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Hacker agieren wie Geheimdienste BSI registriert täglich 450.000 Attacken

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"Wir brauchen ein Internet-Sicherheitsgesetz 2.0", mahnt Horst Seehofer.

(Foto: imago images/Westend61)

Die Zahl der Cyberangriffe mit schädlicher Software nimmt rasant zu. Doch nicht nur die Quantität nimmt laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zu. Hacker werden immer professioneller und erinnern bei ihrem Vorgehen an staatliche Geheimdienste.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Berlin hat bei der Vorstellung des jährlichen Lageberichts vor einer neuen Qualität der Cyber-Bedrohung gewarnt. Die Zahl der Schadsoftwares sei auf 900 Millionen angestiegen, allein im September von 300.000 auf 450.000 täglich, sagte BSI-Präsident Arne Schönbohm.

Cyberkriminelle würden immer häufiger Techniken einsetzen, die "bisher nur bei Advanced Persistent Threats (APTs) eingesetzt werden". Unter APT werden Hackergruppen zusammengefasst, hinter denen staatliche Akteure vermutet werden, so wie der russische Geheimdienst GRU. Das Angriffsniveau sei laut Schönbohm so hoch wie bei Nachrichtendiensten. "Das BSI rechnet künftig mit einer weiteren Zunahme an gut umgesetzten, automatisierten Social-Engineering-Angriffen dieser Art, die für die Empfänger kaum noch als solche zu identifizieren sind."

Als "König der Schadsoftwares" nannte Schönbohm das Programm Emotet. Die bereits seit 2010 bekannte Malware sei seit November 2018 wieder vermehrt mithilfe schädlicher Office-Dokumente verteilt worden, heißt es in dem Bericht. Emotet habe "vor allem in der Wirtschaft teils erhebliche Schäden angerichtet", sagte Schönbohm, und bleibe dort auch weiterhin eine Gefahr. Auch komme es vermehrt zu Attacken durch Ransomware, Bot-Infektionen und Identitätsdiebstähle.

Angesichts der anhaltend hohen Bedrohung durch Cyber-Angriffe will Bundesinnenminister Horst Seehofer die Befugnisse der Sicherheitsbehörden ausweiten. "Wir brauchen ein Internet-Sicherheitsgesetz 2.0", sagte Seehofer anlässlich der Vorstellung des Lageberichts des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Berlin. Dazu sei er mit Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) in Kontakt. "Das läuft recht gut." Er sei überzeugt, "dass wir da auch dieses Gesetz bekommen". Mit dem Entwurf soll das BSI nicht nur defensiv schützen, sondern auch in IT-Systeme eindringen.

Quelle: n-tv.de, mba/DJ

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