeitsbewegung.

Quelle: n-tv.de, jve/AFP

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