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Sessions empört Rest der Welt Bibel soll Familientrennung rechtfertigen

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Beruft sich auf die Bibel: US-Justizminister Sessions

AP

Seit Mai gilt in den USA eine "Null-Toleranz"-Politik gegenüber illegalen Einwanderern aus Mexiko - zur Abschreckung werden deshalb auch Kinder direkt an der Grenze von ihren Eltern getrennt. Der US-Justizminister glaubt an Beistand von ganz oben.

US-Justizminister Jeff Sessions hat die umstrittene Praxis, illegal eingewanderte Eltern von ihren Kindern zu trennen, mit einem Bibelzitat gerechtfertigt. "Ich möchte auf den Apostel Paulus und seine klare und weise Anordnung im Brief an die Römer 13 verweisen, wonach die Gesetze der Regierung befolgt werden müssen, weil Gott die Regierung zu seinen Zwecken eingesetzt hat", sagte Sessions am Donnerstag bei einer Veranstaltung im US-Bundesstaat Indiana. Regierungssprecherin Sarah Sanders äußerte sich anschließend nicht direkt zu Sessions Aussage, sagte aber: "Es ist sehr biblisch, das Gesetz anzuwenden."

Sessions hatte im Mai eine "Null Toleranz"-Politik gegenüber Menschen ausgerufen, die über die mexikanische Grenze illegal ins Land kommen und noch an der Grenze einen Asylantrag stellen. Dazu gehört auch die umstrittene Praxis, illegal eingewanderte Eltern von ihren Kindern zu trennen. Diese Abschreckungspolitik hat Washington scharfe Kritik eingebracht, auch von der UNO, welche darin einen Verstoß gegen die Menschenrechte sieht.

Das derzeitige US-Gesetz verbietet die Trennung von Eltern und Kindern nicht. US-Präsident Donald Trump argumentiert, seine Regierung setze lediglich geltendes Recht um.

Allerdings ist die Praxis auch unter Republikanern umstritten. Paul Ryan, Sprecher des Repräsentantenhauses und einflussreichster Republikaner im Kongress, sagte in Washington, er fühle sich mit dieser Praxis nicht wohl. "Wir wollen nicht, dass Kinder von ihren Eltern getrennt werden." Aus Kreisen der Republikaner im Repräsentantenhaus verlautete, dass dort ein entsprechendes Verbot vorbereitet werde, das kommende Woche vorgelegt werden solle.

Quelle: n-tv.de, jve/dpa

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