Politik

Ungewolltes Staatsoberhaupt Barbados will sich von der Queen lossagen

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Barbados feiert im nächsten Jahr den 55. Jahrestag seiner Unabhängigkeit - dann mit einem neuen Staatsoberhaupt?

(Foto: picture alliance/dpa)

Die dunklen Jahre der Kolonialzeit sind längst vergangen. Doch nach wie vor ist die Queen offiziell Staatsoberhaupt von Barbados. Zum 55. Jahrestag der Unabhängigkeit des Inselstaates soll damit endgültig Schluss sein.

Barbados will die symbolische Verbundenheit mit dem Vereinigten Königreich kappen und auf Königin Elizabeth als Staatsoberhaupt verzichten. "Es ist Zeit, unsere koloniale Vergangenheit hinter uns zu lassen", sagte die Generalgouverneurin von Barbados, Sandra Mason, die eine Rede ihrer Premierministerin vorlas. Die Karibikinsel wolle Republik werden. "Die Menschen in Barbados wollen ein Staatsoberhaupt aus Barbados." Es könne kein Zweifel daran bestehen, dass das Land die Fähigkeit besitze, sich selbst zu regieren. Ziel sei es, den Schritt zum 55. Jahrestag der Unabhängigkeit des Inselstaates zu vollziehen - das wäre im November des kommenden Jahres.

Die Reaktionen aus London fielen betont nüchtern aus: Die Angelegenheit sei "Sache der Regierung und des Volkes des Commenwealth-Staates", hieß es aus dem Buckingham-Palast. Das Commonwealth, in dem auch Barbados Mitglied ist, ist eine lose Verbindung von Staaten, die aus den ehemaligen Kolonien Großbritanniens hervorgegangen sind. An der Spitze der Organisation steht Königin Elizabeth II.

Obwohl Barbados 1966 unabhängig von Großbritannien wurde, ist die Queen weiterhin offiziell Staatsoberhaupt. Darüber ist auf der Insel in der Karibik in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder kontrovers diskutiert worden. Barbados würde sich mit dem Schritt Staaten wie Trinidad und Tobago oder Guyana anschließen, die sich bereits von der Krone losgesagt haben.

Quelle: ntv.de, can/dpa