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SPD-Vorstand gibt Empfehlung ab Bovenschulte soll Bremens Regierung führen

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Erst Ende Mai wurde Bovenschulte in die Bürgerschaft gewählt.

(Foto: dpa)

Weil der bisherige Bremer Bürgermeister Carsten Sieling nach der Schlappe bei der Landtagswahl auf sein Amt verzichtet, sucht die SPD einen Nachfolger. In Andreas Bovenschulte scheint sie einen potenziellen Regierungschef gefunden zu haben. Für den 53-Jährigen wäre es ein echter Karrieresprung.

Neuer Regierungschef im Bundesland Bremen soll SPD-Fraktionschef Andreas Bovenschulte werden. Eine entsprechende Empfehlung gab der SPD-Landesvorstand ab. Der Jurist und langjährige Bürgermeister der niedersächsischen Gemeinde Weyhe soll am Samstag bei einem außerordentlichen Parteitag als Kandidat für die Nachfolge des scheidenden Bürgermeisters Carsten Sieling - ebenfalls von der SPD - nominiert werden.

Der 53-Jährige Bovenschulte war erst am 26. Mai in die Bürgerschaft gewählt und am 24. Juni mit großer Mehrheit zum Vorsitzenden der SPD-Fraktion bestimmt worden. Sollte er am Samstag als Kandidat für den Posten des Senatspräsidenten und Bürgermeisters nominiert werden, müsste er noch in der Bürgerschaft gewählt und vereidigt werden. Die Abstimmung zur Senatswahl findet voraussichtlich am 15. August statt. Der Posten des SPD-Fraktionschefs wäre dann wieder vakant.

Die SPD würde in der neuen Bremer Landesregierung vier Senatsposten besetzen, inklusive des Bürgermeisters. Auf die Sozialdemokraten entfallen das Innenressort, das "Drei-Themen-Ressort" Wissenschaft, Häfen und Justiz sowie das Ressort Kinder und Bildung. Die Grünen besetzen drei und die Linken zwei Senatsposten. Das Kabinett soll von acht auf neun Mitglieder wachsen.

Die SPD hatte die Wahl am 26. Mai verloren und das schlechteste Ergebnis seit über 70 Jahren eingefahren. Die Sozialdemokraten hatten zuvor zwölf Jahre mit den Grünen regiert, die bei der Wahl deutlich zulegen konnten. Stärkste Partei wurde erstmals die CDU. Die Grünen hatten aber Verhandlungen über eine Jamaika-Koalition mit CDU und FDP abgelehnt.

In der Nacht zum Montag einigte sich Rot-Grün-Rot dann auf einen rund 140-seitigen Koalitionsvertrag. Als erste der drei Parteien wollten am Donnerstagabend die Linken über den Entwurf abstimmen. Bei der Linkspartei schließt sich dann ein Mitgliederentscheid an. SPD und Grüne entscheiden am Samstag.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa

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