Politik

Aus Sowjet-Beständen Russland soll Schmetterlingsminen einsetzen

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Schmetterlingsminen auf einer Straße in Donezk: Russische Staatsmedien verbreiten solche Bilder mit der Erzählung, sie würden von der ukrainischer Seite eingesetzt.

(Foto: picture alliance/dpa/TASS)

Britische Geheimdienste berichten vom russischen Einsatz von Antipersonenminen in der Ukraine. Die Waffe ist von vielen Staaten geächtet. Die sogenannten Schmetterlingsminen seien besonders gefährlich, weil sie aus alten Sowjet-Beständen stammen und schwer zu räumen sind, heißt es.

Nach Einschätzung britischer Geheimdienste setzt Russland in der Ukraine höchstwahrscheinlich hochgefährliche Antipersonenminen ein. Moskau wolle damit wohl seine Frontlinien in der ukrainischen Donbass-Region verteidigen, hieß es in einem Tweet des britischen Verteidigungsministeriums. Die Minen seien sowohl für Truppen als auch die lokale Zivilbevölkerung extrem gefährlich.

Konkret sei es mit hoher Wahrscheinlichkeit in Donezk und Kramatorsk zum Einsatz von Minen des Typs PFM1 und PFM1S gekommen. Die Streuminen des Typs PFM1 - auch Schmetterlingsmine genannt - seien "zutiefst umstritten", hieß es. Einsatz, Produktion, Lagerung und Weitergabe von Antipersonenminen sind nach dem Ottawa-Abkommen verboten. Dieses ist von 164 Ländern unterzeichnet worden, Russland gehört nicht dazu.

Die Ukraine dagegen hat das Abkommen 2005 ratifiziert. Russische Staatsmedien verbreiteten zuletzt immer wieder Fotos von Schmetterlingsminen, die im Donbass gefunden worden und von der Ukraine eingesetzt worden seien.

Im Afghanistan-Krieg hätten solche Schmetterlingsminen furchtbare Auswirkungen gehabt, Kinder hätten sie dort für Spielzeuge gehalten, so die britischen Geheimdienste. Es sei außerdem wahrscheinlich, dass Russland seinen Bestand aus Sowjetzeiten nutze, der über die Jahre marode geworden und damit nun noch unberechenbarer sei, hieß es in der Mitteilung der Briten. Dies stelle ein erhebliches Risiko für Spezialkräfte dar, die die Gebiete entminen.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar veröffentlicht die britische Regierung regelmäßig Geheimdienstinformationen zu dessen Verlauf. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.

(Dieser Artikel wurde am Montag, 08. August 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, jog/dpa

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