Politik

US-Senat bestätigt Grenell Berlin hat wieder einen US-Botschafter

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Mit 56 zu 42 Stimmen wird Richard Grenell nach Berlin geschickt.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Richard Grenells Twitter-Finger sitzen fast so locker wie die von Donald Trump. Als US-Botschafter in Berlin wird er nun dessen oberster Lobbyist in Deutschland. Der 51-Jährige bringt eine schillernde Vita mit nach Berlin.

15 Monate lang war der Posten nicht besetzt, jetzt haben die USA mit Richard Grenell wieder einen Botschafter in Deutschland. Der US-Senat bestätigte Präsident Donald Trumps obersten Lobbyisten für Berlin mit einer Mehrheit von 56 zu 42 Stimmen. Auch sechs Demokraten stimmten für den 51-Jährigen.

Die USA hatten nach dem Abgang von John Emerson im Januar 2017 keinen Botschafter in Berlin. Trump ernannte Grenell zwar schon im vergangenen September für den Posten, doch die Bestätigung im Senat zog sich hin. Der Präsident soll Berichten zufolge zuletzt persönlich Druck ausgeübt haben, um die Personalie noch vor dem Besuch von Kanzlerin Angela Merkel im Weißen Haus an diesem Freitag vom Tisch zu haben. 

Grenell kommt in schwierigen Zeiten nach Berlin: Die deutsch-amerikanischen Beziehungen sind schlecht. Der 51-Jährige gilt als einer der ersten und stärksten Unterstützer von Trumps außenpolitischem Kurs. Er hat wiederholt sehr irankritische und pro-israelische Positionen vertreten. Nach dem gemeinsamen Militärschlag der USA, Frankreichs und Großbritanniens in Syrien schrieb er auf Twitter, dass Deutschland sich an dem Angriff hätte beteiligen sollen. Grenell äußerte sich schon positiv über Trump, als die meisten anderen Republikaner den politischen Newcomer noch rundweg ablehnten. Er war oft als Kommentator beim konservativen Sender Fox News zu Gast, daneben arbeitete er auch für die Sender CBS und CNN, für Politico und die "Huffington Post".

Christ, Homosexueller, Hollywood-Insider

"Nach meinem Krebs bin ich stärker. Meine Hunde steuern mein Leben. Unvollkommener Anhänger Christi": So überschreibt Grenell seinen Twitteraccount. Er teilt Trumps Twitterleidenschaft, hat einen sorgsam kuratierten Instagram-Account und lebt offen schwul. Vor fünf Jahren überlebte er dank einer Chemotherapie Lymphdrüsenkrebs.

Grenell arbeitete zuletzt als Kommentator und Berater. In der Amtszeit des US-Präsidenten George W. Bush von 2001 bis 2008 hatte er als Sprecher für vier UN-Botschafter der USA gedient, 2012 arbeitete der 51-Jährige kurzzeitig für den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney. Zwei Jahre zuvor hatte Grenell die Beratungsfirma Capitol Media Partners gegründet, die auf "internationale strategische Kommunikation" spezialisiert ist.

Der Trump-Unterstützer soll ein umfassendes internationales Netzwerk haben - auf seiner Homepage rühmt er sich mit vielen Kontakten zu Hollywoodstars. Nun geht es für ihn von Los Angeles nach Berlin: Dort übernimmt er die Geschäfte in der Botschaft am Pariser Platz vom Gesandten Kent Logsdon.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa

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