Politik

Schutz vor Hackerangriffen Bund gründet Agentur für Cybersicherheit

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Bislang ist die Zahl von "Schwachstellen und offenen Sicherheitslücken von IT-Systemen" noch "erschreckend hoch".

(Foto: dpa)

Die Bundesregierung will im Cyberraum künftig mindestens so schnell und gut ausgerüstet sein wie potentielle Hacker. Deshalb beschließt sie nun die Gründung einer Agentur für Innovationen in der Cybersicherheit. Sie hat vor allem ein Ziel.

Mit einer Agentur für Innovationen in der Cybersicherheit will die Bundesregierung Deutschland künftig besser vor Hackerangriffen schützen. Das Kabinett beschloss die Gründung einer bundeseigenen Agentur, die innovative Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Cybersicherheit schon ab einem sehr frühen Stadium finanzieren und fördern soll. Dafür sollen in den kommenden fünf Jahren mindestens 200 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

"Deutschland soll bei der Cybersicherheit im internationalen Vergleich die Führung oder zumindest eine Spitzenposition einnehmen", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer von der CSU bei der Vorstellung der Agentur an der Seite von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen von der CDU in Berlin. Derzeit laufe Deutschland in dem Bereich hinterher. Die Zahl von "Schwachstellen und offenen Sicherheitslücken von IT-Systemen" sei "nach wie vor erschreckend hoch", immer wieder würden Angriffe auf deutsche Systeme und die Netzinfrastruktur registriert.

"Der Staat muss auch in der digitalen Welt seine Schutzfunktion wahrnehmen", sagte von der Leyen. Die technologische Entwicklung im Cyberraum sei "rasant". "Wir müssen mindestens so schnell sein und mindestens auch so gut ausgerüstet sein (...) wie das die Täter sind."

"Mehr Risiko, mehr Mut"

Die neue Agentur soll nicht operativ tätig werden, sich also nicht direkt an der Abwehr von Cyberangriffen beteiligen. Ziel ist es vielmehr, Schlüsseltechnologien mit hohem Innovationspotenzial im Bereich der inneren wie äußeren Cybersicherheit zu fördern und zu finanzieren. Dafür soll Projekten der Grundlagenforschung mit besonderem Entwicklungspotenzial möglichst unbürokratisch Wagniskapital zur Verfügung gestellt werden. Als Vorbild dient unter anderem die US-Militärforschungsagentur Darpa.

Seehofer wie von der Leyen betonten, dass möglicherweise auch Geld in Projekte fließen werde, die letztlich nicht zum Erfolg führen. "Wir rechnen damit, dass ein Teil der Forschungsvorhaben scheitern wird, aber dass andere uns einen technologischen Vorsprung dann auch geben werden, den wir dringend brauchen", sagte von der Leyen.

"Es muss mehr Risiko, mehr Mut eingebracht werden", sagte Seehofer. "Es ist kein Scheitern dieser Gesellschaft, wenn einmal drei Forschungsprojekte in der konkreten Umsetzung zu keinem Ziel führen." Von der Leyen verwies auf weitreichende technologische Neuerungen, die auf US-Militärforschung zurückgehen. Das Internet, das Satellitennavigationssystem GPS und die Sprachkennung beim Handy seien "aus genau so einer Sprunginnovationsförderung des amerikanischen Militärs gewachsen".

Quelle: ntv.de, ftü/AFP

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