Politik

Poroschenko lobt Altkanzlerin "Angela Merkel war unser Schutzengel"

Der ehemalige Präsident der Ukraine, Petro Poroschenko, vermisst die Unterstützung der aktuellen Bundesregierung. Im Interview mit ntv bedankt er sich aber ausdrücklich bei Altkanzlerin Merkel.

Der ehemalige ukrainische Präsident Petro Poroschenko wünscht sich im aktuellen Konflikt mit Russland vor allem die Solidarität und Geschlossenheit anderer Nationen: "Putin, so meine Erfahrung, wird so weit gehen, wie wir es ihm erlauben. Und Putin hört auf, wenn er unsere Stärke, unsere Einheit und die Solidarität der ganzen Welt spürt", sagte er. Eine Unterstützung der Ukraine sei deshalb "eine Investition in die deutsche und europäische Sicherheit".

Im Interview hebt Poroschenko dabei die Rolle von Angela Merkel hervor. "Deutschland und Angela Merkel waren, wenn man dieses Wort verwenden kann, ein Schutzengel für die Ukraine", sagte er. "Dank der Unterstützung von Angela und dank einer führenden Rolle Deutschlands haben wir ein Assoziierungsabkommen mit der EU, das ich im Juni 2014 unterzeichnet habe. Nur dank der führenden Rolle Deutschlands haben wir ein tiefgreifendes und umfassendes Freihandelsabkommen."

Angesprochen auf die Diskussion um Waffenlieferungen an die Ukraine, sagte Poroschenko, diese seien "nur ein Instrument für den Frieden. Denn mit dem Verständnis, dass die Ukraine eine solche moderne Form von Waffen hat, wird Putin es sich zwei oder dreimal überlegen, uns anzugreifen."

Poroschenko war von 2014 bis 2019 Präsident der Ukraine, er kam im Zuge der Euromaidan-Proteste an die Macht. 2019 verlor er allerdings die Wahl gegen den amtierenden Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Derzeit untersuchen die ukrainischen Behörden nach eigenen Angaben Dutzende Straftaten, in die der 56-Jährige verwickelt sein soll. Es geht um Kohlegeschäfte mit pro-russischen Separatisten im Osten des Landes. Im Dezember gaben die Behörden bekannt, dass sie den Chef der Oppositionspartei Europäische Solidarität des Hochverrats verdächtigen. Poroschenko kehrte Mitte Januar in die Ukraine zurück und stellte sich vor Gericht.

Quelle: ntv.de, dem

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