Politik

Nach Attentat auf offener Straße Angehörige des Pariser Angreifers in Gewahrsam

Bei der Attacke auf einen Geschichtslehrer in einem Pariser Vorort kommt nicht nur das Opfer ums Leben. Der Angreifer wird von der Polizei angeschossen und stirbt später. Der Polizei gelingt es jetzt, vier Personen aus dem Familienkreis in Gewahrsam zu nehmen. Einer von ihnen ist noch minderjährig.

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Lehrer in der Nähe von Paris sind vier Menschen in Polizeigewahrsam genommen worden. Die Festgenommenen, darunter ein Minderjähriger, seien aus dem Familienkreis des Angreifers, der von Polizisten getötet worden war, hieß es in der Nacht aus Justizkreisen. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron sagte, es handle sich "eindeutig" um einen "islamistischen Terroranschlag". In der Nacht zum Samstag seien zudem fünf weitere Verdächtige in Gewahrsam genommen worden, hieß es aus Justizkreisen. Insgesamt befinden sich damit nun neun Menschen in Gewahrsam.

Bei dem Opfer handelt es sich nach Polizeiangaben um einen Geschichtslehrer, der seinen Schülern im Rahmen seines Unterrichts über Meinungsfreiheit die Mohammed-Karikaturen gezeigt hatte. Der Angreifer soll nach der Tat in dem Ort nordwestlich der französischen Hauptstadt "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen haben. Er wurde von der Polizei angeschossen und starb nach Angaben aus Justizkreisen später.

Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt den Angaben zufolge wegen "Mordes in Verbindung mit einem terroristischen Unternehmen" und wegen einer "kriminellen terroristischen Vereinigung". Bei seinem Besuch am Tatort versicherte Macron, dass die Nation gegen "Aufklärungsfeindlichkeit" und die damit einhergehende Gewalt zusammenstehen werde, um alle Lehrer "zu schützen und zu verteidigen".

Bereits im September hatte es wegen der erneuten Veröffentlichung der umstrittenen Mohammed-Karikaturen in der Satirezeitung "Charlie Hebdo" einen Messerangriff mit zwei Verletzten in Paris gegeben. Bei dem geständigen Täter handelt es sich um einen 25-jährigen Pakistaner, der aus "Wut" über die Darstellung des Propheten gehandelt haben will.

Die Satirezeitung äußerte nach der Tat am Freitag auf Twitter ein "Gefühl des Schreckens und der Empörung". Die Intoleranz habe "gerade eine neue Schwelle überschritten". Im Januar 2015 hatten Islamisten wegen der Karikaturen einen Anschlag auf die "Charlie Hebdo"-Redaktion in Paris verübt und dabei zwölf Menschen getötet.

Quelle: ntv.de, jki/AFP