Politik

Mandate auf der Kippe Australiens Vize hat einen Pass zu viel

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Der Vater von Barnaby Joyce war Neuseeländer - und das überträgt sich auf den Sohn.

(Foto: REUTERS)

In Australien sind doppelte Staatsbürgerschaften für Abgeordnete nicht erlaubt. Völlig überraschend kommt deshalb der Vize-Regierungschef des Landes in Not. Er selbst gibt sich schockiert.

In Australien zeichnet sich wegen der doppelten Staatsbürgerschaft von Vize-Premierminister Barnaby Joyce eine Regierungskrise ab. Nachdem sich bestätigte, dass Joyce auch neuseeländischer Bürger ist, könnte er sein Parlamentsmandat und sein Amt verlieren. Für die liberal-konservative Koalition von Regierungschef Malcom Turnbull könnte dies den Verlust ihrer Ein-Stimmen-Mehrheit im Repräsentantenhaus bedeuten.

Laut Gesetz dürfen australische Abgeordnete keine doppelte Staatsbürgerschaft besitzen. Die bis vor kurzem kaum bekannte Regelung sorgte in den vergangenen Wochen bereits für Wirbel, mehrere Parlamentarier mussten ihren Hut nehmen. Joyce lehnte einen Rücktritt ab, sein Fall wird nun vor dem Obersten Gericht verhandelt.

Der Vize-Regierungschef betonte im Parlament, er habe niemals Anlass gehabt zu glauben, dass er Bürger eines anderen Landes sei. "Ich war schockiert, als ich davon erfuhr", sagte der Chef der Nationalen Partei.

Sein Vater wurde in Neuseeland geboren und zog 1947 nach Australien. Das Außenministerium in Wellington erklärte, Joyce sei Neuseeländer, da sich die Staatsangehörigkeit seines Vaters automatisch auf seine Kinder übertragen habe.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP