Politik

AKK "ist in der Poleposition" Bosbach warnt vor Zerreißen der CDU

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Bosbach erwartet keine Debatte über die Parteivorsitzende.

(Foto: picture alliance / Oliver Berg/d)

Scharfe Kritik am Zustand der Großen Koalition und kein lobendes Wort für die Parteiführung um CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer: Es gärt angesichts schwacher Wahlergebnisse in Thüringen. Parteiveteran Bosbach warnt vor einer Debatte über AKK - von einer "Selbstkrönung" als Kanzlerin rät er aber ab.

Der langjährige CDU-Spitzenpolitiker Wolfgang Bosbach hat einer Debatte über die Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer eine Absage erteilt. "Da wird sich überhaupt nichts verändern. Sie wird Parteivorsitzende bleiben", sagte Bosbach bei n-tv mit Blick auf den Bundesparteitag der CDU in Leipzig. Auch Friedrich Merz werde Kramp-Karrenbauers Vorsitz nicht infrage stellen. "Nein, das glaube ich nicht, weil das die Partei zerreißen würde", sagte Bosbach.

Auch in der Frage nach der Kanzlerkandidatur für die CDU warnt Bosbach vor einer vorschnellen Entscheidung. Kramp-Karrenbauer will erst Ende kommenden Jahres einen Vorschlag präsentieren. Ob die CDU ihr darin folgt, ist offen. Zwar seien eine Mehrheit der SPD-Parteimitglieder für einen Ausstieg aus der Großen Koalition, nicht aber unbedingt eine Mehrheit der SPD-Abgeordneten, von denen viele ihr Mandat verlieren könnten, sagte Bosbach. Es sei daher unklar, wann sich die Frage nach der Kanzlerkandidatur stelle. "Deswegen sollten wir das entscheiden, wenn die Entscheidung getroffen werden muss, aber nicht vorher."

Zugleich unterstützte Bosbach die scharfe Kritik von Merz am Zustand der Großen Koalition. "Mit jedem Wort der Kritik hat Friedrich Merz völlig recht", sagte Bosbach. Es sei nicht zu erwarten, dass sich das Ansehen der Bundesregierung noch einmal signifikant verbessere. "Wir brauchen politisch-inhaltlich eine klare Positionierung, die uns inhaltlich unterscheidbar macht", forderte Bosbach mit Blick auf das schlechte Wahlergebnis in Thüringen.

In der Kanzlerfrage sei das Rennen offen. "Das entscheidende Kriterium ist nicht 'Wer will es denn unbedingt werden?'. Das Kriterium ist 'Mit wem haben wir die besten Chancen?'" Der Ball liegt demnach bei Annegret Kramp-Karrenbauer: "Jeder weiß: Die Parteivorsitzende ist bei der Frage Kanzlerkandidatur in der Poleposition. Aber das muss nicht bedeuten, dass man eine Selbstkrönung vornimmt, sondern sie könnte auch sagen: 'Ich werde einen guten Vorschlag machen zum geeigneten Zeitpunkt.'"

Quelle: ntv.de, shu