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Geschreddert oder vergast Bund will Kükentötung stoppen

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Landwirtschaftsminister Christian Schmidt kündigt einen Zeitplan zum Ausstieg aus der Kükentötung an.

(Foto: imago stock&people)

Immer wieder sorgen Legehennenbetriebe mit ihren Produktionsmethoden für Aufruhr. Da nur weibliche Hühner Eier legen, werden männliche Küken aussortiert und umgebracht. Ein Forschungsprojekt lässt nun auf ein Ende der Massentötungen hoffen.

Rund 45 Millionen männliche Küken müssen alljährlich sterben, das geht aus Zahlen des Landwirtschaftsministeriums vor. Sogenannte Eintagsküken werden bei der Legehennen-Zucht in Großbetrieben als unerwünschtes Nebenprodukt umgehend getötet. Für die Brütereien sind sie nutzlos, denn sie können später keine Eier legen. Das Vorgehen dabei ist automatisiert und läuft über Fließbänder. Maschinell aussortiert, werden die Küken mit Kohlenstoffdioxid vergast oder kommen in den Schredder.

Als erstes Bundesland überhaupt hat Nordrhein-Westfalen die massenhafte Tötung männlicher Küken 2013 per Erlass verboten. Den Brütereien wurde eine Übergangsfrist bis Anfang 2015 eingeräumt. Dagegen klagten elf Betriebe mit Erfolg. Das Verwaltungsgericht Minden hat dem Bundesland untersagt, das massenweise Töten männlicher Küken per Erlass zu verbieten.

Frühzeitige Geschlechterbestimmung

Wie das Gericht mitteilte, habe der Bundesgesetzgeber es bislang versäumt, für eine Ermächtigungsgrundlage im Tierschutzgesetz zu sorgen. Diese sei aber für eine Entscheidung notwendig. Dem Verbot stünden im Grundgesetz verankerte Interessen der Betreiber entgegen (Freiheit der Berufswahl). Ob eine gewandelte Bewertung des Tierschutzes im Grundgesetz höher zu sehen sei als die Interessen der Kläger, könne nicht die Verwaltung eines Bundeslandes entscheiden.

Eine Geschlechtsbestimmung im Ei könnte dem Problem der Kükentötung Abhilfe schaffen. Der Bund fördert ein Forschungsprojekt mit dem Ziel der sogenannten "in ovo – Geschlechtsbestimmung". Durch eine Früherkennung könnten so männlich befruchtete Eier bereits vor der Bebrütung und dem Schlüpfen aussortiert werden. Die Zwischenergebnisse seien bereits jetzt vielversprechend.

Laut "Bild"-Zeitung will Landwirtschaftsminister Christian Schmidt "noch vor Ostern einen realistischen Zeitplan zum Ausstieg aus der Kükentötung vorlegen". Deutschland solle "Vorreiter werden für mehr Tierschutz in der Eierproduktion", so der CSU-Politiker.

Quelle: n-tv.de, lda/dpa

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