Politik

Rücktritt als Pegida-Chef? Bachmann will in die AfD eintreten

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Lutz Bachmann will künftig bei der AfD mitmischen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Während innerhalb der Partei ein erbitterter Machtkampf tobt, plant Pegida-Chef Lutz Bachmann seine politische Zukunft mit der AfD: Auf Facebook präsentiert er nun seinen Mitgliedsantrag - und der könnte für neuen Zoff im Bundesvorstand sorgen.

Der Gründer der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung, Lutz Bachmann, hat angekündigt, in die AfD eintreten zu wollen. Wie mehrere Medien berichten, veröffentlichte Bachmann auf Facebook einen ausgefüllten Online-Aufnahmeantrag für die sächsische AfD. Der Landesverband muss seinen Antrag nun prüfen. Sollte er angenommen werden, hat der Bundesvorstand ein Veto-Recht. Die AfD-Spitze hatte eine Zusammenarbeit mit Pegida stets abgelehnt - auch unter Berufung auf die Vorstrafen von Bachmann.

In seinem Facebook-Eintrag von Donnerstagnacht bezeichnete Bachmann die AfD als "Partei der Basisdemokratie". Zur Not werde er seinen Vorsitz bei Pegida niederlegen, sollte dies von ihm verlangt werden. Auf Demonstrationen von Pegida wolle er "in Zukunft als Gastredner - das Recht habe ich ja wohl - auftreten", so Bachmann weiter.

Co-Parteichef Jörg Meuthen sieht indes wenig Aussicht auf eine Aufnahme Bachmanns in die AfD. "Ich kann Beschlüssen des BuVo nicht vorgreifen", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Ich weiß allerdings, wie ich votieren werde, sollte es tatsächlich dazu kommen. Und ich glaube nicht, dass eine Mehrheit des Bundesvorstands da anders votierte."

Bachmann geht mit seinen politischen Zukunftsplänen zu einer Zeit an die Öffentlichkeit, in der innerhalb der AfD und insbesondere im Bundesvorstand bereits ein heftiger Machtkampf tobt. Erst vergangene Woche war der Vorsitzende des Brandenburger Landesverbands, Andreas Kalbitz, aus der Partei ausgeschlossen worden - er gilt als Vertreter des formal aufgelösten rechtsnationalen "Flügels". Allerdings war das Ergebnis bei einer Abstimmung im Bundesvorstand denkbar knapp ausgefallen.

Meuthen musste sich nach heftigem Gegenwind aus den eigenen Reihen zuletzt in einem Rundschreiben an die Mitglieder der Partei wenden. Darin erklärte er, weshalb sich eine Mehrheit des Vorstandes dafür entschieden hatte, die Mitgliedschaft von Kalbitz aufgrund früherer Kontakte ins rechtsextreme Milieu für nichtig zu erklären. Kalbitz habe bis heute eine klare Distanzierung von der Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) abgelehnt, die laut einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts eine "Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus" aufweise.

Quelle: ntv.de, jug/dpa