Politik

Anschlagsserie in Indonesien Attentäter zünden Bombe in Polizeiwache

b3f489b0b27fa5b0c74dd41c7f7cb054.jpg

Die indonesische Großstadt Surabaya wird derzeit von einer Anschlagsserie erschüttert.

(Foto: AP)

Die indonesische Großstadt Surabaya kommt nach den Anschlägen auf drei Kirchen nicht zur Ruhe. Bei einem erneuten Angriff auf die örtliche Polizeizentrale sterben mindestens vier Menschen. Wieder soll ein Kind beteiligt gewesen sein.

Bei einem weiteren Selbstmordanschlag in der indonesischen Großstadt Surabaya sind mindestens vier Menschen getötet worden. Nach den Angriffen auf drei christliche Kirchen am Sonntag war dieses Mal die Polizeizentrale von Indonesiens zweitgrößter Stadt das Ziel. Bei den Toten soll es sich nach Angaben der Polizei um die Attentäter handeln. Zudem wurden mindestens zehn Menschen verletzt, darunter mehrere Polizisten. 

Nach ersten Erkenntnissen fuhren die vier Täter mit zwei Motorrädern auf die Polizeizentrale zu. Die Bilder einer Überwachungskamera zeigen, wie eines der Motorräder an einer Sicherheitssperre aufgehalten wird - kurz darauf gibt es eine Explosion. Vermutet wird, dass es sich bei den Tätern um Islamisten handelt. Auf einem der Motorräder saß nach Angaben der Polizei auch ein achtjähriges Mädchen. Das Kind wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. 

Indonesien ist mit seinen mehr als 260 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt. Mehr als 85 Prozent der Bevölkerung sind muslimischen Glaubens, die christliche Minderheit macht etwa zehn Prozent aus. In den vergangenen Jahren hatte es dort mehrfach Anschläge von Islamisten gegeben. Verschiedene Gruppen haben Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat.  

Verschärfung der Anti-Terror-Gesetze geplant

Bei den Anschlägen auf drei Kirchen am Sonntag waren mindestens 13 Menschen getötet und mehr als 40 verletzt worden. Die Anschlagsserie geht nach Erkenntnissen der Polizei auf das Konto einer einzigen Familie. Dabei soll es sich um ein islamistisches Elternpaar mit vier Kindern handeln. Drei der Kinder waren demnach minderjährig - erst neun, zwölf und 16 Jahre alt.

Nach den neuen Anschlägen forderte Indonesiens Präsident Joko Widodo das Parlament auf, bis Ende nächsten Monats den Weg für eine Verschärfung der Anti-Terror-Gesetze freizumachen. Damit würde der Polizei die Möglichkeit gegeben, Anschläge besser zu verhindern, sagte der Staatschef. Widodo drohte damit, ansonsten eine Notstandsverordnung zu erlassen.

Die Polizei bestätigte derweil auch den Tod eines weiteren Terrorverdächtigen. Der Mann sei am Sonntagabend in der Stadt Sidoarjo in seiner Wohnung erschossen worden, nachdem es dort eine Explosion gegeben habe. Er habe den Zünder einer Bombe in der Hand gehalten. Bei der Explosion wurden demnach seine Frau und eines seiner Kinder getötet.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa

Mehr zum Thema