Politik

Viele Tote nach Luftangriff Assad-Truppen zerstören Klinik in Idlib

Die Rebellenhochburg Idlib bleibt das Hauptziel der syrischen Regierungstruppen. Die Luftangriffe treffen auch immer wieder medizinische Einrichtungen und Zivilisten. Bei der jüngsten Attacke sterben zahlreiche Zivilisten, unter ihnen auch viele Kinder.

Im Nordwesten Syriens sind bei Luftangriffen der Regierungstruppen laut Aktivisten erneut mindestens 27 Zivilisten getötet worden. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, waren unter den Todesopfern elf Kinder. Nach UN-Angaben wurde auch auf ein Krankenhaus in der Stadt Kafranbel im Süden der Rebellenprovinz Idlib geschossen.

In Idlib und angrenzenden Gebieten, die unter der Kontrolle der Dschihadistenallianz Hajat Tahrir al-Scham (HTS) und islamistischer Rebellen stehen, gilt seit September eine brüchige Waffenruhe. Seit Ende April werden aus der Region aber vermehrt Angriffe der Regierungstruppen und der russischen Luftwaffe gemeldet.

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Die Region um Idlib wird immer Ziel von Luftangriffen (Archivbild).

(Foto: REUTERS)

Nach einer Zählung der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die sich auf Angaben von Aktivisten am Boden stützt, wurden seit Beginn der Militäroffensive der Truppen von Präsident Baschar al-Assad und dessen Verbündetem Russland mindestens 265 Zivilisten in den beiden Provinzen getötet, darunter 59 Kinder.

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Angriffe auf Kliniken in der Region gegeben. Das UN-Nothilfebüro Ocha erklärte, seit Anfang Mai seien insgesamt 20 Gesundheitseinrichtungen von Kampfhandlungen betroffen gewesen. Aktivisten werfen der Regierung und ihrem Verbündeten Russland vor, gezielt die Infrastruktur zu zerstören.

Letztes großes Rebellengebiet

Idlib ist das letzte große Rebellengebiet in dem Bürgerkriegsland. Es wird von der Al-Kaida-nahe Miliz Haiat Tahrir al-Scham dominiert. Russland sowie die Türkei als Verbündeter der Opposition hatten die Region zu einer so genannten Deeskalationszone erklärt und dort auch eine Pufferzone eingerichtet.

Trotzdem begannen Truppen des Machthabers Baschar al-Assad Anfang Mai eine Bodenoffensive. Die Regierung rechtfertigt den Vormarsch mit dem Kampf gegen den Terror. In der Region leben rund drei Millionen Zivilisten, mehr als die Hälfte davon Flüchtlinge. Seit dem Beginn der neuen Bodenoffensive sind Ocha zufolge mehr als 200.000 Menschen vertrieben worden.

Quelle: n-tv.de, mba/AFP/dpa

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