Politik

Frauen und Kinder unter Opfern Attentäter tötet Dutzende Menschen in Kabul

RTS1OJZF.jpg

Afghanische Polizisten patrouillieren nach dem Selbstmordanschlag am Neujahrstag des Landes unweit der Universität.

REUTERS

Der Anschlag ereignet sich während einer Neujahrsfeier in der afghanischen Hauptstadt: Ein Selbstmordattentäter sprengt sich in der Nähe einer heiligen Stätte der Schiiten in die Luft und tötet dabei mindestens 31 Menschen. Das Fest gilt bei Islamisten als heidnisch.

In der afghanischen Hauptstadt Kabul sind bei einem Selbstmordanschlag am Neujahrstag des Landes mindestens 31 Menschen getötet worden. Mindestens 65 weitere Menschen seien bisher als verletzt gemeldet worden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums, Wahidullah Madschroh. Unter den Opfern seien auch Frauen und Kinder. Zunächst war von mindestens acht Toten die Rede.

Laut dem Polizeisprecher der Stadt, Basir Mudschahid, habe sich der Attentäter im Viertel Kart-e Sachi im Westen der Stadt in die Luft gesprengt. In der Nähe liegt der sogenannte Blaue Schrein, eine schiitische Moschee, an der alljährlich Neujahrsfeierlichkeiten stattfinden. Islamisten halten das Fest für heidnisch.

Offenbar sei der Täter auf dem Weg zur Moschee gewesen, sagte Rahimi. Weil die aber wegen der Feierlichkeiten streng bewacht werde, sei der Täter wohl nicht näher herangekommen und habe seine Ladung vorzeitig vor dem großen Aliabad-Krankenhaus im Viertel gezündet. Die meisten Opfer seien Passanten auf dem Weg zur Moschee gewesen.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich über das IS-Sprachrohr Amak zu der Tat. In der Nachricht hieß es, "ein Selbstmordanschlag mit einer Sprengstoffweste" habe eine "Ansammlung von Schiiten während ihrer Neujahrsfeier in Kabul" getroffen.

IS verübt mehr Anschläge als die Taliban

Der sunnitische IS hat in den vergangenen Monaten immer wieder schiitische Moscheen und Versammlungen angegriffen. Zuletzt hatte sich vor zwölf Tagen ein Selbstmordattentäter nahe einer schiitischen Todestagsfeier in die Luft gesprengt und mindestens zehn Menschen getötet. In Kabul verübt der IS mittlerweile mehr Angriffe als die zahlenmäßig viel stärkeren Taliban.

Afghanistan feiert immer um den 20. März herum "Nauros", den Beginn des neuen afghanischen Jahres. Unter vielen Afghanen ist es ein sehr beliebtes Familienfest. Sie besuchen sich gegenseitig zu Hause, picknicken in Parks und kommen auf Plätzen vor Moscheen zu Tausenden oder sogar Zehntausenden zusammen für Gebete und Gespräche.

Quelle: n-tv.de, hny/dpa

Mehr zum Thema