Politik

Erste Erklärung nach Niederlage Bolsonaro leitet Machtübergabe ein

382565213.jpg

"Ich möchte mich bei den 58 Millionen Brasilianern bedanken, die mich am 30. Oktober gewählt haben", sagte Bolsonaro in seiner kurzen Rede.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Nach seiner Wahlniederlage am Sonntag taucht Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro zunächst unter. Nun äußert er sich erstmals öffentlich. Eine explizierte Anerkennung des Wahlsiegs seines Kontrahenten Lula bleibt er schuldig. Sein Kabinettschef ergänzt, die Amtsübergabe sei autorisiert.

Nach seiner Niederlage bei der Wahl in Brasilien hat der abgewählte Präsident Jair Bolsonaro der Machtübergabe zugestimmt. Bolsonaro habe ihn autorisiert, den Prozess zum Regierungswechsel gemäß der gesetzlichen Regelung einzuleiten, sagte sein Kabinettsschef Ciro Nogueira. Die sogenannte Transition ist allerdings ohnehin gesetzlich geregelt, einer Zustimmung der scheidenden Regierung bedarf es nicht.

Zuvor hatte sich Bolsonaro erstmals seit seiner Niederlage am Sonntag öffentlich geäußert, allerdings ohne den Sieg seines Herausforderers Luiz Inácio Lula da Silva ausdrücklich anzuerkennen. Er werde die Verfassung "respektieren", kündigte er vor Journalisten in der Hauptstadt Brasilia an.

"Ich möchte mich bei den 58 Millionen Brasilianern bedanken, die mich am 30. Oktober gewählt haben", sagte Bolsonaro. "Als Präsident und Bürger werde ich weiter alle Anforderungen unserer Verfassung erfüllen." Lula hatte bei der Stichwahl am Sonntag 50,9 Prozent der Stimmen erhalten, Bolsonaro kam auf 49,1 Prozent.

Außerdem erwähnte er seine Anhänger, die in den vergangenen Tagen zahlreiche Fernstraßen im ganzen Land blockierten. "Die aktuellen Demonstrationen sind das Ergebnis von Empörung und einem Gefühl der Ungerechtigkeit über die Art und Weise, wie der Wahlprozess durchgeführt wurde", sagte Bolsonaro. "Friedliche Demonstrationen werden immer willkommen sein."

Bolsonaro war nach dem Sieg seines linksgerichteten Rivalen Luiz Inácio Lula da Silva am Sonntag abgetaucht und hatte so Ängste geschürt, er werde seine Niederlage nicht anerkennen. Bolsonaro hatte bereits vor der Abstimmung immer wieder Zweifel am Wahlsystem geäußert.

Quelle: ntv.de, mdi/AFP/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen