Politik

Aufruf zu friedlichen ProtestenBürgermeister von Minneapolis wittert Trumps "Köder"

10.01.2026, 20:43 Uhr
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Jacob Frey zeigte sich zuletzt "zutiefst beunruhigend", dass die Führung in Washington bereits zu einer Beurteilung des Vorfalls gekommen sei. (Foto: picture alliance / newscom)

Nachdem die US-Einwanderungsbehörde ICE eine Frau in ihrem Auto erschießt, kündigen sich für das Wochenende Hunderte Proteste an. Der Bürgermeister von Minneapolis appelliert an die Gewaltfreiheit der Demonstranten: Alles andere würde Präsident Donald Trump in die Karten spielen.

Der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, hat nach der tödlichen Erschießung einer Autofahrerin durch einen US-Einwanderungsbeamten zu gewaltlosem Protest aufgerufen. Rechtswidrige Handlungen würden Präsident Donald Trump in die Hände spielen, sagte der Demokrat. "Wir werden Donald Trumps Chaos nicht mit unserem eigenen Chaos begegnen. Er will, dass wir den Köder schlucken." In der Nacht auf Samstag waren in der Stadt im Bundesstaat Minnesota 29 Menschen bei Protesten festgenommen worden, wie Polizeichef Brian O'Hara mitteilte. Ein Polizist sei dabei verletzt worden.

Für das Wochenende sind landesweit weitere Proteste geplant. Auslöser der Demonstrationen war die Tötung einer 37-jährigen Frau am Mittwoch. Sie wurde von einem Beamten der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE in ihrem Auto erschossen. Die Behörden in Minnesota und die US-Regierung haben den Vorfall widersprüchlich dargestellt.

Der Vorfall ereignete sich am Mittwoch im Zuge einer von Präsident Trump angeordneten Aktion gegen Einwanderung, für die 2000 Bundesbeamte in die Region Minneapolis entsandt wurden. Das Heimatschutzministerium bezeichnete dies als den "größten Einsatz in der Geschichte des Ministeriums". Der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, verurteilte die Entsendung als ein Beispiel für "Regieren wie im Reality-TV". Bei der Getöteten handelt es sich um eine 37-jährige US-Bürgerin und Mutter von drei Kindern.

Zusätzliche Spannungen verursacht der Streit um die Zuständigkeit für die Untersuchung. Die Bundespolizei FBI hat die alleinige Kontrolle über die Ermittlungen übernommen. Daraufhin zog sich die Kriminalpolizeibehörde von Minnesota (BCA) zurück, da sie nach eigenen Angaben keinen Zugang mehr zu Beweismitteln und Zeugenbefragungen erhalte. Gouverneur Tim Walz forderte den Abzug der ICE und versetzte die Nationalgarde in Alarmbereitschaft. Die Schulen in Minneapolis blieben am Donnerstag und Freitag vorsorglich geschlossen.

Quelle: ntv.de, lno/rts

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