Politik

Opferzahl in Mogadischu steigt Attentat in Somalia tötet 231 Menschen

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Gleich mehrere Gebäude wurden durch die Detonation komplett zerstört.

(Foto: REUTERS)

Somalia wird vom schwersten Anschlag seiner Geschichte erschüttert. Einen Tag nach der Explosion eines Lkw in Mogadischu steigt die Opferzahl rasant an. Viele Hundert Menschen sind tot oder verletzt. Die Rede ist von einer "beispiellosen Tragödie".

Die Zahl der Todesopfer des schwersten Anschlags der jüngeren Geschichte in Somalia ist auf mindestens 231 gestiegen. Das bestätigten Polizeikreise sowie Vertreter mehrerer Krankenhäuser in Somalia. In anderen Meldungen war von mindestens 137 Toten sowie rund 300 Verletzten die Rede. Der Anschlag wurde am Vortag in der Innenstadt mit einem mit Sprengstoff beladenen Lastwagen verübt. Präsident Mohamed Abdullahi Mohamed machte die radikalislamische Shebab-Miliz für die Tat verantwortlich und ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Der Lastwagen explodierte am Nachmittag vor einem Hotel unmittelbar an einer stark befahrenen Kreuzung des beliebten Geschäftsviertels Hodan. Durch die Wucht der Explosion wurden mehrere Gebäude zerstört oder schwer beschädigt, darunter die diplomatische Vertretung von Katar.

Ein Polizeibeamter, Ibrahim Mohamed, sagte, es handele sich um "das schlimmste Attentat" in der Geschichte Somalias. Demnach könnte die Zahl der Toten noch weiter steigen, da einige der Verletzten in Lebensgefahr schwebten. Mohamed sagte, die meisten der Toten seien bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Der Leiter des Sanitätsdienstes von Mogadischu, Abdukadir Hadschi Aden, sagte, alle Krankenhäuser seien voll mit Opfern, "das ist eine beispiellose Tragödie".

Shebab-Miliz beschuldigt

In Hodan befinden sich zahlreiche Hotels, Restaurants und Geschäfte. Das Hotel "Safari", vor dem der Lastwagen explodierte, ist bei Somaliern sehr beliebt, Regierungsvertreter sind dort aber nur selten anzutreffen. Zielscheibe von Anschlägen der Shebab-Miliz sind in der Regel eher Hotels, in denen Regierungsmitarbeiter verkehren.

Dennoch machte Präsident Mohamed die Shebab für den Anschlag verantwortlich. Zielscheibe des "schrecklichen Angriffs der Shebab" seien unschuldige Zivilisten und nicht Regierungsvertreter gewesen, sagte er in einer Fernsehansprache. Die Tat verdeutliche die Grausamkeit ihrer Urheber, die "ohne jedes Mitleid" und ohne einen Unterschied zu machen unschuldige Menschen töteten. Am Sonntag besuchte der Präsident eines der Krankenhäuser, in dem mehr als 200 Verletzte behandelt wurden.

Die mit dem Terrornetzwerk Al Kaida verbündete Shebab-Miliz kämpft in dem Land am Horn von Afrika seit Jahren gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats und hat sich den Sturz der von der internationalen Gemeinschaft unterstützten Regierung zum Ziel gesetzt.

Truppen der Afrikanischen Union (AU) hatten die Miliz 2011 aus Mogadischu vertrieben. Die bewaffneten Rebellen sind aber weiterhin im Land Afrika aktiv. Neben Angriffen auf somalische oder ausländische Militärstützpunkte verüben sie immer wieder auch Anschläge in Mogadischu.

Quelle: ntv.de, shu/dpa/AFP

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