Politik

Versorgung nicht beeinflusst Beide Nord-Stream-Pipelines haben Druckprobleme

312829508.jpg

Durch Nord Stream 1 fließt schon seit Anfang des Monats kein Gas mehr aus Russland.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zuerst wird bei der ungenutzten Ostseepipeline Nord Stream 2 ein Druckabfall festgestellt. Nicht einmal 24 Stunden später ist das gleiche Phänomen bei der Schwesterpipeline zu beobachten. Was bei Nord Stream 1 dazu geführt hat, wird noch untersucht.

Einen Tag nach der Gaspipeline Nord Stream 2 ist nun auch in der deutsch-russischen Energietrasse Nord Stream 1 der Druck stark gefallen. Betroffen sind beide Röhren von Nord Stream 1, wie das Unternehmen am Montagabend mitteilte. Demnach sank die Kapazität der Pipeline ungeplant auf null. Die Ursache werde untersucht. Folgen für die Versorgungssicherheit gebe es nicht, erklärten Bundeswirtschaftsministerium und Bundesnetzagentur.

Beide Stränge der Nord-Stream-1-Pipeline fallen aufgrund des Druckabfalls für einen Monat aus. Es handele sich um die Anschlussleitungen Opal und Nel, teilte die Betreibergesellschaft am Montagabend mit. Die Störung an der Greifswalder Erdgasübernahmestation werde voraussichtlich vom 26. September bis zum 26. Oktober andauern.

Wirtschaftsministerium und Bundesnetzagentur teilten übereinstimmend mit, man stehe miteinander und mit den betroffenen Behörden im Austausch, um den Sachverhalt aufzuklären. "Aktuell kennen wir die Ursachen für den Druckabfall nicht", hieß es. Trotz des zweiten Vorfalls innerhalb von 24 Stunden sehen das Ministerium und die Netzagentur keine Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit in Deutschland: "Es fließt seit dem russischen Stopp der Lieferungen Anfang September kein Gas mehr durch Nord Stream 1. Die Speicherstände steigen dennoch weiter kontinuierlich an. Sie liegen aktuell bei rund 91 Prozent."

Dennoch bezeichnete Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller die Lage nach dem Druckabfall in den Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 als "angespannt". Ein derartiger wiederholter Druckabfall auf der NS1 & NS2 unterstreiche die Einschätzung der Agentur einer angespannten Lage, twitterte Müller am Abend.

Leck wird als Ursache angenommen

In der Nacht auf Montag war zuvor bereits in der Schwesterpipeline Nord Stream 2 ein solcher Druckabfall festgestellt worden, jedoch nur in einer der beiden Röhren. Im Laufe des Montags wurde hierfür von den zuständigen Marinebehörden ein Leck süd-östlich der dänischen Insel Bornholm als wahrscheinliche Ursache identifiziert. Die zuständige dänische Behörde gab am Montagnachmittag einen entsprechenden Hinweis heraus. Es sei ein Gasleck beobachtet worden. Das Leck sei gefährlich für die Schifffahrt und das Fahren innerhalb eines Bereichs von fünf Seemeilen von der besagten Position verboten. Eine große Gefahr für die Umwelt besteht aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zumindest kurzfristig nicht.

Während die Nord Stream 2-Pipeline nach ihrer Fertigstellung nie in Betrieb genommen wurde, sondern nur einmalig mit Gas befüllt, floss durch die Nord Stream 1-Pipeline bis Anfang September Gas nach Deutschland. Nachdem der russische Staatskonzern Gazprom seine Lieferungen durch die Röhre bereits zuvor reduziert hatte, stoppte er diese mit dem Verweis auf einen Ölaustritt in der Kompressorstation Portowaja komplett.

Der Doppelstrang der Pipeline Nord Stream 2 verläuft 1230 Kilometer von Russland durch die Ostsee bis nach Deutschland. Die Bundesregierung hatte das Genehmigungsverfahren im Februar kurz vor dem russischen Angriff auf die Ukraine auf Eis gelegt und auch danach betont, dass eine Inbetriebnahme nicht infrage komme.

Quelle: ntv.de, hul/dpa/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen