Politik

Parlamentswahl in Griechenland Alle Zahlen, alle Fakten

Machtwechsel in Griechenland: Bei der vorgezogenen Parlamentswahl gewinnt Oppositionsführer Mitsotakis mit seiner konservativen Nea Dimokratie eine klare Mehrheit der Stimmen. Das linke Syriza-Bündnis verliert, Tsipras ist abgewählt.

Großer Wahltag in Griechenland: Sechs Wochen nach der Europawahl waren an diesem Sonntag offiziell rund zehn Millionen Griechen dazu aufgerufen, erneut ihre Stimme abzugeben. Diesmal ging es um die Neubesetzung des griechischen Parlaments in der Hauptstadt Athen.

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Die Wahllokale schlossen um 18.00 Uhr (MESZ). Laut vorläufigem Teilergebnis kam Alexis Tsipras' Herausforderer Kyriakos Mitsotakis - der Spitzenkandidat der konservativen Nea Dimokratia (ND) - auf 39,9 Prozent der abgegebenen Stimmen. Syriza-Chef Tsipras überzeugte dagegen nur 31,5 Prozent der Wähler. Drittstärkste Kraft im Parlament sind demnach die Sozialdemokraten, die mit der KINAL-Partei unter Spitzenkandidatin Fofi Gennimata ein vorläufiges Wahlergebnis von 8,1 Prozent einfahren.

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Die Zahl der Wahlberechtigten dürfte aufmerksame Leser verwundern: Amtlichen Daten zufolge zählt der Euro-Staat nur knapp elf Millionen Einwohner. Allerdings gibt es mehr als drei Millionen griechische Staatsbürger, die im Ausland leben - vor allem in den USA, in Australien und Kanada, aber auch in Deutschland, wo rund 375.000 Griechen leben.

Weil es in Griechenland keine Briefwahl gibt, fallen ihre Stimmen weg, es sei denn, sie reisen eigens zur Wahl in die Heimat. Zudem wird vermutet, dass in griechischen Wahllisten bis heute etliche Verstorbene aufgeführt sind, was die Zahl der potenziellen Wähler ebenfalls verfälschen könnte. Griechische Medien gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Wahlberechtigten bei rund 6,5 Millionen liegt.

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Bei der Parlamentswahl an diesem Sonntag konnten sich die Wähler zwischen 20 Parteien entscheiden. Realistische Aussichten auf einen Einzug ins Parlament hatten allerdings laut Umfragen nur fünf bis sieben Parteien.

Neben ND, Syriza und KINAL gelang der Einzug ins Parlament auch der kommunistische Partei KKE mit 5,3 Prozent (15 Sitze), der rechtspopulistischen Partei EL ("Griechische Lösung") mit ebenfalls 15 Sitzen sowie der neuen Partei des früheren griechischen Finanzministers Gianis Varoufakis, MeRA25, die voraussichtlich als kleinste Oppositionsfraktion am Rand noch neun Abgeordnete entsenden darf. Die rechtsextreme Goldene Morgenröte dürfte diesmal an der in Griechenland geltenden Drei-Prozent-Hürde gescheitert sein.

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Quelle: ntv.de