Politik

Kritik an Wahl des Ex-Generals Biden nominiert Austin als Pentagon-Chef

3905ca2d864f3887d69868c537eed129.jpg

Lloyd Austin habe "beispielhafte Führungsqualitäten", lobt Joe Biden

(Foto: dpa)

Der designierte US-Präsident Biden nominiert den pensionierten General Lloyd Austin als neuen Verteidigungsminister. Austin war Kommandeur der Streitkräfte im Nahen Osten unter Ex-Präsident Obama und ging 2016 in den Ruhestand. Er bräuchte eine Sondergenehmigung vom Senat für den Posten.

Der pensionierte Vier-Sterne-General Lloyd Austin soll als erster Afroamerikaner der Geschichte US-Verteidigungsminister werden. Der gewählte US-Präsident Joe Biden nominierte den 67-Jährigen für die Pentagon-Spitze. In seiner vier Jahrzehnte langen Militärkarriere habe Austin "beispielhafte Führungsqualitäten" und Charakterstärke unter Beweis gestellt, erklärte Biden. Er hob auch die große Erfahrung des 67-Jährigen hervor. "Er ist qualifiziert wie kein Zweiter, es mit den Herausforderungen und Krisen der jetzigen Zeit aufzunehmen."

Der frühere Kommandeur des wichtigen US-Militärkommandos Centcom solle die Streitkräfte mit "Würde und Entschlossenheit" anführen und angesichts weltweiter Bedrohungen die Beziehungen zu den Verbündeten der USA neu beleben, fügte Biden hinzu. Die gewählte Vizepräsidentin Kamala Harris würdigte Austin als "erfahrenen, hochdekorierten und bahnbrechenden Kommandeur".

US-Medien hatten bereits am Montagabend berichtet, dass Biden sich für Austin als Verteidigungsminister entschieden hat. Das kam für viele überraschend. Als Favoritin auf den Posten hatte die frühere Verteidigungs-Staatssekretärin Michèle Flournoy gegolten. Sie wäre die erste Verteidigungsministerin der Geschichte geworden. Austin kann auf eine erfolgreiche militärische Karriere mit Einsätzen in Afghanistan und im Irak zurückblicken. Der Absolvent der renommierten Militärakademie West Point war 2003 als Kommandeur am Einmarsch der US-Truppen in Bagdad beteiligt.

Kritik an Nähe zur Rüstungsindustrie

In den folgenden zwei Jahren leitete er in Afghanistan die Combined Joint Task Force 180, die für Stabilität in dem Bürgerkriegsland sorgen sollte. 2010 wurde er Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte im Irak und leitete im folgenden Jahr den vom damaligen Präsidenten Barack Obama angeordneten Truppenabzug aus dem Land. Zwei Jahre später ernannte Obama Austin als ersten Afroamerikaner der Geschichte zum Kommandeur des US-Militärkommandos Centcom, das unter anderem für den Nahen Osten und Afghanistan zuständig ist. Austin war damit für den Kampf der USA gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Irak und in Syrien verantwortlich.

2016 ging Austin in den Ruhestand und stieg in den Verwaltungsrat des Rüstungskonzerns Raytheon Technologies ein. Wegen dieser Nähe zur Rüstungsindustrie stieß seine Nominierung zum Verteidigungsminister nun auf Kritik. Bemängelt wird außerdem, dass zwischen seinem Ausstieg bei den Streitkräften und seiner Nominierung zum Verteidigungsminister nur vier Jahre vergangen sind. Ein Gesetz schreibt eigentlich eine Karenzzeit von sieben Jahren vor. Austin wird deswegen eine Sondergenehmigung des Kongresses benötigen. Er muss dann noch vom Senat im Amt bestätigt werden.

Quelle: ntv.de, tno/AFP

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.