Politik

Schilder zu früh montiert Berliner Dieselfahrverbote gelten ab sofort

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In Darmstadt, Stuttgart und Hamburg gibt es die Verbote schon eine Weile.

(Foto: picture alliance/dpa)

Eigentlich sollten die Dieselfahrverbote in Berlin bereits seit Anfang Oktober gelten - doch dann konnten die Schilder nicht rechtzeitig aufgestellt werden. Neuer Startschuss für das Verbot sollte am kommenden Montag sein. Aber diesmal sind die Arbeiter zu schnell.

Die Einführung von Dieselfahrverboten auf acht Straßen in Berlin hat entgegen vorheriger Angaben bereits an diesem Freitag begonnen. Auf der Silbersteinstraße in Neukölln seien die ersten Schilder montiert worden, teilte das Bezirksamt mit. "Die Fahrverbote gelten mit Installation der Schilder", hieß es weiter.

Zunächst sollte die Montage der Schilder laut Bezirksamt und Senatsverwaltung für Verkehr und Umwelt am kommenden Montag starten. Nach Angaben eines Sprechers des Bezirksamtes begann die beauftragte Firma jedoch überraschend schon früher damit. Sie habe diese Planänderung mit einem weiteren kurzfristigen Auftrag bei einem anderen Projekt begründet.

Eigentlich hätten die Fahrverbote in Berlin schon Anfang Oktober gelten sollen. Das Inkrafttreten verzögerte sich jedoch immer wieder. Grund waren laut der Bezirksämter komplizierte Planungs- und Bauarbeiten. Allein in Mitte sollten demnach 69 Verbotsschilder aufgestellt werden. Die Schilder lägen bereit, sagte ein Sprecher Ende Oktober. Sie bräuchten aber tief reichende Betonfundamente, die nicht mit den ebenfalls unter der Erde liegenden Leitungen in die Quere kommen dürften. Die Fundamente seien inzwischen gegossen, müssten aber rund 28 Tage trocknen. In Neukölln waren zu diesem Zeitpunkt gerade erst die Baustellen eingerichtet worden.

Hintergrund der Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge sind überhöhte Stickstoffdioxid-Werte. Auch andere Städte wie Stuttgart, Hamburg und Darmstadt haben deshalb schon zu dieser Maßnahme gegriffen. Der rot-rot-grüne Senat in Berlin hatte bereits im Juli die Einführung der Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge beschlossen. Betroffen sind Streckenabschnitte in den Bezirken Mitte und Neukölln. In Mitte sind Teile der Leipziger Straße, Reinhardt-, Friedrich- und Brückenstraße betroffen. Dazu kommen Teile der Stromstraße und Alt-Moabit im Stadtteil Moabit. Im Bezirk Neukölln zählen Bereiche der Hermann- und Silbersteinstraße dazu.

Die Straßen werden für Diesel-Autos und -Lastwagen bis einschließlich Abgasnorm Euro 5 tabu, um die Luftqualität zu verbessern. Für Anwohner, Liefer- sowie Pflegedienste und Handwerker soll es Ausnahmen geben.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa