Politik

Zuwendungen für Reform-UK-ChefBericht erhebt neue Vorwürfe gegen Nigel Farage

05.07.2026, 16:35 Uhr
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Nigel Farage muss sich bereits einer Untersuchung wegen einer Millionenspende stellen. (Foto: REUTERS)

Seine Partei führt in den Umfragen, es läuft also gut für Nigel Farage. Wären da nicht Zuwendungen, die er vor seiner Rückkehr ins Parlament erhielt - und nicht ordnungsgemäß angab. Nun kommt ein weiterer Fall hinzu.

Der rechtspopulistische britische Parteichef Nigel Farage sieht sich mit neuen Vorwürfen wegen nicht offengelegter Zuwendungen konfrontiert. Die "Sunday Times" berichtete, ein wegen Betrugs verurteilter Krypto-Unternehmer habe vor Farages Einzug ins Parlament für dessen Sicherheit und Mitarbeiter gezahlt. Ein Abgeordneter der Liberaldemokraten forderte daraufhin eine Untersuchung durch den Ethikbeauftragten des Unterhauses. Gegen Farage, den Chef der Partei Reform UK, läuft bereits eine Untersuchung wegen einer nicht deklarierten Millionenspende eines anderen Krypto-Milliardärs.

Nach Angaben der Zeitung mietete der in den USA wegen Betrugs verurteilte George Cottrell eine Villa nahe dem Buckingham-Palast, in der Farage übernachtet habe. Zudem habe der 32-jährige Unternehmer kurz vor Farages Rückkehr in die Spitzenpolitik im Jahr 2024 Sicherheitskosten sowie Mitarbeiter für die Betreuung von dessen Accounts in Online-Netzwerken bezahlt.

Neue Abgeordnete im britischen Parlament müssen Geschenke und geldwerte Vorteile aus den zwölf Monaten vor ihrer Wahl angeben, sofern sie "bei vernünftiger Betrachtung" mit politischer Tätigkeit in Verbindung gebracht werden können.

Der Reform-UK-Politiker Robert Jenrick sagte der BBC, Cottrell sei ein "alter Freund" Farages. Dieser habe 2024 vor Farages Wahl ins Parlament dessen Mitarbeiter und Sicherheit bezahlt. Farage habe zudem nur "sehr selten" in Cottrells Anwesen übernachtet. "Keinerlei Regeln wurden gebrochen", betonte Jenrick.

Führend in den Umfragen

Farages Verhalten wird bereits wegen einer nicht gemeldeten Zahlung in Höhe von fünf Millionen Pfund (fast sechs Millionen Euro) geprüft, die der in Thailand lebende Luftfahrtunternehmer und Krypto-Investor Christopher Harborne ihm hatte zukommen lassen. Farage und seine Partei Reform UK erklärten, es habe sich um ein persönliches Geschenk für seine Sicherheit gehandelt.

Farage, der eines der bekanntesten Gesichter der Kampagne für den EU-Austritt Großbritanniens war, ist Chef der Rechtsaußen-Partei Reform UK. Diese liegt derzeit in Umfragen vor der regierenden Labour-Partei und den konservativen Torys. Angesichts des Wahlsystems in Großbritannien ist aber unklar, ob die Partei bei Wahlen auch im Parlament eine Mehrheit hinter sich vereinen könnte.

Bei den Kommunalwahlen in England im Mai gewann Reform UK fast 1500 Sitze. Bei einer wichtigen Nachwahl für einen Parlamentssitz im Nordwesten Englands im Juni unterlag ihr Kandidat allerdings deutlich dem Labour-Politiker Andy Burnham. Dieser ist der voraussichtliche Nachfolger von Premierminister Keir Starmer, der Ende Juni seinen Rücktritt angekündigt hatte.

Quelle: ntv.de, mli/AFP

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