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Angriffe in Nordostbrasilien Bolsonaro schickt Militär in Kampf gegen Banden

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In den vergangenen Tagen häuften sich im Bundesstaat Ceara Angriffe auf öffentliche Einrichtungen, Tankstellen, Banken und Infrastruktur.

(Foto: AP)

Ein hartes Durchgreifen gegen die ausufernde Kriminalität ist eines der wichtigsten Themen des neuen Präsidenten Brasiliens im Wahlkampf gewesen. Nach einer Welle von Angriffen im Nordosten des Landes sendet Bolsonaro umgehend das Militär in den Kampf gegen das Verbrechen.

Die neue brasilianische Regierung des rechtsradikalen Präsidenten Jair Bolsonaro hat Soldaten in den Nordosten des Landes geschickt, um dort gegen die jüngste Gewalt krimineller Banden vorzugehen. Justizminister Sérgio Moro habe 300 Soldaten für die kommenden 30 Tage in den Bundesstaat Ceara beordert, teilte das Ministerium mit. Der Einsatz wurde mit der steigenden Zahl von Angriffen "krimineller Vereinigungen" auf Busse und öffentliche Gebäude begründet.

Der Gouverneur des Bundesstaats mit neun Millionen Einwohnern habe die Regierung um militärische Unterstützung gebeten. In Ceara waren bei Angriffen zuletzt ein Mensch getötet und zwei weitere Menschen verletzt worden. Rund 45 Verdächtige wurden nach Angaben der Behörden festgenommen. Bei den Attacken wurde den örtlichen Behörden zufolge auf Bankangestellte geschossen. Busse und Tankstellen seien angezündet und öffentliche Gebäude zerstört worden.

Brasilianische Medien berichteten unter Bezug auf Regierungsquellen, dass kriminelle Banden für die Vorfälle verantwortlich seien. Die Banden wollen demnach gegen eine Verschärfung von Haftbedingungen protestieren, die ihnen die Kontrolle des Drogenhandels in den Gefängnissen erschweren.

Gefahr für die noch junge Demokratie

Bolsonaro hatte im Wahlkampf die innere Sicherheit zu einem zentralen Thema seiner Kampagne gemacht. Sein Sicherheitsberater General Augusto Heleno hatte sich im Wahlkampf unter anderem für den Einsatz von Scharfschützen gegen bewaffnete Kriminelle ausgesprochen.

Bolsonaro hatte zuletzt immer wieder mit rassistischen Kommentaren, extremistischen Parolen und seiner Bewunderung für die Militärdiktatur provoziert. Kritiker halten ihn für eine Gefahr für die noch junge Demokratie in Brasilien. Seit seinem Wahlsieg gibt er sich zurückhaltend. "Die Opposition ist immer willkommen und die freie Meinungsäußerung ist heilig", sagte er nun in dem Interview.

Quelle: n-tv.de, mbo/AFP/dpa

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