Politik

Lehren aus Germanwings-Absturz Ausweispflicht könnte zurückkehren

150 Menschen sterben, weil ein Copilot seinen Kollegen aus dem Cockpit ausgesperrt und ein Germanwings-Flugzeug zum Absturz gebracht haben soll. Die Öffentlichkeit ist entsetzt, die Politik wird aktiv. Bundesinnenminister de Maizière hat Vorschläge.

Als Konsequenz aus der Germanwings-Katastrophe in den französischen Alpen will die Bundesregierung einem Bericht zufolge die Sicherheit im Flugverkehr verbessern. Wie die "Bild" unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete, prüft die Regierung derzeit unter anderem die Abschaffung der Totalverriegelung von Cockpit-Türen und einen intensiveren Austausch von Fluggastdaten. Deutsche und französische Experten hätten eine entsprechende Arbeitsgruppe eingerichtet, hieß es.

Die Germanwings-Maschine mit 150 Menschen an Bord war in der vergangenen Woche in den französischen Alpen abgestürzt. Der Copilot steht im Verdacht, das Flugzeug absichtlich zum Absturz gebracht zu haben. Er war am Flugtag eigentlich krank geschrieben.

"Riesiges Sicherheitsproblem"

Der Zeitung zufolge prüft Innenminister Thomas de Maizière (CDU) zudem die Wiedereinführung der Ausweispflicht auf allen Flügen innerhalb der EU und im Schengenraum. Der Minister sagte der Zeitung, dass nach dem Unglück untersucht werden sollte, ob die Crew und die Passagiere als mögliche Gefährder bekannt waren. "Wir mussten aber feststellen, dass zunächst gar nicht klar war, wer überhaupt in dem Flugzeug saß."

Im Schengen-Raum werde die Identität der Flugpassagiere nämlich seit dem Wegfall der Grenzen nicht mehr systematisch kontrolliert. "Wenn ein Passagier sein Ticket an jemand anderen abtritt, wird nur der Name des ersten Passagiers erfasst. Das ist ein riesiges Sicherheitsproblem und wir müssen ernsthaft überlegen, ob das in Zukunft wirklich noch so bleiben kann", so de Maizière weiter.

Zudem fordert de Maizière einen besseren Austausch von Fluggastdaten mit Nicht-EU-Staaten, um potenzielle Gefährder aufzuspüren und Terroranschläge verhindern zu können.

Quelle: ntv.de, bad/AFP/dpa