Politik

Pinner verteidigte Mariupol Britischer Kämpfer von russischen Medien vorgeführt

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Mariupol ist seit Wochen umkämpft.

(Foto: picture alliance/dpa/TASS)

Ein Brite, der Mariupol verteidigte, ist in Gefangenschaft geraten. Wie schon einer seiner Kameraden zuvor. Auf einem russischen Militärsender wird er vorgeführt, wirkt schwach und abgemagert. Was ist über Shaun Pinner bekannt?

Ein für die Ukraine kämpfender Brite ist im russischen Fernsehen vorgeführt worden, nachdem er in der belagerten Stadt Mariupol gefangen genommen worden war. Dies berichten mehrere britische Medien, unter anderen der "Guardian". In einem Video, in dem er schwach und mitgenommen wirkt, sagt der 48 Jahre alte Shaun Pinner: "Hallo, ich bin Shaun Pinner, ich bin britischer Staatsbürger. Ich wurde in Mariupol gefangen genommen. Ich gehöre zum 1. Bataillon der ukrainischen Marineinfanterie der 36. Brigade. Ich habe fünf bis sechs Wochen in Mariupol gekämpft und bin jetzt in der Volksrepublik Donezk."

Ein Ausschnitt des Videos ist etwa bei der "Sun" zu sehen. Es sei Teil eines Interviews mit Andrey Rudenko gewesen, der eng mit dem russischen Staatsfernsehen zusammenarbeitet, heißt es dort. Eine Prüfung durch ntv.de ergab, dass das Interview im vom russischen Verteidigungsministerium betriebenen Sender "Zvezda" ausgestrahlt wurde.

Pinner, der ursprünglich aus Bedfordshire stammt, soll dem "Guardian" zufolge vor vier Jahren in die Ukraine gezogen sein und mit seiner Frau im Donbass gelebt haben. Der ehemalige Soldat des Royal Anglian Regiment sagte im Januar, dass er in Schützengräben zehn Meilen außerhalb von Mariupol stationiert sei. "Ich verteidige hier meine Familie und meine Wahlheimat. Russland hat diesen Krieg begonnen. Es wird von Russland finanziert und von Russland vorangetrieben, aber wir werden sie bekämpfen, machen Sie sich nichts vor", so Pinner damals.

Weiterer Brite wohl in Gefangenschaft

Prorussische Kanäle in den sozialen Netzwerken teilten das Video mit Worten wie: "Shaun Pinner ist ein englischer Söldner. Er sagt, er brauche den Krieg nicht mehr und er wolle nach Hause. Er wird es nicht nach Hause schaffen." Wie die Russen beziehungsweise die pro-russischen Separatisten im Osten der Ukraine mit internationalen Gefangenen verfahren werden, ist nicht gesichert. Auch das Aufnahmedatum des Videos wie die genauen Umstände seiner Gefangennahme bleiben unklar.

Dem "Guardian" zufolge ist Pinner der zweite für die Ukraine kämpfende britische Soldat, der gefangen genommen wurde. Demnach kämpfte Pinner an der Seite seines Freundes Aiden Aslin, einem 28 Jahre alten Mann aus Nottinghamshire, von dem angenommen wird, dass er sich vergangene Woche dem russischen Militär ergeben hatte, nachdem seinem Bataillon die Munition ausgegangen war.

Das britische Außenministerium hat sich mit Aslins Familie in Verbindung gesetzt, um sie zu unterstützen, heißt es in dem Bericht weiter. Die Möglichkeiten des Vereinigten Königreichs, konsularische Unterstützung zu leisten oder Informationen über britische Staatsbürger in der Ukraine zu erhalten, seien jedoch aufgrund des Krieges äußerst eingeschränkt.

Quelle: ntv.de, mpe

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