Politik

Mehr Jugendliche ohne Abschluss Bildungsniveau in Deutschland stagniert

101359891.jpg

Weniger Jugendliche erlangen die Hochschulreife, mehr verlassen die Schule ganz ohne Abschluss.

(Foto: picture alliance / Julian Strate)

Der Zuwachs formeller Bildung kommt hierzulande an seine Grenzen. Eine Studie stellt fest, dass verhältnismäßig wenig Schüler einen Abschluss erlangen. Die Autoren sehen zudem Nachholbedarf bei der Digitalisierung.

Nach einem jahrzehntelangen Anstieg des Bildungsstandes in Deutschland ist nach Einschätzung von Forschern ein Ende dieses Trends in Sicht. Darauf deuten stagnierende und zum Teil sogar sinkende Anteile von Schülern hin, die aufs Gymnasium wechseln und sinkende Absolventenquoten mit mittlerem Abschluss und Hochschulreife. Das geht aus dem Bericht "Bildung in Deutschland 2020" hervor.

In dem Bericht werden Herausforderungen und Entwicklungen im deutschen Bildungssystem von der Kita bis zur Erwachsenenbildung beschrieben. In der Gesamtbevölkerung werde zwar der langjährige Trend zu höherer Bildungsbeteiligung und höheren Abschlüssen von Jahr zu Jahr stärker sichtbar. Ein immer größerer Anteil der Menschen habe die Hochschulreife und einen Hochschulabschluss.

"Allerdings wird auch deutlich, dass dieser Trend seine Grenzen hat", schreiben die Autoren. Der Anteil der Jugendlichen, die von der Schule abgehen, ohne mindestens den Hauptschulabschluss erlangt zu haben, ist laut Bericht von 5,7 Prozent im Jahr 2013 auf 6,9 Prozent im Jahr 2018 gestiegen. Gleichzeitig sinkt die Absolventenquote bei der Hochschulreife. 2014 erlangten noch 53 Prozent der Schüler eine Zugangsberechtigung für eine Hochschule, 2018 waren es nur noch 50 Prozent.

Die Vorstellung der alle zwei Jahre unter Federführung des Leibniz-Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation erstellten Bestandsaufnahme des deutschen Bildungssystems stand ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Diese hatte deutlich gemacht, dass die Schulen beim Thema Digitalisierung noch großen Nachholbedarf haben. Die Autoren befürchten, dass die Pandemie soziale Ungleichheiten bei der Bildung verschärfen könnte. Als größte Herausforderung sehen Sie die Bereitstellung von Bildungsangeboten und deren Inanspruchnahme. Sie empfehlen eine gezielte Weiterbildung von Lehrpersonal mit Blick auf digitale Kompetenzen.

Quelle: ntv.de, jkl/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.