Politik

CDU-Politiker im "ntv Frühstart" Amthor wirft Opposition Corona-Wahlkampf vor

FDP-Chef Christian Lindner wirft der Bundesregierung ein Versagen mit Ansage vor. CDU-Politiker Philipp Amthor wehrt sich dagegen im "ntv Frühstart": Teile der Opposition plusterten sich als "Helden der dritten Halbzeit" auf.

Der CDU-Politiker Philipp Amthor hat scharfe Kritik in Richtung einiger Oppositionspolitiker geübt, die sich kritisch zur Corona-Strategie der Bundesregierung äußern. "Dieses Suchen nach dem Fehler, das finde ich schon etwas befremdlich für die politische Kultur in unserem Land", sagte Amthor in der ntv-Sendung "Frühstart".

FDP-Chef Christian Lindner hatte der Bundesregierung in einem "Bild"-Interview ein "Regierungsversagen" mit "einem gewissen Vorsatz" vorgeworfen. "Es erfüllt mich wirklich mit Befremden, wie jetzt hier einige Politiker in den Wahlkampf übergehen", sagte Amthor dazu, der in dem Zusammenhang auch die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, nannte. Auch "teilweise aus den eigenen Reihen der Koalition von der SPD" gebe es dieses Verhalten. Weiter sagte Amthor: "Einige plustern sich jetzt hier auf zu den Helden der dritten Halbzeit, das finde ich nicht überzeugend."

Amthor zeigte wiederum Verständnis dafür, dass die langsame Auszahlung der November- und Dezemberhilfen den Menschen große Sorge bereitete: "Dann ist das für viele Menschen im Land zu Recht ein Ärgernis, diese schleppende Umsetzung. Das spüre ich bei den vielen Unternehmen, bei den Mittelständlern, bei den Familienunternehmern bei mir im Wahlkreis."

"Laschet wird auf Merz-Anhänger zugehen"

Mit Blick auf die Lage in der CDU mit ihrem neuen Vorsitzenden Armin Laschet sagte Amthor, dass es kein Geheimnis sei, dass er sich in dem Rennen um den Vorsitz "sehr" für Friedrich Merz eingesetzt hatte. Zuletzt hatte der Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand der Unionsfraktion, Christian von Stetten, in der "Wirtschaftswoche", davor gewarnt, dass es zu "Tausenden" Parteiaustritten kommen könnte, sollte Friedrich Merz nicht "an vorderer Stelle" in der CDU eingebunden werden.

Amthor sagte: "Ja, es wurden viele Austritte angekündigt. Auch in meinem Heimatverband in Mecklenburg-Vorpommern gab es den einen oder anderen. Viele von diesen Austritten, die angekündigt wurden, konnten dann abgewendet werden, auch in persönlichen Gesprächen."

Der CDU-Politiker warnte davor, den Blick nur auf Austritte zu setzen. Amthor äußerte die Sorge, was die Entscheidung für Laschet als neuen Vorsitzenden "mit der Motivation einzelner Mitglieder" mache, sich noch für die CDU zu engagieren: "Hoffentlich ziehen sie sich nicht zurück. Da ist es unsere Verantwortung, ein Angebot zu machen. Aber um diese Herausforderung weiß auch Armin Laschet." Von Laschet erwartet Amthor, dass dieser "inhaltlich und dann, wenn es zu entscheiden ist, auch personell natürlich auch auf die liberal-konservativen in der Partei zugehen" werde.

Quelle: ntv.de, psa/shu